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Mit enormer Bühnenpräsenz und frappierender Wandlungsfähigkeit auch ohne Kostümwechsel überzeugt Maximilian von Ulardt als Wanze Muldoon und in allen anderen Rollen.

Insektenkrimi für alle ab zehn Jahren

„Die Wanze“ im Klassenzimmer

„Ich heiße Muldoon, Wanze Muldoon. Ich weiß, ich bin ein Käfer, keine Wanze, aber das ist eine andere Geschichte. Ich bin Schnüffler – Privatdetektiv, wenn Ihr es genau wissen wollt. Ich bin nicht nur der beste Schnüffler im gesamten Garten, sondern auch der billigste. Jedenfalls der einzige Schnüffler, den man anheuern kann. Genauer gesagt, der einzige, der noch lebt. Es ist ein harter Job, man geht durch harte Zeiten. Aber die härtesten drei Tage erlebte ich letzte Woche.“

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'Bug Muldoon and the garden of fear'

So stellt sich der Titelheld dem jungen Publikum vor in der Bühnenadaption des Insektenkrimis „Die Wanze“ nach dem Roman „Bug Muldoon and the garden of fear“ des englischen Autors Paul Shipton. Schnüffler Muldoon ist – wie viele bekannte Größen seines Berufes – ein bisschen schäbig, aber schlagfertig und ziemlich cool. Wozu man im Garten einen Schnüffler braucht? Weil auf der großen Wiese zwischen Gänseblümchen und Löwenzahn nicht nur friedfertige Krabbeltiere wohnen, sondern auch beinharte Schurken, die eine Diktatur im Insektenreich installieren wollen.

Mit der Ruhe unter den Rhabarberblättern in Dixies Bar ist es vorbei, als Ohrwurm Eddie verschwindet. Muldoon, mit der stotternden Stubenfliege befreundet, merkt schnell, dass sein erster Fall nicht mit Routine gelöst werden kann. Denn der gesamte Garten ist in allerhöchster Gefahr. Die Ameisen bitten Muldoon in ihrem Thronsaal um Hilfe: ihr junger König wird im Wespenstaat gefangen gehalten. Muldoon kann zwar gerade noch einem vierköpfigen Wespen-Killer-Kommando entfliehen, gerät aber in die zumeist tödlichen Fänge der gefürchteten Spinne…

Nur ein grüner Vorhang und ein Stuhl reichen als Ausstattung für das auch als Klassenzimmerstück buchbare Monodram „Die Wanze“ nach Paul Shipton mit Maximilian von Ulardt in der Titelrolle.

Paul Shipton, 15. Juni 1963 in Manchester geboren, hat viele Jahre in Istanbul und Großbritannien als Englischlehrer und Lektor für Schulbücher gearbeitet. Nach einem längeren Aufenthalt mit seiner Frau und beiden Töchtern in den USA lebt er heute wieder in Großbritannien. Sein Insektenkrimi, erschienen 1997 in London, behandelt auf unterhaltende, bisweilen gar parodistische Art das so komplexe und leider immer aktuelle Themen der Verhinderung von Diktatur durch Solidarität.

Daniela Merz, Gerd Ritter und die Regisseurin Karin Eppler haben das unter dem Titel „Die Wanze“ 2004 bei S. Fischer mit Illustrationen von Axel Scheffler erschienene Buch in der Übersetzung von Andreas Steinhöfel für die Bühne adaptiert. Die einstündige Inszenierung des Kinderstücks für alle ab 10 Jahren bzw. ab 5. Klasse am Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel ist mit populärer Filmmusik unterlegt und inzwischen auch als mobiles Klassenzimmerstück buchbar.

Das spannende und immer wieder auch witzige Erzähltheatersolo für kleine und große Krimifreunde ist am WLT in spartanischer Ausstattung Karin Epplers, ein grüner Vorhang und ein Stuhl sind die einzigen Requisiten, ein gefundenes Fressen für einen Schauspieler wie Maximilian von Ulardt. Der gebürtige Tübinger des Jahrgangs 1986, der zwischen 2014 und 2018 dem WLT-Ensemble angehörte und seitdem „frei“ unterwegs ist, aber immer wieder in die Europastadt zurückkehrt, verkörpert bis zum melodramatischen Finale mit enormer Bühnenpräsenz und Wandlungsfähigkeit, die ohne dauernden Kostümwechsel auskommt, nicht nur die Wanze Muldoon, sondern auch alle anderen Rollen, kurz: den Mikrokosmos des Gartens mit all‘ seinen Bewohnern.

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Die nächsten Vormittagsaufführungen im WLT-Studio am Europaplatz in Castrop-Rauxel (jeweils um 9 und um 11 Uhr): 23. Februar 2024, 21. März 2024 und 24. September 2024. „Die Wanze“ ist auch als Klassenzimmerstück buchbar bei der Theaterpädagogin Katrin Kleine-Onnebrink unter westfaelisches-landestheater.de oder Tel 02305 – 978026.

September
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Dienstag
Dienstag, 24. September 2024, um 9 Uhr WLT-Studio , Europaplatz 10 , 44575 Castrop-Rauxel
Weitere Termine (1) anzeigen...
  • Dienstag, 24. September 2024, um 11 Uhr
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  • Freitag, 23. Februar 2024, um 9 Uhr
  • Freitag, 23. Februar 2024, um 11 Uhr
  • Donnerstag, 21. März 2024, um 9 Uhr
  • Donnerstag, 21. März 2024, um 11 Uhr
| Autor: Pitt Herrmann