Das Hobby zum Beruf gemacht

Helena Schank ist Sattlerin aus Leidenschaft

Helena Schank.
Helena Schank. Foto: Julia Blesgen

Der Beruf des Sattlers ist ein Traditions-Handwerk, das jedoch immer mehr in Vergessenheit gerät. Mittlerweile ist er ein seltener Beruf geworden. Helena Schank hat sich gerade deshalb für dieses Handwerk entschieden und sich im Jahr 2019 selbstständig gemacht.

Helena Schank bei der Arbeit.
Helena Schank bei der Arbeit. Foto: Julia Blesgen

Aufgewachsen ist die junge Frau in Hamburg und war von klein auf begeistert von Pferden. „Als kleines Mädchen habe ich mit dem Reiten angefangen und von da an, war ich nicht mehr aus dem Stall rauszubekommen“, erzählt Helena Schank im Gespräch mit halloherne. Außerdem war sie schon immer begeistert davon, Dinge selbst zu gestalten.

400 Kilometer von Hamburg nach Kassel

Von daher war es für sie logisch, nach dem Abitur eine Ausbildung zu ergreifen, die ihre beiden Leidenschaften - Pferde und Werken - miteinander verbindet. „Für mich war Sattlerin da wirklich die beste Wahl. Da der Beruf des Sattlers aber sehr selten ist und ich einen Ausbilder finden wollte, der noch selbst Sattel herstellt und nicht nur anpasst, führte mich mein Weg 400 Kilometer von Hamburg nach Kassel. Hier erlernte ich die jahrhundertealte Handwerkskunst", erzählt Schank.

Hier entstehen die Arbeiten von Helena Schank.
Hier entstehen die Arbeiten von Helena Schank. Foto: Julia Blesgen

Nach der Ausbildung wollte sie noch mehr über das Handwerk lernen. Sie bewarb sich erfolgreich beim Erasmus-Plus-Programm. Einem Berufsförderungsprogramm der Europäischen Union, das Interessierten dabei hilft, internationale Berufserfahrung zu erlangen.

Weg führte nach England

Also machte sie sich auf nach England. Genauer gesagt an die Küste nach Brighton in der Nähe von London.

„Dort arbeitete ich dann für einen Feintäschner, der mir neue Seiten des Sattlerhandwerks zeigte und mich sehr förderte. Während unserer Zusammenarbeit erweiterte mein Wissen über das Täschnerwesen, die vielfältige Verarbeitung von Leder und die Entwicklung von Lederprodukten“, so Helena Schank.

Seit 2019 wohnt Helena Schank nun in Herne und hat den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. „Ich wollte schon immer selbstständig arbeiten und meine eigenen Ideen kreativ umsetzten", berichtet die junge Frau.

Da Sattler ein Beruf des lederverarbeitenden Gewerbes ist, bietet sie in ihrem kleinen Atelier Reparatur-Arbeiten für Lederwaren an und Maßanfertigungen. Zu ihren Arbeiten zählen unter anderem Sattel, Taschen, Hundeleinen und -halsbänder.

Mittlerweile betreibt Helena Schank auf ihrer Homepage auch einen Online-Shop. „Es kommen Anfragen aus ganz Deutschland, was mich natürlich sehr freut."

Alle Arbeiten sind Einzelstücke

Ein von Helena Schank selbstgemachtes Halsband.
Ein von Helena Schank selbstgemachtes Halsband. Foto: Julia Blesgen

Am meisten macht es ihr Spaß, die individuellen Wünsche ihre Kunden umzusetzen. „Meine Arbeiten sind alles Einzelstücke, wenn jemand einen Türkisen-Gürtel mit weißen Streifen möchte, dann kriegt er ihn", erzählt die junge Frau lachend.

Ihr ist es wichtig, auf die Wünsche der Kunden einzugehen und sie entsprechend zu beraten. Weiter erzählt sie: „Gerade auch Hundehalsbände aus Leder haben eine viel bessere Qualität und scheuern nicht, das ist etwas, worüber ich meine Kunden informiere."

Im Februar 2021 möchte sie in Zusammenarbeit mit dem Kreativ.Quartier Wanne Workshops anbieten. „Ich würde mich freuen, wenn ich Menschen für das Handwerk begeistern kann", so Schank.

Damit sie das Traditionshandwerk weiterforttragen kann, hat sich Helena Schank nun auch für die Ausbildung zur Meisterin entschieden. Den ersten Kursus, die Ausbildereignungsprüfung, hat sie bereits mit Bravour bestanden. Nun stehen noch der betriebswirtschaftliche und der praktische Teil an und dann wird Herne bald um eine Handwerksmeisterin reicher sein.

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