Atlas aller Orchideen NRW erschienen

Weißer Blütenstand - Anacamptis pyramidalis.
Weißer Blütenstand - Anacamptis pyramidalis. Foto: Sputnik Oy / Malla Hukkanen

Münster (lwl). Am Dienstag (10.7.2018) wurde im LWL-Museum für Naturkunde in Münster der neue Atlas über Die Orchideen Nordrhein-Westfalens der Öffentlichkeit vorgestellt. 85 ehrenamtliche Kartierer und Orchideenfreunde sowie die Textautoren kamen ins Planetarium des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), um das druckfrische Buch direkt in Empfang zu nehmen. Der Arbeitskreis Heimische Orchideen Nordrhein-Westfalen des BUND NW hat das bebilderte Buch mit Unterstützung des LWL und durch Förderung der NRW-Stiftung herausgegeben. Das 400 Seiten starke Werk im DIN-A4-Format stellt in Form von Art-Steckbriefen alle 52 seltenen Orchideenarten und -unterarten vor, die in NRW vorkommen. Alle Arten werden reich bebildert und mit Karten illustriert. ISBN 978-3-940726-56-8, Preis: 24,90 Euro. Bezugsadresse: LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Straße 285, 48161 Münster. Tel 0251.591-05, naturkundemuseum@lwl.org

Blütenstand von Ophrys apifera - Bienen-Ragwurz.
Blütenstand von Ophrys apifera - Bienen-Ragwurz. Foto: J. Holtkamp

Der Atlas fasst die Ergebnisse mehr als 15-jähriger Beobachtungen von Orchideen-Vorkommen durch 250 ehrenamtliche Helfer in ganz Nordrhein-Westfalen zusammen. „Ehrenamtliches Engagement führt nicht nur zum Erhalt artenreicher Orchideenwiesen. Auch unser Wissen darüber, wo welche Orchideen heute noch vorkommen oder wo sie früher zu finden waren, haben wir fast ausschließlich durch private Forschung“, sagte Museumsdirektor Dr. Jan Ole Kriegs.

Feuchtwiese mit Dactylorhiza majalis - Breitblättriges Knabenkraut.
Feuchtwiese mit Dactylorhiza majalis - Breitblättriges Knabenkraut. Foto: W. Kuhn

Der Atlas zeigt, wie sich der Bestand der Orchideen in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat. In tausenden Arbeitsstunden im Gelände oder bei der Recherche in den Sammlungen, wie etwa im Herbarium des LWL-Museums, haben die Mitarbeiter des Arbeitskreises Heimische Orchideen zehntausende Datensätze über die Verbreitung dieser heute seltenen Pflanzen zusammengetragen. Das Autorenteam des Arbeitskreises hat die Verbreitung der einzelnen Arten in Karten- und Textform ausgewertet. Die Fotoautoren haben dabei ihre Bilder kostenlos zur Verfügung gestellt.

Blick in den neuen Orchideen-Atlas.
Blick in den neuen Orchideen-Atlas. Foto: LWL

Kriegs: „Damit ist ein Standardwerk über die heimische Natur erschienen, welches zukünftig privaten wie beruflichen Biologen als Nachschlagwerk dienen wird. Durch seine gleichzeitig wissenschaftlich korrekt wie allgemeinverständlich geschriebenen Texte, die übersichtlichen Karten und die Fotos eignet sich das Buch hervorragend, um auch bei Laien und Naturliebhabern das Wissen über die heimischen Orchideen zu verbreiten und Menschen für eine wenig bekannte Vielfalt heimischer Natur zu begeistern.“

Bernd Margenburg vom Arbeitskreis Heimische Orchideen ergänzte bei seinem Vortag: „Der Arbeitskreis sieht seine Aufgabe in der Erforschung, dem Schutz und der Erhaltung der heimischen Orchideen-Flora. Daher soll dieser Atlas zusätzlich zu den naturinteressierten Laien, den Naturschutzverbänden, der Politik und den Behörden als Grundlage für weitere intensive Schutzbemühungen dienen.“

Die Hauptautoren des neuen Orchideen-Atlasses.
Die Hauptautoren des neuen Orchideen-Atlasses. Foto: LWL / Steinweg
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