Fördergerüst auf der Schachtanlage Pluto Wilhelm

Stellungnahme

Udo Sobieski.
Udo Sobieski. Foto: Patrick Mammen

Udo Sobieski, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Herne, über den geplanten Abriss des Förderturms auf der Schachtanlage Pluto Wilhelm: "In der gestrigen Sitzung (19.5.2016) des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung hat die Verwaltung mitgeteilt, dass es seitens der RAG Aktiengesellschaft Bestrebungen gibt, das Schachtgebäude und den Förderturm der ehemaligen Schachtanlage aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes zu entfernen. Als Begründung werden insbesondere Sicherheitsbedenken angeführt.

Ich habe grundsätzlich Verständnis für das Anliegen der RAG, da diese als Eigentümerin auch für die Sicherungspflicht der Bauten verantwortlich ist. Ich bitte aber darum, über die Zukunft der Schachtanlage und insbesondere des Förderturms nicht vorschnell oder gar leichtfertig zu entscheiden. Es wäre überaus bedauerlich, sollte der Förderturm als Wahrzeichen für den Ortsteil und als Symbol der Industriekultur aus der Bickerner Skyline verschwinden. Die Bevölkerung identifiziert sich mit dem, aus der Feder des bedeutenden Architektenbüros Schupp und Kremmer entstandenen, alten Doppelbock.

Die als Schupp’sche Doppelbock-Gerüste bekannt gewordenen Fördertürme zieren bekanntlich auch die Zeche Zollverein und das Deutschen Bergbau Museum und begeistern dort als Industriewahrzeichen jährlich tausende Menschen.

Meiner Meinung nach ist eine genaue Prüfung und Begutachtung durch alle Beteiligten dringend erforderlich. Sofern die von der RAG dargestellten möglichen Gefährdungen durch eine entsprechende Sanierung des Turms ausgeschlossen werden können und die Kostenfrage geklärt werden kann, würde ich den Erhalt des Turms ausdrücklich begrüßen.

Ich bin der Überzeugung, dass gerade die Gegensätze des alten Bergbaus und der modernen Industrie den typischen Ruhrgebietscharme wiederspiegeln und erhaltenswert sind. Beispiele hierfür, wie die direkt angrenzende Erzbahntrasse oder die Pluto Halde finden sich im gesamten Ruhrgebiet. Zu beachten ist hierbei jedoch auch, dass der Erhalt des Turms der Verbesserung der Verkehrsanbindung für das angrenzende Gewerbegebiet nicht entgegensteht.

Ich appelliere daher eindringlich an alle Beteiligten, konstruktiv ihren Beitrag zum Erhalt dieses Wahrzeichens für den Ortsteil Bickern zu leisten."