44.000 Euro für den Pest-Katalog

NRW-Stiftung unterstützt Förderverein des LWL-Museums

Der Schwarze Tod war im Mittelalter ein gefürchteter Gast. Seit dem ersten Ausbruch der Pest 1349/50 wurden die Städte im Rheinland und in Westfalen von dieser und anderen verheerenden Seuchen heimgesucht.
Pestarzt. Foto: LWL-Museum

In der Sonderausstellung Pest! dreht es sich ab September 2019 im LWL-Museum für Archäologie in Herne um die gleichnamige Seuche und ihre Folgen (halloherne berichtete). Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung unterstützt den Förderverein des Museums bei der Erstellung des Katalogs zur Ausstellung mit bis zu 44.000 Euro. Das beschloss der Vorstand der NRW-Stiftung unter Vorsitz des früheren NRW-Umweltministers und Landtagspräsidenten Eckhard Uhlenberg bereits am Samstag (9.2.2019). Vor 125 Jahren identifizierte der Arzt Alexandre Émile Jean Yersin den Pest-Erreger. Dies nimmt das Museum für Archäologie zum Anlass, von September 2019 bis Mai 2020 die Geschichte der Pest in einer Sonderausstellung zu beleuchten. Denn die Seuche begleitete die Menschheit durch alle Epochen ihrer Geschichte. Rund um den Globus forderte sie Millionen von Opfern und führte dadurch zu tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft — auch in Westfalen.

Mit Pestwarnzetteln wurden im 17. Jahrhundert die Häuser gekennzeichnet, deren Bewohner an der Pest erkrankt waren.
Pestwarnzettelnim 17. Jahrhundert. Foto: Stadtarchiv Duderstadt

Die Mitte des 14. Jahrhunderts von Italien ausgehende Pest-Epidemie war eine der folgenreichsten Ereignisse des Mittelalters und gilt als das größte Seuchenereignis der Geschichte. Der schwarze Tod verwüstete in Europa ganze Landstriche, galt als weltweite Katastrophe. Der Gesamtblick der Ausstellung Pest! auf das Thema ist entsprechend global. Durch Exponate aus der Region wollen die Ausstellungsmacher aus Herne die Seuche und ihre Verflechtungen mit der Geschichte Westfalens erfahrbar machen: unter anderem durch eine spätgotische Rochus-Statue, der als Schutzheiliger der Pestkranken gilt, Münsteraner Münzfunde aus der Pestzeit und Exponate vom zwischen Brilon und Paderborn gelegenen Pestfriedhof Leiberg. Interaktive und museumspädagogische Angebote für alle Schul- und Altersklassen ergänzen das Ausstellungs-Programm. Der mehr als 600 Seiten starke Katalog zur Sonderausstellung, der von der Nordrhein-Westfalen-Stiftung finanziert wird, zeigt und erläutert unter anderem die Exponate der Sonderausstellung aus NRW. Darüber hinaus drehen sich Katalog-Beiträge beispielsweise um das Pestpogrom in Köln aus dem Jahr 1349 und die mittelalterlich-jüdische Grabsteine in der Burg Hülchrath.

Libelle vor der Sonne.
Libelle vor der Sonne. Foto: Ingrid Rösener

In Herne finanzierte die NRW-Stiftung bereits die Wanderausstellung Jäger mit gläsernen Schwingen des NABU-Stadtverbands, die auf die Schönheit, aber auch auf die Gefährdung der Libellen und ihrer Lebensräume in NRW aufmerksam macht. Außerdem unterstützte die NRW-Stiftung den Erin-Förder-Turm-Verein bei der Restaurierung des Förderturms und der Maschinenhalle der Zeche Teutoburgia. Aktuell unterstützt sie die Biologische Station Östliches Ruhrgebiet bei ihrem Projekt Wildnis für Kinder (halloherne berichtete). Insgesamt konnte die Nordrhein-Westfalen-Stiftung seit ihrer Gründung 1986 rund 3.000 Natur- und Kulturprojekte mit insgesamt etwa 265 Mio. Euro fördern. Das Geld dafür erhält sie überwiegend vom Land NRW aus Lotterieerträgen von Westlotto, zunehmend aber auch aus Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins und Spenden.

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