Stadt verkauft Anteile an Akademie Mont-Cenis

Rat beschließt Veräußerung an BLB NRW zum Jahresende 2022

Eine Tour durch Herne
Die Stadt verkauft ihre Anteile an der Akademie Mont-Cenis. Foto: Björn Koch

Mit Wirkung zum Jahresende 2022 hat die Stadt Herne ihre Anteile an der Akademie Mont-Cenis an den Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) veräußert, teilte die Stadt am Mittwoch (6.7.2022) mit. Der Rat der Stadt Herne hatte den nun vollzogenen Verkauf in seiner Sitzung am Dienstag (21.6.2022) beschlossen.

Entsprechend der Nutzungsschwerpunkte haben der BLB NRW bislang 81 Prozent und die Stadt Herne 19 Prozent der Eigentumsanteile gehalten. In Folge des wachsenden Raumbedarfs der Akademie hat die Stadt Herne in der Vergangenheit bereits sukzessive von ihr genutzte Flächen an die Fortbildungsakademie vermietet und den Gebrauch für eigene Zwecke reduziert.

Erheblicher Sanierungsbedarf zeichnet sich ab

Nach mehr als 20 Jahren intensiven Betriebs als Fortbildungsakademie, aber auch als Verwaltungsstandort, Tagungsort für Sitzungen und Veranstaltungen wie für kulturelle Zwecke, zeichnet sich jetzt ab, dass erheblicher Sanierungsbedarf an der Immobilie besteht. Am aufwändigsten ist dabei die gläserne Außenhaut, in die im Dachbereich die zum Errichtungszeitpunkt weltgrößte Photovoltaikanlage integriert ist.

Als eine wesentliche Voraussetzung für die Sanierung hat das NRW-Innenministerium als Bekenntnis zur Immobilie und zum Standort landesintern den Mietvertrag mit dem BLB NRW langfristig verlängert. Die angespannte Haushaltssituation der Stadt Herne eröffnet allerdings keine Möglichkeit, sich anteilsgerecht an dem Sanierungsaufwand zu beteiligen. Da aber die Eigentümervereinbarung zwischen BLB NRW und Stadt vorsieht, dass Entscheidungen einstimmig zu treffen sind, hat die Stadt Herne jetzt ihre Anteile an der Immobilie mit Wirkung zum Jahreswechsel 2022/2023 an den BLB NRW verkauft und wird die städtischen Nutzungen bis zum Jahresende an andere Standorte verlagern. Stadtdirektor Dr. Hans Werner Klee erklärt dazu: „Mit der Veräußerung der städtischen Anteile machen wir jetzt den Weg frei für den langfristigen Erhalt und die Sanierung dieses stadtbildprägenden städtebaulichen Highlights.“

Städtischen Aktivitäten werden in die Aula der Gesamtschule Mont-Cenis verlagert

Der noch in der Akademie beheimatete städtische Allgemeine Soziale Dienst des Fachbereichs Kinder-Jugend-Familie wird bis zum Jahresende neue Räume an der Mont-Cenis-Straße zentral in Sodingen beziehen. Die städtischen Aktivitäten, für die der Bürgersaal genutzt wird, können mittelfristig in die sanierte Aula der Gesamtschule Mont-Cenis verlagert werden. Die Möglichkeiten der weiteren öffentlichen Zugänglichkeit der Akademie wird die Stadt jetzt mit dem Innenministerium klären.

Die Akademie Mont-Cenis haben das Land Nordrhein-Westfalen und Stadt Herne zwischen 1992 und 2000 auf dem Gelände der ehemaligen Zechen Mont-Cenis I/III in Herne-Sodingen gebaut. Sie wird seither in weiten Teilen als Fortbildungsakademie des NRW-Innenministeriums genutzt. Das architektonische Highlight ist gleichermaßen Experimentalbau, Landmarke für den Strukturwandel im Ruhrgebiet und mit ihrem Umfeld Beispiel für gelungene Quartiersentwicklung.

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