Friseure gegen Armut

Haar-Schneide-Aktion des Freundeskreises in Zeiten von Corona

Celine schneidet einem Kunden die Haare.
Celine schneidet einem Kunden die Haare. Foto: Julia Blesgen

Die Schneidemaschinen surren und die Scheren klappern - eigentlich war bei der Haar-Schneide-Aktion des Freundeskreises Friseure gegen Armut am Dienstag (21.7.2020) alles wie immer und doch ganz anders.

In Zeiten wie diesen ist nämlich alles anders, auch die Arbeit des Freundeskreises Friseure gegen Armut. Die Mitglieder schneiden Menschen, in schwierigen Lebenslagen, Bedürftigen und Obdachlosen, die Haare - unentgeltlich. Das tun sie an den unterschiedlichsten Orten - immer wieder. So auch am Dienstag im Hof des Vereins Nachbarn, an der Plutostraße. Doch die Corona-Krise stellt den Freundeskreis vor eine große Herausforderung.

Alles im Zeichen von Corona

Friseure gegen Armut.
Friseure gegen Armut. Foto: Julia Blesgen

„Wir sind sehr froh, dass wir überhaupt wieder hier sein können. Kurz nach dem wir ausgezeichnet wurden, kam Corona und an all unseren sieben Standorten brach alles zusammen", erzählte Initiator Kai.

Weiter führte er aus: „Wir hatten schon Angst, dass wir in diesem Jahr keinen Termin mehr anbieten dürfen. Umso glücklicher waren wir, als die Lockerungen kamen und wir den schon länger geplanten Termin hier vor Ort machen konnten."

Dennoch stand die ganze Veranstaltung ganz im Zeichen der Corona-Schutzverordnung. Alle 32 Menschen, denen an diesem Tag die Haare geschnitten wurden, mussten sich vorher anmelden. Bevor der Hof betreten wurde, mussten die Kunden ihre Kontaktdaten in eine Liste eintragen, um im Falle des Falles eine gute Rückverfolgung gewährleisten zu können. Es bestand außerdem eine Maskenpflicht, die Haare mussten gewaschen sein, Bärte durften nicht geschnitten werden und Augenbrauen nicht gezupft werden.

Das Werkzeug liegt bereit.
Das Werkzeug liegt bereit. Foto: Julia Blesgen

Familiäre Atmosphäre

Dennoch tat dies der besonderen und familiären Atmosphäre keinen Abbruch. „Uns ist es wichtig, dass sich die Kunden trotz allem wohlfühlen. Meist sind die Menschen, die zu uns kommen in schwierigen Lebenssituationen und fühlen sich isoliert, dem möchten wir entgegenwirken. Hier soll sich niemand allein fühlen", so Kai weiter.

Normalerweise ist die 16-jährige Schülerin Celine für die Gästebetreuung zuständig. Sie Sie kam als Quereinsteigerin zu den Friseuren gegen Armut. Mittlerweile macht sie ihre Ausbildung an der Friseur-Akademie Basil und darf selbst Schnitte mit der Haarschneidemaschine durchführen.

Friseur Roman bei der Arbeit.
Friseur Roman bei der Arbeit. Foto: Julia Blesgen

Und immer wieder kommen auch neue Gesichter zu dem Freundeskreis hinzu, wie der Dortmunder Friseur Roman. „Als ich davon erfahren habe, war es für mich eine Ehrensache dabei zu sein."

Obwohl dieser Termin der Friseure gegen Armut anders war, als bisherige, ist es ihnen gelungen, den Bedürftigen durch einen neuen Haarschnitt ein Stück Lebensqualität zurückzugeben.

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