25 Jahre Schengen-Abkommen

Stellungnahme Europa-Union Kreisverband Herne

Frank Heu.
Frank Heu. Foto: Tobias Kruse

Der Vorsitzende des Europa-Union Kreisverbandes Herne, Frank Heu, nimmt wie folgt Stellung zum 25. Jahrestages des Schengen-Abkommens am Donnerstag, 26. März 2020:

„Am 26. März 1995 trat der Schengen-Vertrag in Kraft. Die Kontrollen an den innereuropäischen Grenzen der Vertragsstaaten entfielen. Was damals mit den Benelux-Staaten, Deutschland und Frankreich sowie Spanien und Portugal begann, ist nichts anderes als eine weltweit einzigartige Erfolgsgeschichte. Eine ganze Generation junger Europäer ist innerhalb dieses für sie offenen Europas groß geworden. Zahlreiche weitere EU-Staaten sind im Laufe der Zeit hinzugekommen.

Schengen hat die Menschen mehr miteinander verbunden als mancher europäische Fördertopf. Schengen hat Europa als Heimat erlebbar gemacht. Die Corona-Seuche habe zwar zu Grenzkontrollen und teilweise auch zu Grenzschließungen geführt. Diese Grenzschließungen können aber nur vorübergehend sein und bringen nicht viel im Kampf gegen das Corona-Virus. Gerade für die Bekämpfung des Virus ist die Europäische Zusammenarbeit unverzichtbar. Mit nationaler Abschottung geht das nicht. Sich an die Anfänge der europäischen Reisefreiheit zu erinnern, die Mitte der 1980er Jahre mit einem deutsch-französischen Abkommen begann, bedeute nicht, heutige Probleme auszublenden. Gegenwärtig gibt es viel Irrationalität, chauvinistisches Gerede und die echte Gefahr eines Rückfalls in alte, längst überwunden geglaubte Zeiten.

Bürgerschaftliches Engagement wie das der Europa-Union stehe klar gegen diese nationalistischen Tendenzen. Eine nationalistische Alternative darf es für unser Land in Europa niemals wiedergeben. Dafür stehen wir mit unserem Engagement ein. Mit Sorge sieht die Europa-Union Deutschland, dass Europa zur Festung werde. Einige wollen an den EU-Außengrenzen undurchlässige Mauern hochziehen. Die Europa-Union fordere hingegen eine gemeinsame Asyl- und Migrationspolitik. Menschenrechte dürfen nicht mit Verweis auf unsere Reisefreiheit im Inneren aufgegeben werden.“

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