1.500 Euro für medizinische Hilfe

Hilfe für Wohnungslose

v.l. Martina Vössing, Marie-Claire Vössing und aus der Geschäftsführung des Bochumer Vereins für medizinische Versorgung Bedürftiger, Jutta Niederkinkhaus.
v.l. Martina Vössing, Marie-Claire Vössing und aus der Geschäftsführung des Bochumer Vereins für medizinische Versorgung Bedürftiger, Jutta Niederkinkhaus. Foto: Carola Quickels

Marie-Claire und Martina Vössing haben es wieder getan - Geld gesammelt für die gute Sache. Mutter und Tochter Vössing betreiben seit 2004 gemeinsam das Geschäft Wein & Spezialitäten in der Behrensstraße 9 und sammeln zur Weihnachtszeit Geld, das sie anschließend an Institutionen weiterleiten, die sich für Bedürftige in unserer Gesellschaft einsetzen. In diesem Jahr geht das Geld an den Bochumer Verein Aufsuchende Medizinische Hilfe für Wohnungslose Bochum. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen, die auf Grund ihrer sozialen Situation kaum medizinische Hilfe in Anspruch nehmen können, zu einer medizinischen Grundversorgung zu verhelfen.

Martina Vössing erklärt im halloherne-Gespräch: „Da es in diesem Jahr völlig unklar ist ob und wie wir in der Weihnachtszeit unserer Kunden bedienen können, haben wir die Sammlung etwas anders gestaltet und auch vorverlegt. Seit der Pandemie verkaufen wir FFP2-Masken zum Selbstkostenpreis mit der Auflage, dass jeder Käufer einen Euro in die Spendenbox gibt.“ So sind insgesamt 1.300 Euro zusammen gekommen, die von den beiden Geschäftsfrauen auf 1.500 aufgerundet wurden.

Auf den Bochumer Verein, wurden die beiden durch Kunden aufmerksam gemacht. Martina Vössing: „Daraufhin habe ich mir die Internet-Seite des Vereins angeschaut." Zu Anfang hätten sie schon etwas gezweifelt, da es ja nichts mit Herne zu tun hat. „Überzeugt hat uns dann, dass der Verein so aufgestellt ist, dass wirklich jeder zu denen kommen kann - egal aus welcher Stadt.“

Jutta Niederkinkhaus, aus der Geschäftsführung des Vereins, nahm am Freitag (20.11.2020) im Spezialitäten-Geschäft das Geld entgegen und erzählte ein wenig von der Arbeit des Vereins, der sich alleine über Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert und dadurch die Kosten für Arzneimittel, Verbandsmittel, Grippeimpfungen und sonstige Behandlungen übernimmt: „Zu uns kommen Menschen, die wohnungslos und/oder bedürftig sind. Sie alle erhalten eine unbürokratische medizinische Erstversorgung. Ermöglicht wird das auch durch sechs Ärzte und vier Krankenschwestern, die uns ehrenamtlich zur Seite stehen. Dank ihnen können sich die Hilfesuchenden auf feste Sprechstunden verlassen."

Das Leid der Menschen ist groß. Groß sind aber auch die Unterschiede der Klientel. „Zu uns kommen Menschen aller Altersschichten, Wohnungslose und Menschen mit geringem Einkommen. Wir haben zum Beispiel einen älteren Herrn, der bekommt 900 Euro Rente und ist seit Jahren nicht versichert. Der Mann hat sein Leben lang als Selbstständiger gearbeitet. Jetzt im Rentenalter kann er die Beiträge nicht mehr zahlen und keine gesetzliche Krankenversicherung nimmt ihn auf - wir haben alles probiert. Als Entgegenkommen hat man ihm angeboten, er könne sich ja zum Basistarif versichern lassen, das würde nur 740 Euro im Monat kosten.“

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