30 Jahre SV Zeppelin Herne

Schachverein im Wandel der Zeit

v.l. Reiner Heard (Mannschaftsführer) Achim Raasch (Spielleiter) und Nikilaus von Blumenthal beim Training. Schachverein SV Zeppelin Herne.
v.l. Reiner Heard (Mannschaftsführer) Achim Raasch (Spielleiter) und Nikilaus von Blumenthal beim Training. Foto: SV Zeppelin

Alles begann mit der Gründung des Arbeitslosenzentrums Zeppelin im Jahre 1987. Hier stellte damals die Kirchengemeinde Wanne-Süd ihren, zur Sporthalle umfunktionierten, Gemeindesaal zur Verfügung, um Arbeitslosen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu ermöglichen. Hobbymäßig wurden in der Folgezeit Billard, Fußball, Tischtennis und eben auch Schach gespielt. Zum Ruhrgebiet passend gaben sich die Hobbyspieler den Namen ASV Maloche (Arbeitslosensportverein Maloche).

Namensgebungen

v.l. Erich Leichner (1. Vorsitzender) und Achim Raasch bei der Sportgala 2019. Dort wurde Raasch für sein langjähriges Engagement für den SV Zeppelin die Sonderplakette der Stadt Herne überreicht.
v.l. Erich Leichner (1. Vorsitzender) und Achim Raasch bei der Sportgala 2019. Dort wurde Raasch für sein langjähriges Engagement für den SV Zeppelin die Sonderplakette der Stadt Herne überreicht. Foto: SV Zeppelin

Als einige schachspielende DDR-Übersiedler und Flüchtlinge aus Russland und den Balkanstatten verstärkt das Angebot nutzten, wurde beschlossen eine Vereinsstruktur aufzubauen und am 13. März 1990 wurde der Verein unter dem Namen ASV Zeppelin e.V. gegründet. Namensgebend hierfür war das “Zeppelinzentrum” genannte Arbeitslosenzentrum in der Zeppelinstraße. Als 1993 alle Spieler der Schachfreunde Neu-Herne dem Verein beitraten, bekam er den Bandwurmnamen ASV Zeppelin Neu-Herne e.V. In der Folgezeit spielten die Zeppeliner mit bis zu 5 Mannschaften.

Sportliche Erfolge

Jahresabschluss-Tunier beim Schachverein SV Zeppelin.
Bei einem Jahresabschluss-Turnier. Foto: Veranstalter

Die sportlichen Erfolge des Vereins in den 90-Jahren konnte man als einmalig in der Geschichte des Deutschen Schachsports bezeichnen. 1990 in der Kreisklasse gestartet, holte die erste Mannschaft 10 Jahre später den Meistertitel der 2. Bundesliga und sicherte sich somit einen Platz in der Königsklasse. Neben etlichen überregionalen Erfolgen wie zum Beispiel dem Gewinn der NRW-Meisterschaft und des NRW – Viererpokals, sowie einem 5. Platz beim Deutschen Viererpokal, konnte sich die Erfolgsbilanz der Zeppeliner sehen lassen. Bis zum Jahre 2000 stieg man mit fast allen Mannschaften mehrfach auf und kein einziges Mal ab, man gewann Mannschaftsmeisterschaften auf der Bezirksebene und stellte einmal im Einzel den NRW-Meister und mehrfach den Stadt- und Bezirksmeister, auch im Jugendbereich.

Da dem Verein die finanzielle Unterstützung fehlte und einige Spieler mittlerweile einen festen Arbeitsplatz in verschiedenen Regionen Deutschlands fanden, konnte die 1. Mannschaft ihren wohlverdienten Platz in der 1. Bundesliga nicht einnehmen. Aus diesem Grund und der daraus entstandenen sportlichen Perspektivlosigkeit wechselten einige spielstarke Mitglieder den Verein.

Der Verein heute

Zeppeliner Schachcafé.
Zeppeliner Schachcafé. Foto: Livia Leichner

Es ist auch den heute noch aktiven Mitglieder Erich Leichner, Nikolaus von Blumenthal und Achim Raasch zu verdanken, dass der Verein auch weiterhin existiert. Unter dem heutigen Namen SV Zeppelin Herne nahm man ab dem Jahr 2000 mit einer oder zwei Mannschaften am Spielbetrieb auf Verbands- oder Bezirksebene teil. Vor fünf Jahren bekamen die Zeppeliner noch einmal Zulauf, als sich der langjährige Traditionsschachverein SV Constantin Herne in seinem 75. Bestehungsjahr Weise auflöste. „Für uns war es ein Glücksfall, dass die Constantiner zu uns kamen,“ so der langjährige Vorsitzende Erich Leichner „allerdings ist die Entwicklung im Schachvereinssport doch eher besorgniserregend. Mittlerweile gibt es in Herne nur noch 3 Schachvereine mit 120-150 Spielerinnen und Spielern, wobei wir Zeppeliner der kleinste Verein sind.“

Corona bedingt ist die Schachsaison 2019/2020 derzeitig seit März unterbrochen. Wie es weitergeht ist noch völlig offen, vom Saisonabbruch bis zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist noch alles denkbar. Einen Spieltag vor Schluss stehen die Zeppeliner in der Bezirksklasse auf dem 2. Tabellenplatz.

Spielort und Feier

Am 31. Juli 2020 soll nun die im März ausgefallene Jahreshauptversammlung nachgeholt werden. An diesem Tag soll es auch eine kleine 30-Jahr-Feier stattfinden und über die unterbrochene alte sowie die neue Saison gesprochen werden. Außerdem muss überlegt werden, wo der Trainings- und Spielbetrieb zukünftig stattfinden kann, da der bisherige Spielort, das AWO-Seniorenheim an der Kronenstraße, pandemiebedingt seit März nicht mehr zur Verfügung steht. Derzeitig nutzen die Zeppeliner freitags ab 19 Uhr die Räume der GFI im Kulturhaus „0“ an der Overwegstraße 32.

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