Ultraläufer Torsten Witte hat die 'TorTour de Ruhr' überstanden
230 Km Hitzeschlacht und 500 Euro Spenden
Er hat es geschafft: Torsten Witte hat am Samstag und Sonntag (23./24.5.2026) den Ultramarathon „TorTour de Ruhr“ (halloherne berichtete) erfolgreich absolviert. Sagenhafte 230 Kilometer absolvierte er zu Fuß in genau 35 Stunden, 36 Minuten und 48 Sekunden. Ganz nebenbei musste er sich dabei einer regelrechten Hitzeschlacht stellen und sammelte auch noch Spenden für den guten Zweck.
Los ging es in Winterberg im Sauerland an der Ruhrquelle, das Ziel lag in Duisburg an der Rheinorange, einer Skulptur an der Mündung der Ruhr in den Rhein bei Rheinkilometer 780. Diese musste für den finalen Zieleinlauf auch berührt werden. 37 Stunden hatten Witte und die übrigen Ultraläufer maximal Zeit, dabei mussten sie aber auch schon Zwischenziele in einer vorgegebenen Zeit erreichen.
Mehr als eine sportliche Herausforderung
„Nach den rund 35,5 Stunden durfte ich schließlich das Ziel erreichen und das begehrte orange Ding in die Arme schließen. Dieses Finish mag offiziell hinter meinem Namen stehen, aber es gehört genauso meinem Team und meinen Unterstützern wie mir“, erläutert der passionierte Läufer. „Mit der ganzen Unterstützung wurde aus meinem Lauf mehr als nur eine sportliche Herausforderung. Jeder Kilometer hatte einen zusätzlichen Sinn, denn dank der Spenden wird nun auch etwas Gutes bewegt.“
Spender konnten selbst wählen, ob sie beispielsweise fünf Cent oder zwei Euro pro gelaufenen Kilometer der muTiger-Stiftung zugute kommen lassen. „500 Euro sind bis jetzt zusammengekommen“, berichtet Witte stolz im Gespräch mit halloherne mit Stand von Montag (8.6.2026). Wer noch etwas für den guten Zweck hinzufügen möchte, findet alle wichtigen Daten auf der Homepage.
Großer Dank an die Begleitcrew
Einen ganz besonderen Dank spricht er seiner Crew und seiner Fahrradbegleitung aus. „Während ich 'nur' laufen musste, haben sie organisiert, geplant, versorgt, motiviert und dafür gesorgt, dass ich mich voll auf die Strecke konzentrieren konnte. Sie waren zur Stelle, wenn Getränke, Essen oder ein aufmunterndes Wort gebraucht wurden. Und wenn die Hitze und die vielen Kilometer ihren Tribut forderten, haben sie mich nicht getragen – aber manchmal durchaus dabei geholfen, wieder aus dem Stuhl hochzukommen“, blickt er zurück.
Vor allem die Fahrradbegleitung war jede Minute und Stunde, die ganzen 230 Kilometer, an Wittes Seite - eine Hilfe, die er sehr brauchte. Dabei machte ihm die Hitze am meisten zu schaffen. „Das war definitiv der schlimmste Part. Gefühlt gab es auf der gesamten Strecke keinen Schatten, und man wusste genau, dass es am zweiten Tag temperaturtechnisch nicht besser wird“, so der 45-Jährige weiter. Sehr gefreut habe ihn die vielen Besucher an der Strecke, die ihn angefeuert haben. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet, umso mehr habe ich mich gefreut.“
Das Ziel quasi vor Augen
Für ihn aber der beste Moment: „Der Augenblick, als uns rechnerisch klar war: Wir haben das Ding im Sack!“ Gefolgt vom Zieleinlauf, bei dem er endlich alle Strapazen ablegen konnte.
Eine Wiederholung wird es auf dieser Strecke zumindest nicht mehr geben, die Veranstalter haben angekündigt, dass die zehnte Auflage die letzte war. „Es war eine einzigartige Veranstaltung. Eine Veranstaltung, die weit mehr war als ein Ultralauf. Sie war Treffpunkt, Herausforderung, Freundschaft, Leidensgemeinschaft und für viele von uns ein Stück Heimat“, spricht er für alle Teilnehmer, die in ihrer Gemeinschaft wie eine große Familie sind, obwohl sie eigentlich Konkurrenten sind.
Stine Rex aus Dänemark siegt in 26,5 Stunden
Übrigens: Erste im Ziel war mit Stine Rex aus Dänemark eine Frau, die für die 230 Kilometer „nur“ 26 Stunden, 38 Minuten und fünf Sekunden gebraucht hat - das sind umgerechnet 8,68 Km/h ohne jegliche Pausen. Rex ist eine der führenden dänischen Ultraläuferinnen und hat schon einige Weltrekorde aufgestellt. 51 „TorTour de Ruhr“-Teilnehmer blieben unter der Maximalzeit von 37 Stunden, insgesamt nur fünf Läufer kamen unter 30 Stunden ins Ziel. 112 Läufer gingen über die große Distanz an den Start.