Diskussion über Energiewende

Schüler der RS Strünkede sprechen mit Vertretern der Kommune

Die Schüler hatten zahlreiche Fragen an die Teilnehmer.
Die Schüler der Realschule Strünkede hatten zahlreiche Fragen an die Teilnehmer. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Viel zu tun gab es für die Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 der Realschule Strünkede am Donnerstag (19.5.2022), denn Verantwortliche des Umweltbildungsprojekts „Unsere Energiewende in NRW!“ waren zu Gast an der Realschule.

Bei einem Projekttag konnten sich die 107 Mädchen und Jungen mit den Themen Klimaschutz und Energiewende auseinandersetzen. In Gruppen bekamen die Schüler gemeinsam die Aufgabe, für eine konkrete Ausgangslage einer Kommune - in diesem Fall Herne - Lösungsansätze zum Klimaschutz zu entwickeln.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda, Jana Ermlich, der Klimaschutzmanagerin der Stadt Herne, Dirk Rogalla von der HCR und Frank Bolsenkötter von den Stadtwerken Herne hatten die Schüler die Möglichkeit, den Akteuren in unserer Stadt Fragen zum Thema Energiewende und Klimaschutz zu stellen.

Vielfältige Themenauswahl

Teilweise hatten die Schüler bereits während der Gruppenarbeit ihre Fragen an die Verantwortlichen des Umweltbildungsprojekts „Unsere Energiewende in NRW!“ weitergeleitet, sodass sie während der Diskussion verlesen wurden.

OB Dr. Dudda stellte sich den Fragen.
OB Dr. Dudda stellte sich den Fragen. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Die Themen, die an diesem Tag besprochen wurden, waren vielfältig. So ging es um den Ausbau von erneuerbarer Energie, die Einführung des 9-Euro-Tickets, E-Autos sowie -Busse oder auch den Kohleausstieg.

Gleich zu Beginn der Diskussion stellte ein Schüler die Frage danach, was zur erneuerbaren Energie in Herne, aber auch deutschlandweit geplant ist. „Die Frage ist echt gut. Wir brauchen die Energiewende. Denn Hochwasserkatastrophen, schwere Gewitter und Inseln, die weltweit verschwinden, zeigen, dass es so nicht weitergehen darf", antwortet OB Dr. Dudda.

Herne sei eine nachhaltige Kommune und setze sich unter anderem mit dem Ausbau von Photovoltaikanlagen für einen Wandel ein. „Jedoch geht ohne gut ausgebildete Leute nichts. Also sucht euch Arbeitsplätze, mit denen ihr eine Veränderung voranbringen könnt", richtet OB DR. Dudda seine Worte an die Schüler.

Ausbau von Photovoltaikanlagen und 9-Euro-Ticket

Beim Stichwort Photovoltaik ging es auch gleich weiter. Ein anderer Schüler wollte wissen, ob es möglich sei, dass solch eine Anlage auf dem Dach der Schule installiert werden könnte. Jana Ermlich, Klimaschutzmanagerin der Stadt Herne, antwortet darauf: „Dazu muss zunächst geprüft werden, ob das Dach geeignet ist. Das ist übrigens etwas, was wir bei allen Neuinstallationen machen. Wir schauen außerdem, was für Sanierungen geplant sind und wie alt das Gebäude ist. Für Herne wurde außerdem ein Kataster entwickelt, da könnt ihr selbst nachsehen, welche Dächer geeignet sind." Ferner versprach sie, die Anregung des Schülers mit in die Verwaltung zu nehmen.

Auch die Frage nach dem 9-Euro-Ticket und 'wann es denn nun endlich kommt', brennt den Schülern unter den Nägeln. „Momentan liegt das Gesetz zur Vorlage beim Bundestag und muss noch durch den Bundesrat (Stand: 19.5.2022, Anm. d. Red.). Wir gehen davon aus, dass es ab Montag, 23. Mai 2022, kommen wird", so Dirk Rogalla von der HCR. „Danach werden unsere Tickets für drei Monate neun Euro kosten. Dazu zählt natürlich auch das Schokoticket."

HCR fehlen Millionen Einnahmen

OB Dr. Dudda erläutert den Schülern aber auch, dass so ein 9-Euro-Ticket von einer Stadt wie Herne nicht finanziert werden könnte und deshalb unbedingt dazu die Unterstützung des Bundes nötig sei. Zur Einordnung rechnete Dirk Rogalla den Jugendlichen vor, dass durch die Einführung des 9-Euro-Tickets rund drei Millionen Euro Einnahmen der HCR wegfallen werden.

Die Aula der Realschule Strünkede war gut besucht.
Die Aula der Realschule Strünkede war gut besucht. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Ferner interessiert die Schüler auch, wie viele E-Ladestationen es für Elektroautos in Herne gibt und wie man sich ein E-Auto leisten kann. Frank Bolsenkötter von den Stadtwerken Herne erläutert, dass es 3.000 E-Autos in Herne gebe. „Wir von den Stadtwerken haben circa 70 Ladepunkte an 35 Stationen, also sind wir hier gut aufgestellt. Ebenso gibt es eine Prämie der Bundesregierung für die Anschaffung von E-Autos."

Etwas ins Straucheln geraten alle Beteiligten, als ein Schüler fragt, warum die Schulheizung nicht dezentral geregelt werde. Die Diskussionsteilnehmer gingen davon aus, dass die Schüler die Temperatur eigenhändig regulieren könnten. Dies verneinten jedoch die anwesenden Lehrkräfte. Hier versprach Klimaschutzmanagerin Jana Ermlich nachzuhaken.

'Alleine können wir die Welt nicht retten'

Abschließend beschäftigen sich die Anwesenden mit der Frage, ob es gelingen wird, das Klimaziel von zwei Grad zu erreichen. „Ich bin mir sicher, dass Herne das Ziel erreichen wird, jedoch können wir alleine die Welt nicht retten“, macht OB Dr. Dudda deutlich.

Nach der Diskussion sprach halloherne noch mit drei Schülerinnen über den Projekttag. Die 15-jährige Alyssa sagt: „Ich fand es gut, dass die Teilnehmer sich Zeit genommen und ausführlich geantwortet haben".

Ähnlich sehen es auch die 16-jährigen Lisa und Lena: „Es war sehr interessant und informativ, die Standpunkte der Teilnehmer zu hören."

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