Bezahlbarer Wohnraum gefordert

Vogt (SPD) für Offensive um Normalverdiener zu entlasten

Leere Wohnung
In Herne, aber auch ganz NRW fehlen viele Wohnungen - das muss besser werden, fordert Alexander Vogt (SPD) (Symbolbild). Foto: Pixabay

Bis zum Jahr 2024 fehlen in Nordrhein-Westfalen (NRW) rund eine Millionen Wohnungen. Schon jetzt herrscht in vielen Städten in NRW akute Wohnungsnot. Hinzu kommt: Zwischen 2000 und 2019 hat sich der Bestand an mietpreisgebundenen Wohnungen in NRW nahezu halbiert. „Drei Zimmer, Küche, Diele, Bad – das können sich in NRW immer weniger leisten“, so Alexander Vogt, Landtagsabgeordneter aus Herne, in einer Mitteilung von Montagabend (9.8.2021).

Deshalb fordern die Sozialdemokraten eine Offensive für starken und bezahlbaren Wohnungsbau, um deutlich mehr mietpreisgebundenen Wohnraum zu schaffen. „In NRW schrumpft der Wohnraum, den Normalverdienende bezahlen können. Die Mieten steigen zum Teil rasanter als die realen Einkommenszuwächse. Das hat gravierende soziale Folgen und führt zu einer finanziellen Überlastung von Haushalten mit geringen Einkommen wie Single-Haushalten, älteren Menschen, Menschen mit Behinderungen, Geringverdienern, Alleinerziehenden und Familien mit mehreren Kindern“, erklärt Vogt.

Mehr Menschen von Überlastung bei Miete betroffen

Als überlastet gilt dabei, wer mehr als 30 Prozent seines verfügbaren Haushaltseinkommens für die Miete aufwenden muss. Und davon sind in NRW immer mehr Menschen betroffen. „Das Einkommen der Menschen wird durch die Mieten geradezu aufgefressen. Einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung zufolge waren 2019 rund 47 Prozent der Herner Miethaushalte überlastet. Das ist alarmierend“, kommentiert der Herner SPD-Chef Alexander Vogt die Situation in Herne.

Alexander Vogt.
Alexander Vogt. Foto: Joshua Gerken

Aber selbst wenn alle Miethaushalte auf Wohnungen mit angemessener Größe und Preis verteilt werden würden, würden in NRW immer noch eine viel zu hohe Zahl an Wohnungen fehlen. „Wir brauchen in NRW 100.000 neue Wohnungen pro Jahr, um den bestehenden Bedarf zu decken. Sonst verschärft sich nicht nur die Wohnungsnot, sondern dann verfestigt sich in unserem Land auch die soziale Ungleichheit. Allein in Herne fehlen etwa 11.732, um die Menschen mit leistbaren und angemessenen Wohnungen versorgen zu können. Es kann nicht sein, dass die Chancen von Kinder und Jugendliche von dem Wohnviertel abhängen, in dem sie aufwachsen. Eine gerechte Wohnungspolitik ist daher Pflicht“ fordert der Herner Landtagsabgeordnete. Deshalb müsse auch der Mieterschutz wieder Vorrang in der Wohnungspolitik der Landesregierung genießen.

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