Das Rheingold in Gelsenkirchen

MiR-Intendant Michael Schulz inszeniert Richard Wagner

Das Rheingold am MiR.
Das Rheingold am MiR. Foto: Karl Forster

Zwei Tage, nachdem der Gelsenkirchener Intendant Michael Schulz einen bemerkenswerten Spielplan für die kommende Saison 2019/20 am Musiktheater im Revier vorstellte und sich über wachsende Besucher- und Abonnentenzahlen freuen konnte, feiert seine Wagner-Inszenierung Das Rheingold am Samstag, 11. Mai 2019, um 19:30 Uhr im Großen Haus am Kennedyplatz Premiere. Göttervater Wotan (Bastiaan Everink) hat ein Problem: Er hat einen Ring ausgeraubten Rheingold an sich gebracht – doch der Ring ist verflucht. Aus verschmähter Liebe hat der Nibelung Alberich (Urban Malmberg) ihn mit einem Fluch belegt. Zudem haben die Riesen Fafner (Michael Heine) und Fasolt (Joachim G. Maaß), denen Wotan den Lohn für den Bau Walhalls vorenthält, die Göttin Freia (Petra Schmidt) als Geisel genommen. Wotan schlägt den guten Rat seines Beraters, des Feuergottes Loge (Cornel Frey alternierend mit Lothar Odinius), in den Wind, den Ring an die Rheintöchter zurückzugeben. Als auch die weise Erda (Almuth Herbst) Wotan warnt und Fafner im Streit um den Ring seinen Bruder Fasolt tötet, ahnt Wotan: das Ende der Welt könnte nahen. Die neu erbaute Burg Walhall ist nur noch ein Luftschloss, die Mythen der Vergangenheit sind mehr als fragwürdig geworden in einer Welt, die von blindem Egoismus und Machtwillen regiert wird.

Flotte Rheintöchter.
Flotte Rheintöchter. Foto: Karl Forster

Richard Wagner schuf Das Rheingold, uraufgeführt 1869 an der Münchner Hofoper als erster Teil der Tetralogie Der Ring des Nibelungen, in Zeiten ebenso gewaltiger politischer Umbrüche in Europa. Er skizziert eine neue Gesellschaftsordnung und zeigt zugleich ihre Gefährdung auf. „Rheingold“ ist nicht nur der „Vorabend“ der Nibelungen-Tetralogie, sondern auch ein brillantes musikalisches Konversationsstück und hat einen ausgesprochen komödiantischen Charakter. Musikalisch zählt die Oper zu Wagners schönsten Schöpfungen und erschließt sich auch denjenigen, die mit der Tonsprache des Gesamtkunstwerkers weniger vertraut sind. Von den mythischen Urklängen des Rheins über die zarten Gesänge der Rheintöchter Woglinde (Bele Kumberger), Wellgunde (Lina Hoffmann) und Flosshilde (Boshana Milkow) sowie das flotte Parlando der Götter bis hin zum bombastischen Einzug in Walhall breitet sich ein faszinierendes musikalisches Panorama aus.

Die Oper ist nach Auffassung des MiR-Intendanten Michael Schulz für eine Aufführung außerhalb des Zyklus prädestiniert. Unter der musikalischen Leitung des 1. Kapellmeisters und stellvertretenden Generalmusikdirektors Giuliano Betta wartet die Inszenierung mit einem spektakulären Bühnenbild von Heike Scheele auf, das unter anderem den legendären Prunk-Zug Rheingold-Express, der einst seine Fahrgäste luxuriös von der Nordsee bis in die Alpen beförderte, neu belebt. Den Wotan gibt mit Bastiaan Everink ein dramatischer Bariton als Gast, der schon als Holländer und als Wolfram eine starke Wagner-Stimme bewies. -weitere Termine.

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Samstag, 11. Mai 2019, um 19:30 Uhr MIR - Musiktheater im Revier , Kennedyplatz 1 , 45881 Gelsenkirchen
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