Torsten Witte nimmt an der harten 'TorTour de Ruhr' teil
230 Km laufen und quälen für den guten Zweck
Er läuft gerne und viel, sehr viel sogar. Der Herner Torsten Witte geht am Samstag und Sonntag, 23. und 24. Mai 2026, bei der „TorTour de Ruhr“ beim Ultramarathon an den Start. Satte 230 Kilometer will er zu Fuß absolvieren und dafür haben er und die übrigen Teilnehmer gerade einmal 37 Stunden Zeit. Da sind Qualen vorprogrammiert. Dennoch möchte er sein Hobby noch mit dem guten Zweck verbinden: Er sammelt für jeden gelaufenen Kilometer Spenden.
Die diesjährige „TorTour de Ruhr“ startet in Winterberg im Sauerland an der Ruhrquelle und führt bis Duisburg zur Rheinorange, einer Skulptur an der Mündung der Ruhr in den Rhein bei Rheinkilometer 780. Diese muss für den finalen Zieleinlauf auch berührt werden. „Ich war beim vergangenen Mal schon dabei, bin aber nach der sogenannten Cut-Off-Zeit, also der maximalen Zeit, ins Ziel gekommen. Dieses Mal möchte ich es besser machen und im besten Fall auch nicht die ganze Zeit ausreizen“, schildert der passionierte Läufer im halloherne-Gespräch.
Nur noch 37 statt 39 Stunden Zeit
Die Veranstalter haben für die kommende zehnte Ausgabe des Ultramarathons in NRW, die übrigens die letzte sein wird, die maximale Zeit von 39 auf 37 Stunden herunter geschraubt, es wird also noch anstrengender. „Zudem muss man schon 28 Kilometer in dreieinhalb Stunden schaffen für den ersten Cut. Daher bleibt kaum Zeit für Pausen, im Grunde läuft man durch“, erklärt der 45-Jährige.
Für ihn aber nichts Besonderes: 320 Kilometer inklusive 17.000 Höhenmetern hat er schon mal geschafft. Im Training sind es regelmäßig mal 70 oder 100 Kilometer am Stück. „Ich weiß daher, dass es funktionieren kann“, sagt Witte. „Außer kleineren Pausen ist nicht viel drin. Gegessen wird auch schon mal unterwegs.“ Dann zum Beispiel Nudeln oder, wenn es irgendwann besonders nötig ist, auch mal Haferschleim. „Wichtig sind auch Cola und Kaffee, um wachzubleiben.“
Ein Crew zur Unterstützung ist Pflicht, einfach anmelden geht nicht
Damit das klappt, hat er seine Crew mit dabei. Er wird auf einem Fahrrad begleitet - das ist übrigens Pflicht. Herbert Brünsch übernimmt das. Martin Brinkhoff und Marina Brinkhoff sorgen für Verpflegung und helfen bei der Orga. „Ebenso wie ein Team muss man für den Ultramarathon Leistungen vorweisen können und gesundheitliche Voraussetzungen erfüllen. Man kann sich nicht einfach anmelden, man wird eingeladen oder empfohlen“, erklärt der Hochleistungssportler vom Team Camerone. Über die große Distanz sind laut Onlineübersicht 122 Teilnehmer angemeldet, insgesamt 395.
Die Veranstalter bieten auch noch einen 100-Meilen-Lauf (160,9 Kilometer) sowie einen „Bambinilauf“ mit der „Anfängerdistanz“ von „nur“ 100 Kilometern an - mit einem Augenzwinkern versteht sich.
Beim ersten 10-Km-Lauf große Probleme gehabt
Ein Anfänger war Torsten Witte auch mal. „Meine Begeisterung hat vor rund 15 Jahren angefangen. Damals habe ich an einem 10-Kilometer-Lauf teilgenommen und bin auf Deutsch gesagt fast abgekackt“, erinnert er sich und lacht dabei. „Irgendwann stand dann der erste 24-Stunden-Lauf an.“
Um nicht nur für sich zu laufen, sondern auch einen besonderen Zweck zu erfüllen, hat er sich eine Spendenaktion überlegt. Über die Homepage km-fuer-einen-guten-zweck.de informiert er darüber. „Jeder, der möchte, kann für jeden gelaufenen Kilometer einen beliebigen Betrag spenden, zum Beispiel fünf Cent oder zwei Euro. Schaffe ich die 230 Kilometer, kommen so beispielsweise 11,50 Euro oder 460 Euro zusammen“, erläutert Torsten Witte die geplante Aktion. Schafft er nicht die volle Distanz, gibt es entsprechend weniger.
Unterstützung für die 'muTiger-Stiftung'
Das gesammelte Geld möchte er an die „muTiger-Stiftung“ verteilen. Die Stiftung zeigt in Praxis-Kursen, wie Zivilcourage im Alltag funktioniert – ganz ohne dass man den großen Helden spielen muss. Sie zeigt mit praktischen Tipps, wie man clever und sicher hilft. „Ich helfe da selbst mit, das ist eine richtig gute Aktion“, weiß Witte.
Zurück zum Ultramarathon. Die Ergebnisse werden transparent veröffentlicht, niemand kann schummeln. „Einmal bin ich sogar schon acht Kilometer zu viel gelaufen, daher muss man gut aufpassen und auch im Dunkeln die richtige Strecke finden“, erinnert sich der Läufer. Updates vom Lauf zwischendurch gibt es unter anderem über den Mastodon-Account und weitere Profile. Ab 8 Uhr geht es los.
Kontakt zu Torsten Witte für mögliche Spenden kann man per Mail an oder per Tel unter 015678-519352 aufnehmen.
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- Sonntag, 24. Mai 2026