Schwelbrand mit schweren Folgen

Brand in der Werkstatt von 'Nachbarn e.V.'

Brandschaden in der Holzwerkstatt und der Nähstube von Nachbarn e.V. am Alten Amtshaus in Herne (NW), am Freitag (11.09.2020). Dort hatte ein Schwelbrand am Vortag großen Schaden angerichtet.
Der Rauch vom Schwelbrand zog in alle Räume und richtetet großen Schaden an. Foto: Stefan Kuhn

Die Fenster sind Ruß geschwärzt und am Tag nach dem Feuer liegt immer noch beißender Brandgeruch in der Luft. Zwar hat die Kripo den Brandort inzwischen wieder freigegeben, aber niemand kann ohne besondere Schutzausrüstung und Atemschutz die Räume betreten. Am Donnerstag (10.9.2020) hatte es in den Räumen von „Nachbarn e.V.“ in Sodingen (halloherne berichtete) gebrannt. Die Ursache ist noch ungeklärt. „Wichtig ist aber, dass es keine Personenschäden gibt“, sagte die erste Vorsitzende des Vereins, Dorothea Schulte, auf Nachfrage von halloherne.

Brandschaden in der Holzwerkstatt und der Nähstube von Nachbarn e.V. am Alten Amtshaus in Herne (NW), am Freitag (11.09.2020). Dort hatte ein Schwelbrand am Vortag großen Schaden angerichtet.
Bis Freitagmittag waren die Räume beschlagnahmt. Foto: Stefan Kuhn

Durch das Piepen eines Rauchmelders in den Werkstatträumen war das Feuer kurz nach 16 Uhr von einer Mitarbeiterin aus dem Büro nebenan entdeckt worden. Umgehend hat sie den Notruf der Feuerwehr gewählt. Bis 14 Uhr wurde noch in den Werkstätten gearbeitet, der letzte Mitarbeiter der Lebenshilfe hatte schließlich um 15 Uhr den Heimweg angetreten.

Brandschaden in der Holzwerkstatt und der Nähstube von Nachbarn e.V. am Alten Amtshaus in Herne (NW), am Freitag (11.09.2020). Dort hatte ein Schwelbrand am Vortag großen Schaden angerichtet.
Auch auf der Rückseite sind alle Fenster von Innen dick mit Ruß verschmiert. Foto: Stefan Kuhn

Als die Feuerwehr eintraf, musste sie sich erst gewaltsam Zutritt verschaffen, um den Brand in der Holzwerkstatt zu löschen. Nach rund anderthalb Stunden Löscharbeiten und Evakuierung der Mieter aus dem Wohnhaus, wurde die Brandstelle der Polizei für ihre Ermittlungen übergeben.

Zwar war es 'nur' ein Schwelbrand, doch giftiger Brandrauch hat sich in allen Räumen niedergeschlagen. Auch in die benachbarten Räume der Hauswirtschaft und in die Küche ist Brandrauch eingedrungen. Zum Lüften dieser Räume stehen dort die Fenster auf. Eine Sicherheitsfirma hat die Bewachung übernommen.

Brandschaden in der Holzwerkstatt und der Nähstube von Nachbarn e.V. am Alten Amtshaus in Herne (NW), am Freitag (11.09.2020). Dort hatte ein Schwelbrand am Vortag großen Schaden angerichtet.
Nähstube und Holzwerkstatt liegen direkt neben dem Hochbunker. Foto: Stefan Kuhn

„Wir betreuen hier momentan 20 bis 25 Menschen, die im Rahmen von Maßnahmen des Jobcenters bei uns arbeiten“, so Kevin Wagner, Sozialarbeiter der Lebenshilfe und zuständig für die Einrichtung unweit des Hochbunkers. Sie alle wurden am Freitagmorgen über die Folgen des Brandes informiert und dann gleich wieder nach Hause geschickt. Zu groß ist der Schaden in den Räumen der Holzwerkstatt und der Nähstube, wo sich auf allen Oberflächen klebriger, schwarzer Schmutz ausgebreitet hat. „Am Montag sehen wir, wie es weitergeht”, sagt Wagner. Eine Fachfirma soll dann die Räume untersuchen und beurteilen, wie saniert werden kann.

Nachbarn e.V. bietet seit vielen Jahren Hilfe für Menschen mit psychischen Problemen an. Der gemeinnützige Verein, mit Sitz an der Plutostraße in Röhlinghausen, unterhält im Stadtgebiet u.a. eine Kontakt- und Begegnungsstätte, Beschäftigungsprojekte und eine Tagesstätte. In unterschiedlichen Arbeitsmarktprojekten stehen die Entwicklung individueller Arbeitsperspektiven, die Tagesstrukturierung, die Forderung von Grundarbeitstugenden, die Heranführen an den Arbeitsmarkt und die Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen sowie auch die Einleitung der Berentung im Vordergrund.

Brandschaden in der Holzwerkstatt und der Nähstube von Nachbarn e.V. am Alten Amtshaus in Herne (NW), am Freitag (11.09.2020). Dort hatte ein Schwelbrand am Vortag großen Schaden angerichtet.
Ein Blick durch die verrußten Fenster. Foto: Stefan Kuhn
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