DLRG zieht Bilanz für 2020

Deutlich weniger Schwimmprüfungen, aber viel Wachdienst am Kanal

DLRG-Wacheröffnung auf dem Rhein-Herne-Kanal.
Auf dem Rhein-Herne-Kanal hatte die DLRG trotz Corona viel zu tun (Archivbild). Foto: Robert Freise

Schwimmen gehen in Bädern ist seit Beginn der Corona-Pandemie oft schwierig oder gar nicht erst möglich gewesen. Daher weicht der ein oder andere gerne mal auf den Rhein-Herne-Kanal aus, um da ins kühle Nass zu springen. Doch das ist nicht immer ganz ungefährlich, daher überwacht die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) die Schwimmer und greift, wenn es nötig ist, helfend ein.

Die halloherne-Redaktion fragte bei Dirk Bielefeld, Bezirksleiter der DLRG Herne/Wanne-Eickel, nach, wie das erste Pandemie-Jahr aus badetechnischer Sicht abgelaufen ist. Das Wichtigste vorweg: Glücklicherweise gab es 2020 keinen Badetoten in Herne und Wanne-Eickel zu beklagen.

„Wir haben trotz Corona 935 Stunden Wachdienst am Kanal absolviert, da viele dorthin ausgewichen sind. Wir kennen auch die Stellen, die immer mal wieder genutzt werden und passen auf, dass nichts passiert“, erläutert Bielefeld. Allein 550 Stunden hätte es noch Ausbildung zum Wachdienst gegeben, damit weiter dort Sicherheit gewährleistet ist.

„Es war für uns ein schwieriges Jahr und wenn die Pandemie einigermaßen überstanden ist, werden wir wohl deutlich weniger Mitglieder haben“, sagt Dirk Bielefeld. Hinzu kam durch die wenigen Möglichkeiten, dass die Ortsgruppe Herne keine Schwimmprüfungen abhalten konnte. In Wanne hätte es rund 500 Stunden Arbeitsaufwand im Wasser gegeben, doch im Vorjahr waren das noch 3.900 Stunden.

Nur noch 84 Seepferdchen

Außerdem wurden nur 84 Seepferdchen-Prüfungen abgehalten, 2019 waren es noch 317. Die Schwimmabzeichen in Gold sanken von 45 auf zwölf. Die Rettungsschwimmpässe in Wanne-Eickel für Gold wären von 20 auf null gefallen. Und die Ausbildungsstunden für Rettungsschwimmer sanken von 803 (2019) auf 162 (2020).

Jedoch sagt der Bezirksleiter auch, dass mit den Lockerungen nun nicht alles sofort wieder von null auf hundert starten könnte. „Wenn wir im Südpool eine Bahn bekommen, die können wir mit fünf Kindern nutzen. Das bringt nichts“, so Bielefeld. Erschwerend käme hinzu, dass die Kleinschwimmhalle am Otto-Hahn-Gymnasium nicht nutzbar wäre.

DLRG Schmubi.
Die DLRG Herne/Wanne-Eickel verzeichnete einen starken Rückgang bei Schwimmprüfungen. Foto: Rüdiger Ungebauer

Der Wachdienst am Kanal laufe nun seit Mai 2021 bereits wieder, um den Badeleuten bei Bedarf helfen zu können. „Für Wanne sieht es im Jahr 2021 etwas besser aus, Herne läuft mit den Möglichkeiten auf Sparflamme“, sagt der Bezirksleiter.

Bundesweit hat die DLRG nach eigenen Angaben 901 Personen oft in letzter Minute vor dem Tod bewahrt, bei 28 Einsätzen habe sogar Gefahr für das eigene Leben bestanden. Insgesamt hätte es rund 24.700 Einsätze gegeben. 41.000 Retter hat die DLRG eingesetzt, die auf ehrenamtlicher Basis rund zwei Millionen Wachstunden geleistet haben, welche jedoch um ein Drittel rückläufig waren. Rund 23.400 Schwimmprüfungen wurden abgenommen, 2019 waren es noch 92.900.

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