Erste Stimmen und Einschätzungen

Kommunalwahl 2020

Kommunalwahlen mit Oberbürgermeisterwahl in Herne (NW), am Sonntag (13.09.2020). Im Bild: Wahlparty an den Flottmann-Hallen mit Hendrik Bollmann (2. v.l.i. und Lothar Przybyl (3. v.l.)
Wahlparty der SPD an den Flottmann-Hallen. Foto: Stefan Kuhn

Seit 18 Uhr sind die Wahllokale in Herne an diesem Kommunalwahl-Sonntag (13.9.2020) geschlossen und die Stimmen werden ausgezählt (halloherne berichtete mit einem Liveticker). Aufgrund des Corona-Virus gibt es in diesem Jahr keine großen Wahlpartys, wie man es in den letzten Jahren gewohnt war. halloherne-Mitarbeiter sind bei den verschiedenen Parteien und fangen erste Stimmungen sowie Eindrücke ein.

v.l. stehend Andreas Ixert, Lea-Isabell Jensen, Klaudia Scholz.v.l. sitzend Veronika Buszewski und Daniel Kleibömer.
v.l. stehend Andreas Ixert, Lea-Isabell Jensen, Klaudia Scholz. v.l. sitzend Veronika Buszewski und Daniel Kleibömer. Foto: Carola Quickels

Daniel Kleibömer, Oberbürgermeister Kandidat von der Partei Die.Linke ist mit Mitgliedern seiner Partei im Meistertrunk in Eickel und verfolgt von dort aus die ersten Ergebnisse.

„Ich wünsche mir, dass wir verhältnismäßig stark ankommen und dass die AfD nach Möglichkeit nicht in den Rat kommt. Ich befürchte aber, dass sie wahrscheinlich knapp zehn Prozent bekommen wird. Das tut mir in der Seele weh, dass das in einer von Arbeitern geprägten Großstadt wie Herne möglich ist", so Daniel Kleibömer vor Bekanntwerden der ersten Wahlergebnisse.

Enttäuschte Gesichter bei den Linken.
Enttäuschte Gesichter bei den Linken. Foto: Carola Quickels

Nachdem immer mehr Wahlbezirke ausgezählt wurden, ist Kleibömer enttäuscht, dass seine Partei wahrscheinlich weniger Stimmen als 2014 erreichen wird.

„Für mich persönlich ist es ein enttäuschendes Ergebnis. Ich hatte eigentlich mit einer fünf vor dem Komma gerechnet. Ich glaube aber auch, dass der OB-Bonus eine Rolle gespielt hat und das das Soziale in diesem Wahlkampf keine Rolle gespielt hat", so Kleibömer.

Veronika Buszewski, Fraktionsvorsitzende der Linken teilt die Meinung ihres Parteikollegen: „Ich hätte mit mehr gerechnet. Wir werden auch darüber nachdenken müssen, was da passiert ist."

So wie es aussieht, wird die Partei Die.Linke zwei ihrer vier bisherigen Plätze im Rat verlieren.

Enttäuschung auch bei der FDP

Thomas Bloch, Oberbürgermeisterkandidat der FDP, hätte sich mehr erhofft. Erliegt bei rund 4,4 Prozent: „Natürlich bin ich enttäuscht. Ich hätte mir gewünscht, dass wir bei der Wahl zum Oberbürgermeister deutlich über fünf Prozent liegen."

Man verfolgt die ersten Hochrechnungen.
Man verfolgt die ersten Hochrechnungen. Foto: Fabian Dobbeck

Nun Konzentration auf Ratsarbeit

Die CDU verfolgt vom Restaurant im Eickeler Park die Auszählung der Stimmen. Oberbürgermeister-Kandidat der CDU, Timon Radicke, liegt derzeit bei rund 18 Prozent. Auch er hätte sich mehr erhofft.

