Ansichtssache im Schollbrockhaus

Gestik und Mimik: Klaus J. Lach.
Gestik und Mimik: Klaus J. Lach. Foto: Pitt Herrmann

Die Inspirierten nennen sich acht ehemalige Kunststudenten der Meisterklasse von Professor Dr. Piotr Sonnewend am Wattenscheider Institut für bildende Kunst und Kunsttherapie, die dort zwischen 2009 und 2015 ausgebildet worden sind und sich vor zwei Jahren zu einer offenen Künstlergruppe zusammengeschlossen haben, um sich auch weiterhin austauschen und Gemeinschaftsprojekte realisieren zu können. Den Anfang machte 2018 die Ausstellung Sieben Todsünden im Schollbrockhaus: Herne liegt ziemlich zentral, denn die Inspirierten leben heute in Schwerte, Bochum, Duisburg. Bottrop, Kirchhellen, Gelsenkirchen und Dorsten.

Nun zeigen sieben von ihnen mit Ansichtssachen ganz persönliche Sichtweisen auf die sie umgebende Welt am gleichen Ort, der alten Mühle im Strünkeder Schlosspark: Waren im vergangenen Jahr auch Grafiken und Plastiken zu sehen, so liegt der Schwerpunkt heuer auf Acryl- und Ölmalerei, wobei Mickey Bremshey im Obergeschoss eine eindrucksvolle Installation beisteuert: In der Art des Action Painting eines Jackson Pollock hat er großformatige Leinwände mit fluoreszierender Farbe bespritzt. Pointilistisch leuchten die Punkte nun im Schein einer Blaulicht-Lampe im abgedunkelten Raum.

Licht des Meeres: Andrea Hamann.
Licht des Meeres: Andrea Hamann. Foto: Pitt Herrmann

Der Gelsenkirchener Klaus J. Lach hat sich der menschlichen Gestik und Mimik verschrieben. Aus dem Dunkel des Hintergrundes heraus schälen sich realistisch gemalte Menschen ganz unterschiedlicher Gemütslagen heraus. Es sind kleine Geschichten, die sich aus dem Dargestellten imaginieren lassen im Kopf des Betrachters. Der ist auch bei den gegenständlichen Stillleben der Dorstenerin Barbara Schwarz gefordert: Kleidungsstücke stehen für sich. Und rufen wie im Aufgang zum Obergeschoss, wo ein Taufkleid neben einem Totenkleid hängt, auch konkrete Assoziationen hervor.

Andrea Hamann aus Kirchhellen hat lange am Meer gelebt und widmet sich abstrakten nordischen Landschaften mit realistischen Elementen. Auf der einen Seite impressionistische Seestücke, die die unendliche Weite und vor allem das Licht des Meeres einfangen, auf der anderen ein an Caspar David Friedrich erinnerndes Motiv. Und gleich am Eingang großflächige Landschaften von Petra Wittmund sowie eine aus knapp 1.300 kleinen Quadraten gebildete Patchwork-Wand.

Fotorealistisch: Barbara Schwarz.
Fotorealistisch: Barbara Schwarz. Foto: Pitt Herrmann

„Inspiration“ im Kunstverein Schollbrockhaus, Karl-Brandt-Weg 1: geöffnet Sonntag, 29. September, Donnerstag, 3. Oktober, Samstag, 5. Oktober und abschließend Sonntag, 6. Oktober 2019 jeweils zwischen 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist im Gegensatz zu den Häusern des Emschertalmuseums im Schlosspark Strünkede frei.

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  • Sonntag, 29. September 2019, von 15 bis 18 Uhr
  • Donnerstag, 03. Oktober 2019, von 15 bis 18 Uhr
  • Samstag, 05. Oktober 2019, von 15 bis 18 Uhr
  • Sonntag, 06. Oktober 2019, von 15 bis 18 Uhr
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