Arbeitskreis 'Runder Tisch Fußballsport' präsentiert Prioritätenliste
Fußballstandorte in Herne: Das ist geplant
Das Entwicklungspotential verschiedener Fußballplätze in Herne hat in diesem Jahr der Arbeitskreis „Runder Tisch Fußballsport“ in den Blick genommen. Das Ergebnis ist eine Prioritätenliste, die am Dienstag (30.6.2026) im Sportausschuss auf der Tagesordnung stand und am Mittwoch (1.7.2026) präsentiert wurde.
Zu den Teilnehmenden im Arbeitskreis gehörten Vertretende der Sportpolitik, des Stadtsportbundes Herne, des Fußballkreises Herne und der Stadtverwaltung, insbesondere der Fachbereiche Sport, Stadtgrün sowie Umwelt und Stadtplanung. Grundsätzlich sollte geklärt werden, wie sich der Bedarf an Fußballflächen perspektivisch entwickelt und welche Standorte langfristig sinnvoll gesichert, angepasst oder in ihrer bisherigen Form noch benötigt werden.
'Alle Beteiligten im Prozess mitnehmen'
„Es war uns wichtig, dass wir alle Beteiligten bei diesem Prozess mitnehmen, da wir unseren Fußballvereinen langfristig eine gute Perspektive bieten wollen“, erläutert Stadtrat Andreas Merkendorf den Prozess der Entscheidungsfindung.
„Mit der Prioritätenliste haben wir nun eine Grundlage für die Weiterentwicklung der Standorte vorgelegt, auch wenn wir mit Blick auf die Haushaltslage noch keinen konkreten Zeitplan nennen können“, so der Sportdezernent weiter. Zur Diskussion standen die Sportplätze Wiescherstraße, Voßnacken, Vödestraße, Pantrings Hof, Gelsenkircher Straße/Bickernplatz, Cranger Straße, Bladenhorster Straße und Am Volkspark.
Aufgabe von Standorten
Der Standort „Am Volkspark“ soll spätestens nach Fertigstellung der Umbauarbeiten im Stadion Sodingen für den Fußballsport aufgegeben werden. Aufgrund seiner Lage wäre eine Rückführung des Platzes in einen Naturraum denkbar. Der Sportplatz an der Bladenhorster Straße eignet sich hingegen aus städtebaulicher Sicht für eine Wohnbebauung. Die Vereine könnten nach einer Aufgabe des Standorts im Stadion Sodingen oder nach einem Umbau des Sportplatzes Vödestraße dort eine neue Heimat finden. Die Vereinsgebäude ließen sich bis zur endgültigen Aufgabe weiterhin nutzen.
Maßnahmen zur Modernisierung
Für den Sportplatz Vödestraße ist der Umbau in einen Kunstrasenplatz vorgesehen. Dieser sollte vor einer endgültigen Aufgabe des Sportplatzes Bladenhorster Straße erfolgen. Auch an der Gelsenkircher Straße wäre ein Umbau in Kunstrasen denkbar. Es sind drei Varianten möglich: der Umbau des Platzes in der bisherigen Lage, die Drehung des Platzes um 90 Grad und die Errichtung von zwei Kunstrasengroßspielfeldern nach dem Modell des Fußballzentrums Horsthausen (wenn gleichzeitig ein anderer Standort aufgegeben wird) oder drittens die Drehung des Platzes wie oben, wobei eine Hälfte in Wohnbebauung umgewandelt wird.
Bevor am Sportplatz Pantrings Hof ein Umbau zu Kunstrasen starten könnte, müsste zunächst auf dem derzeitigen Tennenspielfeld der Abschluss der Arbeiten von Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) am bestehenden Tagesbruch abgewartet werden. In Absprache mit dem EGLV wurde außerdem ein Lärmschutzgutachten in Auftrag gegeben. Bei der Wiescherstraße müssen vor einem Umbau in Kunstrasen der Grundstückserwerb von einer privaten Eigentümerin sowie ein Flächentausch mit der Stadt Bochum geprüft werden.
Bei den Standorten Cranger Straße und Voßnacken sind derzeit keine Maßnahmen geplant.
Stadion Eickel und Sportplatz Wiesenstraße
Zwei Maßnahmen – im Stadion Eickel und beim Sportplatz Wiesenstraße – sollen losgelöst von der Priorisierung kurzfristig umgesetzt werden. Beim Stadion Eickel ist das der Austausch der abgängigen Bewässerungsanlage inklusive Erstellung eines normgerechten Sportplatzaufbaus für Naturrasen. Die Umsetzung dieser Maßnahme ist unbedingt kurzfristig notwendig, um die Betriebsführung des Stadions sicherzustellen.
Beim Sportplatz Wiesenstraße soll ein Kunstrasen-Kleinspielfeld geschaffen werden, da der Verein SV Holsterhausen e.V. 1924 innerhalb der letzten Jahre im Jugendbereich überproportional gewachsen ist. Durch die Umsetzung dieser Maßnahme kann die Durchführung des Übungsbetriebes gewährleistet werden.