Wahlen: Warum viele mit Sperrvermerk?

Stadt erläutert die Diskrepanz bei den Statistiken

Briefwahl.
Briefwahlunterlagen. Foto: Carola Quickels

Es war schon auffällig: Bei den Kommunalwahlen (halloherne berichtete) und den Wahlen des Integrationsrates (IR, halloherne berichtete) am Sonntag (13.9.2020) war in der Gesamtstatistik bei beiden eine hohe Diskrepanz zwischen den tatsächlich gezählten Briefwählern und den sogenannten „Wahlberechtigten mit Sperrvermerk“ (WBSV).

Dazu meldete sich Leser Adbullah Egmen, der selbst auf der Kandidatenliste von Integration. Gemeinsam. Herne. (IGH) stand. Er beklagte sich gegenüber der halloherne-Redaktion darüber, dass bei der Wahl zum IR rund 650 Stimmen fehlen würden (Briefwähler 1.480, WBSV 2.136). Bei der Ratswahl war der Unterschied derweil noch größer: 17.719 Briefwähler bei insgesamt 19.197 WBSV.

Auch monierte er, dass für eine befreundete Familie, für die er Briefwahl beantragt hatte, nur ein anstatt von drei Briefen angekommen sei, trotz früher Beantragung Anfang September. Er ist der Meinung, dass dadurch das Ergebnis hätte anders aussehen können.

Die halloherne-Redaktion fragte bei der Pressestelle der Stadt nach. Sprecherin Anja Gladisch erläuterte, dass die WBSV nicht nur Briefwähler enthält: „Durch die Diskrepanz bei beiden Wahlen sieht man, dass dies kein besonderer Umstand ist. Es kommen immer weniger Briefwahlunterlagen zurück als versendet wurden. Zudem kommen immer ein paar Briefe zu spät zurück, die nicht mehr berücksichtigt werden können.“

Weiter führt sie aus: „Dazu fallen in die WBSV auch diejenigen, die nach der Wahlberechtigung innerhalb Hernes umgezogen sind und für die richterliche Beschlüsse zum Wahlgang vorliegen.“

Dagegen würden Verstorbene und Weggezogene nicht mehr in dieser Statistik auftauchen, da diese aus dem Wählerverzeichnis gestrichen werden. Insgesamt seien keine Auffälligkeiten vernehmbar gewesen.

Über Einzelfälle, die keine Briefwahlunterlagen erhalten haben, könne nichts Allgemeines gesagt werden. „Da hätte man sich im Vorfeld beim Team Wahlen noch melden können und hätte Hilfe bekommen“, riet Anja Gladisch.

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