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v.l. Dr. Stefan Schumacher, Diözesanbeauftragter und Stellenleitung TelefonSeelsorge Hagen-Mark, Thomas Klöter, Bereichsleiter Pastorale Dienste, Bernd Wagener, Stellenleitung TelefonSeelsorge: Siegen Monika Krieg; Paderborn Ulrich Geschwinder; Bielefeld Indra Wanke. Abteilungsleiterin Pastoral in verschiedenen Lebensbereichen, Martin Simon. Hamm Miriam von Brachel und Generalvikar Dr. Michael Bredeck.

Die TelefonSeelsorge im Erzbistum Paderborn

Der rettende Anruf in der Krise

Ständige Erreichbarkeit, Angst, Depression und Einsamkeit können im schlimmsten Fall zu Suizidgedanken führen: Die TelefonSeelsorge des Erzbistums Paderborn ist eine wichtige Anlaufstelle für Menschen in akuten Krisensituationen. Im Jahresgespräch mit Generalvikar Dr. Michael Bredeck und Thomas Klöter, Leiter des Bereiches Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat, haben die Leiterinnen und Leiter der sechs TelefonSeelsorge-Stellen im Erzbistum jetzt aktuelle Schwerpunktthemen vorgestellt.

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Die Suizidrate in Deutschland ist angestiegen

Im Jahr 2022 starben 10.119 Menschen durch einen Suizid. Im Vergleich zum Jahr 2021 ist das ein Anstieg von nahezu zehn Prozent. Dabei starben dreimal mehr Männer als Frauen. Der Suizid ist in der Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen die zweithäufigste Todesursache. Wenn Lebenskrisen aussichtslos erscheinen, kann ein Gespräch mit Mitarbeitenden von Beratungsstellen helfen und Auswege aufzeigen.

Auch im Erzbistum Paderborn ist die TelefonSeelsorge eine wichtige Anlaufstelle für Menschen in Krisensituationen. „Vor allem, wenn Menschen Suizidgedanken verspüren“, erläutert Dr. Stefan Schumacher, Diözesanbeauftragter des Erzbistums Paderborn: So gehe jedem Suizid ein nicht geführtes Gespräch voraus, weiß der Leiter der TelefonSeelsorge Hagen-Mark: „Wir sitzen am Telefon und haben ein Ohr für die Anrufenden und ebenso für die vielen Menschen, die mit uns chatten und mailen. Wir bemühen uns um einen mitfühlenden Verstand, eine distanzierte Klugheit und unsere Lebenserfahrung. Dies alles bringen wir ein, um zu trösten, zu begleiten, Blickwinkel zu eröffnen und vielleicht neue Wege aufzuzeigen.“

Zu wenig Beachtung für die Suizidprävention

Was in Deutschland fehle, sei eine umfassende Suizidprävention, kritisiert Schumacher: „Ohne Zweifel ist Prävention wirksam. Wenn es um die Vorbeugung von Verkehrsunfällen, Suchterkrankungen und Gewalt geht, gibt es sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene Präventionsmaßahmen. Leider wird der Suizidprävention in Deutschland bislang keine gleichwertige Bedeutung zugemessen“, führt Schumacher aus. Hoffnung gebe die neue Suizidpräventionsstrategie, die das Gesundheitsministerium Anfang dieses Monats vorgestellt hat: „Hier ist telefonischen Beratungsstellen eine wichtige Rolle in der präventiven Arbeit zugewiesen“, ergänzt Dr. Stefan Schumacher.

Schon heute sei es so, dass öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender sowie soziale Medien auf die TelefonSeelsorge verweisen, wenn es um Beiträge zu Depression, Krise und Suizid geht. „Teilweise stoßen wir an die Grenzen unserer Kapazitäten und haben Mühe, dem Aufgebot an Anfragen gerecht zu werden. Dann erhalten wir Beschwerden darüber, dass wir nicht ausreichend erreichbar sind“, schildert Schumacher die Herausforderungen der TelefonSeelsorge. Für ihn seien die quantitative Stärkung und der Ausbau der seelsorglichen Beratung per Telefon, E-Mail und Chat – insbesondere für suizidgefährdete Menschen – ein zentrales Thema, das Krisendienste angehen müssen: „Die bestehenden Telefon- und Online-Beratungsangebote für Menschen in Krisensituationen haben sich insgesamt bewährt. Sie umfassen sowohl allgemeine Beratungsangebote in Lebenskrisen als auch zielgruppenspezifische Beratung. Für die Zukunft ist es jedoch notwendig, sie weiterzuentwickeln und bedarfsgerecht auf weitere Zielgruppen auszuweiten.“ Auch eine stärkere Vernetzung der einzelnen Angebote sei unerlässlich, fasst Schumacher zusammen.

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Digitaler Wandel verstärkt Einsamkeit

Einsamkeit sei das Thema vieler Gespräche der TelefonSeelsorge im Erzbistum Paderborn, berichtet Dr. Stefan Schumacher. Sie stehe paradoxerweise im Zusammenhang zu der ständigen Erreichbarkeit, die soziale Medien ihren Nutzerinnen und Nutzern abverlangen würden: „Die permanente Erreichbarkeit belastet viele Menschen und fördert das Bedürfnis nach Rückzug. Der wiederum macht einsam.“ Auch die gesellschaftlichen Veränderungen, die aus der Corona-Pandemie resultieren, beeinflussen die Arbeit der TelefonSeelsorge, schildert Schumacher weiter: „Die Menschen haben mehr Angst. Das Gefühl, in einer sicheren Welt zu leben, hat abgenommen. Die Komplexität der Welt und die verschiedenen globalen Krisen sorgen für Überforderung.“

| Quelle: Dekanat Emschertal
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