Frauen-Power im Herner Bahnhof

'Dear All'

Urban-Art-Ausstellung mit all-female Lineup: Die Essenerin Ursula Meyer ist für die gerade im Aufbau befindliche Urban-Art-Ausstellung „Dear All“ Kuratorin und Künstlerin zugleich.
Die Essenerin Ursula Meyer ist für die gerade im Aufbau befindliche Urban-Art-Ausstellung „Dear All“ Kuratorin und Künstlerin zugleich. Foto: Pitt Herrmann

Eine „Urban-Art-Ausstellung mit all-female Lineup“, so Pottporus-Pressesprecherin Uta Graßhoff, wird am Freitag, 6. Mai 2022, um 18 Uhr im Alten Wartesaal des Herner Bahnhofs eröffnet: „Dear All“ vereint aktuelle Werke von vier international renommierten Straßenkünstlerinnen, kuratiert von Ursula Meyer, die zusammen mit Giza One bereits im vergangenen Jahr mit ihren Kreationen während des Pottporus-Projekts „Urban Discoveries“ eine hundert Meter lange Wand am Hauptbahnhof Wanne-Eickel künstlerisch gestaltete. Mit Katja Bot und JuMu Monster sind zwei weitere interessante künstlerische Handschriften erstmals in unserer Stadt vertreten.

Uta Graßhoff: „Ihre Wandbilder und Graffiti sind auf der ganzen Welt zu sehen, ihre Bildsprachen unverwechselbar. Was die vier Künstlerinnen verbindet, ist der prägende Einfluss unterschiedlicher Kulturkreise auf ihre Kunst. Was sie antreibt ist die Lust am ständigen Experiment: Lateinamerikanische Wandmalerei (Muralismo) begegnet deutschem Expressionismus, HipHop-Kultur und Schamanen-Kult überlagern sich in surrealen Bildwelten, Dose meets Pinsel meets Siebdruckplatte.“

Ursula Meyer, die seit 13 Jahren im Ruhrgebiet lebt, ist als Mitbegründerin der bekannten Flabbergasted-Crew eine Veteranin der Subkultur unserer Region. Neben Wandmalereien ist die gebürtige Argentinierin bekannt für ihre Installationen und Bühnenbilder auf alternativen Festivals. Die studierte Kommunikationsdesignerin mit Abschluss an der Essener Folkwang Universität der Künste verbindet in ihrer Bildsprache Einflüsse südamerikanischer Wandmalerei mit psychedelischer Ästhetik. Ursula Meyer arbeitet als freischaffende Künstlerin, Illustratorin und Szenografin mit Atelier in Essen, ist aber auch als künstlerische Leiterin von Festivals und temporären Installationen wie dem „Museum under Construction“ im Sommer 2021 vor der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen gefragt.

Das deutlichste Merkmal von Giza One, gebürtige Dortmunderin mit familiären Wurzeln in Griechenland, ist die klare, eindeutige Umrisslinie. Durch diese Hervorhebung der Kontur wirken ihre an Holzschnitte erinnernden Arbeiten auf den ersten Blick zweidimensional. Doch bei aller Flächigkeit bringt die nun in Köln lebende Street-Art-Künstlerin eine Art abgeflachte Räumlichkeit in ihre Bilder, indem sich ihre Figuren und Gegenstände überlappen und umschlingen.

Die Werke der Französin Katja Bot konstruieren eine traumartige Fantasie voller seltsamer Tiere, Pflanzen und Objekte.
Die Werke der Französin Katja Bot konstruieren eine traumartige Fantasie voller seltsamer Tiere, Pflanzen und Objekte. Foto: Pitt Herrmann

Zunächst spezialisiert auf selbstverlegte Bücher im Siebdruckverfahren, entwickelte die Deutsch-Brasilianerin Katja Bot eine Vorliebe für Großprojekte, als sie die Kollektive Sweatlodge und Totoblack aus Nantes bei der Ausstattung von Veranstaltungen im Stil der Sound-System-Kultur und Jahrmarktskunst begleitete. Die in Hamburg, Rennes und im brasilianischen Santos aufgewachsene Künstlerin malt auf Wänden, Papier, Stoffen und Holzinstallationen. Uta Graßhoff: „Ihre Kompositionen sind dicht und bewegend, die Dimensionen sehr variabel und ihre Malweise schnell, spontan und instinktiv. Katja Bot, inzwischen auch aus familiären Gründen aus der Metropole Paris ins ruhigere Rennes umgezogen, konstruiert in ihren Werken eine traumartige Fantasie, bevölkert von seltsamen Tieren, Objekten und Pflanzen, die sich mit imposanten Körpern und Gesichtern verflechten. Denkmäler, Fabelwesen und Symbole unserer kollektiven Erinnerungen interagieren mit Elementen der modernen Gesellschaft und persönlichem Leben. Diese rätselhaften Szenen sind meist Allegorien von Stärke und Schutz.“

