Suchtberatung rettet Leben

Beratungsstellen in Zeiten von Corona wichtiger denn je

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Die JKD ist auch während Corona voll im Einsatz. Foto: Privat

Aufgrund der Corona-Pandemie gehen viele Menschen psychisch an ihre Grenzen - vor allem auch diejenigen, die an einer Suchterkrankung leiden. Durch den Lockdown und die vielen Beschränkungen fällt es oft schwer, persönliche soziale Kontakte aufrechtzuerhalten. Ebenso fallen zur Zeit feste Alltagsroutinen durch Arbeit oder sportliche Aktivitäten weg. Dazu kommen eventuell noch finanzielle oder gesundheitliche Sorgen.

Kristin Pfotenhauer. jkd
Geschäftsführerin Kristin Pfotenhauer: 'Suchtberatung ist systemrelevant.' Foto: Privat

Das bedeutet viel Arbeit für die Mitarbeiter von Suchtberatungsstellen. So auch für die Mitarbeiter der Jugend-,Konflikt- und Drogenberatung (JKD) e. V. an der Hauptstraße 94, in Herne-Eickel. „Durch die Corona-Situation ist gerade alles schwierig. Wir bemühen uns unser Beratungsangebot, aber auch die Kooperationsarbeit aufrechtzuerhalten", berichtet Kristin Pfotenhauer, Geschäftsführerin der JKD.

Vermehrt psychische Belastung

Mehr Menschen würden nun eine Beratung aufsuchen, da die psychische Belastung innerhalb der Gesellschaft immer stärker zunehme. Viele Menschen hätten Sorgen um ihre Existenz und soziale Kontakte seien zu Pandemie-Zeiten schwieriger zu pflegen. Ebenso nehme daher auch ein Rückfall-Risiko zu.

„Ich denke, dass uns dieser gesellschaftliche Wandel auch nach der Pandemie noch beschäftigen wird und wir weiterhin einen erhöhten Bedarf an Beratungen verzeichnen werden", so Pfotenhauer.

Weiter führt sie aus: „Wir wollen sichtbarer werden und die Relevanz unserer Arbeit deutlicher machen." So habe die JKD ihre Internetpräsenz verstärkt und ist jetzt auch in den sozialen Netzwerken wie Instagram aktiv.

'Kommunal wertvoll'

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Flyer. Foto: Privat

Ebenso hat sich die JKD am Aktionstag Suchtberatung: Kommunal wertvoll am Mittwoch (4.11.2020) beteiligt. Dieser Tag wurde von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Daniela Ludwig, veranstaltet.

Mit diesem Tag wollte die DHS auf die schwierige finanzielle Lage von Suchtberatungsstellen in ganz Deutschland aufmerksam machen. Ebenso sollte hierbei ein Dialog zwischen den Kommunen und der Beratungsstellen entstehen.

„Eine sichere und stabile Finanzierung ist auch für unsere Beratungsstelle wichtig. Denn wir bieten den Menschen mit einer Suchtproblematik eine wichtige Anlaufstelle. Es wäre schade, wenn es uns irgendwann nicht mehr geben würde, da sonst Suchtkranke und ihre Angehörigen alleine dastehen", so die Geschäftsführerin der JKD.

Beratungsangebot bleibt bestehen

Die JKD hält auch während der Pandemie ihr Beratungsangebot aufrecht, unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Schutzverordnung und den Hygienebestimmungen. So werde um vorherige Anrufe zwecks Terminabsprache gebeten.

Den Mitarbeitern der JKD ist es wichtig, trotz der Pandemie für Menschen mit einer Suchtproblematik und deren Angehörige da zusein.

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