Erinnerungen an Fußballer Siegfried Grams

Neues Buch 'Verballert' von Friedhelm Wessel

Neues Buch
Mit dem neuen Buch „Verballert": (v.li.) Hartmut Nielacny, Schwager von Fußballer Siegfried "Siggi“ Grams und Autor Friedhelm Wessel. Foto: Friedhelm Wessel

Friedhelm Wessel hat es wieder getan: Der frühere Redakteur der Ruhr Nachrichten hat sich erneut an den Schreibtisch gesetzt und ein neues Buch - es dürfte sein 35. oder 36. insgesamt sein, mutmaßt er - geschrieben. Es trägt den Titel „Verballert“ und ist dem Herner Fußballer Siegfried „Siggi“ Grams gewidmet. Der zählte Anfang der 1960er-Jahre zu den großen Talenten beim traditionsreichen SV Sodingen und schaffte es auch in die Bundesliga - allerdings nur für ein Spiel.

„Ich habe ja schon mehrere Bücher über Fußball allgemein, aber auch zum Beispiel über Schalke 04 geschrieben. Irgendwann fragte mich ein Freund, ob ich denn Siegfried Grams kennen würde. Der würde aus Herne stammen und hätte es bis in die Bundesliga geschafft“, erzählt Wessel im Gespräch mit halloherne. „Anschließend habe ich nachgeforscht und mit ihm Kontakt aufgenommen. Ich erhielt einen Umschlag mit vielen Texten und Fotos zu seiner Karriere.“ Das war 2008 oder 2009, schätzt der Autor.

Nachdem man sich auch persönlich kennengelernt hatte, Grams wohnte mittlerweile in Meinerzhagen, entstand eine Freundschaft und Wessel erfuhr immer mehr über den ehemaligen Mittelstürmer.

Debüt 1961 in der Oberliga West

In Sodingen begann die Karriere im August 1961 mit dem Debüt in der Oberliga West gegen den 1. FC Köln, als er sogar zwei Tore bei einer 3:5-Niederlage erzielte. Am Saisonende stand er bei vier Treffern in 19 Spielen. Eine Partie war dabei ganz besonders: In der heimischen Glück-Auf-Kampfbahn gelang ihm im Nachholspiel gegen Borussia Dortmund vor 8.000 Zuschauern das Tor zum 1:0-Sieg. Dadurch ging er als „Kicker, der den BVB erschoss“ in die Klubgeschichte ein.

Dennoch stieg die Elf, die im Schatten der Zeche Mont-Cenis spielte, in die 2. Liga West ab. Ein Jahr später verfehlte der SVS durch Platz neun die Einteilung in die Fußball-Regionalliga West zur Saison 1963/64, in der auch erstmals die neue Fußball-Bundesliga startete.

Wechsel zu Borussia Mönchenglabach

„Siggi“ Grams wechselte 1963 vom SVS zum damaligen Regionaligisten Borussia Mönchengladbach. Dort traf er auf Trainer Fritz Langner, der Grams aus der Zeit bei Westfalia Herne und den Duellen gegen Sodingen kannte und den Spitznamen „der eiserne Fritz“ hatte. Der junge Herner konnte sich am Bökelberg jedoch nicht durchsetzen - der Kader um die Legenden Jupp Heynckes, Günter Netzer und Horst-Dieter Höttges war zu stark.

Fußball auf dem Platz.
Fußball spielen war die Leidenschaft von Siegfried "Siggi" Grams (Symbolbild). Foto: Pixabay

Als „Feldwebel Langner“ 1964 nach Schalke wechselte, folgte Siggi Grams. Bei den Königsblauen kam Siggi Grams zunächst nur bei den Amateuren zum Einsatz, 1965 wurde er Lizenzspieler. Für den S04 gab er am 5. März 1966 sein Debüt in der Bundesliga. Beim Heimspiel gegen den SV Werder Bremen spielte er 90 Minuten, das Spiel ging 1:6 verloren. Es sollte Grams letztes Bundesligaspiel bleiben, bevor er noch eine Saison für den TSV Marl-Hüls und sieben Jahre für den RSV Meinerzhagen kickte.

Mit der Familie gesprochen

„Mich hat das, was Siegfried Grams erlebt und über sein fußballerisches Leben erzählt hat, fasziniert. Deshalb wollte ich es in einem Buch aufschreiben“, sagt Autor Friedhelm Wessel über sein neuestes Projekt. „Ich habe mit seiner Familie gesprochen, um weitere Infos über ihn zu erhalten. Jedoch war die Kindheit und Jugendzeit schwierig zu erfassen. Daher ist das erste Drittel des Buches erfunden, die restlichen Geschichten sind aber alle real“, erläutert der 76-Jährige. Alles sei aber mit Grams Schwester und seinem Schwager abgesprochen. Grams starb im Mai 2014 im Alter von 71 Jahren.

„Es ist viel Herner Geschichte im Buch“, bekräftigt Wessel gegenüber halloherne. „Verballert“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein Herne / Wanne-Eickel und ist im eigenen Verlag erschienen. Das halbautobiografische Buch hat 116 Seiten und 25 Fotos und ist beim Historischen Verein oder beim Autoren für 7,95 Euro erhältlich.

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