„Wir wussten das es schwer wird, denn Frank Dudda ist ein bekannter und anerkannter Oberbürgermeister. Natürlich haben wir auf mehr Stimmen gehofft. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Ratsarbeit", so Timon Radicke.

Timon Radicke.
Timon Radicke. Foto: Rüdiger Ungebauer

Grüne erzielen gutes Ratswahlergebnis

Die Grünen veranstalten ihre Wahlparty bei Oskar am Kanal. Oberbürgermeisterkandidat Pascal Krüger liegt derzeit bei 10,32 Prozent. Bei der Ratswahl konnten die Grünen im Vergleich zu 2014 zulegen. Derzeit liegen sie bei 14,32 Prozent.

„Ich freue mich sehr, dass wir bei der Ratswahl so gut abgeschnitten haben. Wobei ich doch auf eine OB-Stichwahl gehofft hatte, in der ich vertreten bin", so Pascal Krüger. „Herrn Dudda gratuliere ich zu seinem guten Ergebnis. Mit meinem persönlichen Ergebnis bin ich nicht zufrieden, da hatte ich mir mehr erhofft.“ Krüger sagte ferner, dass der alte und wohl neue Oberbürgermeister einen Amtsbonus gehabt hätte und wusste, sich zu verkaufen.

Herner Grüne Wahlkampfauftakt, OB Kandidat Pascal Krüger
OB-Kandidat der Grünen, Pascal Krüger. Foto: Fabian Dobbeck

„Unser eigener Wahlkampf war durch Corona etwas schwieriger. Es zeigt sich aber, dass wir guten Inhalts- und keinen Personenwahlkampf betrieben haben. Die Ergebnisse der Ratswahl zeigen, dass wir unsere Inhalte richtig gewählt haben.“ Die Stimmung vor Ort war daher positiv. Eine eigene Prognose hat Krüger laut eigener Aussage vor der Wahl nicht gewagt, er wollte viel mehr ein besseres Ratsergebnis erzielen.

Außerdem blickte er ein wenig voraus: „Wir erwarten, dass die SPD auf uns zukommen wird, um uns zu Koalitionsgesprächen einzuladen. Wir wollen aber, dass dies eine ernsthafte Einladung ist, weil man schon hört, dass die Große Koalition weitergeführt werden soll.“ So möchte Krüger mit seiner Fraktion in einer Koalition die Bereiche Klimaschutz, Soziales und Bürgerbeteiligung stärken. „Da muss einfach mehr passieren“, fasste der OB-Kandidat zusammen.

SPD in Feierlaune

Kommunalwahlen mit Oberbürgermeisterwahl in Herne (NW), am Sonntag (13.09.2020). Im Bild: Dr. Frank Dudda nach der Wiederwahl zum Oberbürgermeister mit dem SPD Unterbezirksvorsitzenden Alexander Vogt (re.) bei der Wahlparty an den Flottmann-Hallen.
Frank Dudda als strahlender Sieger der OB-Wahl. Foto: Stefan Kuhn

Der klare Wahlsieger ist Dr. Frank Dudda, der aller Voraussicht nach Oberbürgermeister von Herne bleiben wird. Momentan liegt er mit 63,18 Prozent der Stimmen deutlich vorn. Aus diesem Grund war die Stimmung in den Flottmann Hallen natürlich dementsprechend gut.

Frank Dudda zur Wiederwahl

Alexander Vogt zum Ergebnis der Kommunalwahl 2020

Alexander Vogt, Unterbezirksvorsitzender der SPD, war zufrieden mit dem Wahlergebnis: im Rat und in den Bezirken stellt seine Partei die stärkste Kraft. In allen Wahlbezirken schafften die Kandidatinnen und Kandidaten den Einzug in den Rat. Mit Adi Plickert (Eickel), Uwe Purwin (Wanne), Peter Bornfelder (Mitte ) und Matthias Grunert (Sodingen) stellen die Sozialdemokraten auch die Bezirksbürgermeister für die kommenden fünf Jahre.

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