Die Berlinerin JuMu Monster ist mit detailreich-ornamentalen Bildern im Alten Wartesaal des Herner Bahnhofs vertreten.
Die Berlinerin JuMu Monster ist mit detailreich-ornamentalen Bildern im Alten Wartesaal des Herner Bahnhofs vertreten. Foto: Pitt Herrmann

Die studierte Fashion-Designerin JuMu Monster erschafft bunte, wild tanzende Bildwelten. Der Schamanenkult und die Verbindung zwischen Mensch, Geistiger Welt und Natur sind feste Bestandteile ihrer Arbeit und dienen als Inspiration für ihre Murals, Leinwände und Masken. Für ihre Werke verwendet die in Hannover aufgewachsene, nur unter ihrem Künstlernamen firmierende Frau mit peruanischen und chilenischen Wurzeln alles, was sie in die Hände bekommt, um neue surreale Welten zu kreieren. Nachdem sie lange Zeit in Spanien gelebt hat, ist Berlin nun zur Heimat der freien Künstlerin geworden, die parallel auch eine Einzelausstellung in Wien bestückt.

Zur Vernissage der Urban-Art-Ausstellung „Dear All“ legt am Freitag, 6. Mai 2022, zwischen 18 und 21 Uhr die Kölner DJane C:MONE auf. Die Werke sind danach noch bis zum 5. Juni 2022 zu folgenden Öffnungszeiten im Alten Wartesaal des Herner Bahnhofs, Konrad-Adenauer-Platz 1, zu sehen: donnerstags bis samstags jeweils zwischen 16 und 20 Uhr sowie sonntags von 14 bis 18 Uhr. Am 19. Mai 2022 bleibt die Ausstellung geschlossen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich, es gilt jedoch Maskenpflicht.

Wer nach einem Ausstellungsbesuch vom Frauen-Power-Quartett noch nicht genug hat, sollte sich den 12. Mai 2022 im Kalender anstreichen. Dann wird um 18:30 Uhr in der Lutherkirche Dortmund-Hörde ein gemeinsames Wandbild enthüllt, das derzeit im Rahmen des Projekts „Brückengeschichten“ von Pottporus realisiert wird. Die vier Künstlerinnen haben sich dabei von der Soundcollage „Hörde, hier Hörde“ inspirieren lassen, die von der Dortmunder Künstlerin Silvia Liebig aus Interviewmaterial mit über 100 Menschen vor Ort in der ersten Projektphase entwickelt wurde. Das Wandbild wird im Anschluss an die Premiere der Soundcollage am Donnerstag, 12. Mai 2022, um 18.30 Uhr in der Lutherkirche Hörde enthüllt – und ist damit Special und Sneak Peek für den Sommer, wenn im August 2022 weitere internationale Urban Artists den Stadtteil zur Open Air Galerie verwandeln.

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Sonntag
Sonntag, 22. Mai 2022, von 14 bis 18 Uhr Alter Wartesaal im Herner Bahnhof , Konrad-Adenauer-Platz 1 , 44629 Herne
Weitere Termine (4) anzeigen...
  • Donnerstag, 26. Mai, um 16 Uhr bis Samstag, 28. Mai 2022, um 21 Uhr
  • Sonntag, 29. Mai 2022, von 14 bis 18 Uhr
  • Donnerstag, 02. Juni, um 16 Uhr bis Samstag, 04. Juni 2022, um 21 Uhr
  • Sonntag, 05. Juni 2022, von 14 bis 18 Uhr
Vergangene Termine (5) anzeigen...
  • Freitag, 06. Mai 2022, von 18 bis 21 Uhr
  • Sonntag, 08. Mai 2022, von 14 bis 18 Uhr
  • Donnerstag, 12. Mai, um 16 Uhr bis Samstag, 14. Mai 2022, um 20 Uhr
  • Sonntag, 15. Mai 2022, von 14 bis 18 Uhr
  • Freitag, 20. Mai, um 16 Uhr bis Samstag, 21. Mai 2022, um 21 Uhr
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