Der Protest geht weiter

Gegen-Veranstaltungen am 1.10.2019 gegen die Spaziergänge der sogenannten Besorgten Bürger in der Herner Innenstadt. Foto: Carola Quickels
Das Herner Bündnis: gegen die Spaziergänge der sogenannten Besorgten Bürger. Foto: halloherne
Gegen-Veranstaltungen am 1.10.2019 gegen die Spaziergänge der sogenannten Besorgten Bürger in der Herner Innenstadt. Foto: Carola Quickels
Grablichter und weiße Rosen am Mahnmal des Widerstandes. Foto: halloherne

Mit gleich drei Gegen-Demos zeigten die Herner am Dienstag (1.10.2019) Flagge gegen die Spaziergänge der so genannten „Besorgten Bürger“, die wieder in der Herner Innenstadt unterwegs waren. Der Gegen-Protest startete an der Kreuzkirche mit dem ökumenischen Friedensgottesdienst, zu dem die evangelischen und katholischen Gemeinden unter dem Motto - Für ein Herne der Vielfalt und für den Frieden in unserer Stadt - jeden Dienstag einladen. Begrüßt wurden die Teilnehmer von Pfarrer Kornelius Heering und dem Vikar der St. Dionysius Gemeinde, Christian Schmidtke. Heegering wiederholte gleich zu Beginn, was sein Amtskollege schon bei dem ersten Gottesdienst versprochen hatte: „Solange die „Besorgten Bürger“ durch unsere Stadt laufen, solange werden wir uns hier versammeln.“ Gemeinsam sangen sie unter anderem die Lieder - Du hast uns Herr gerufen wir sind hier deine Gäste und Herr gib uns deinen Frieden. Worauf hin ein älterer Gottesdienst-Teilnehmer sagte: „Wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben, dass das mit dem Frieden auch klappt.“

Gegen-Veranstaltungen am 1.10.2019 gegen die Spaziergänge der sogenannten Besorgten Bürger in der Herner Innenstadt. Gegen-Veranstaltungen am 1.10.2019 gegen die Spaziergänge der sogenannten Besorgten Bürger in der Herner Innenstadt. Gegen-Veranstaltungen am 1.10.2019 gegen die Spaziergänge der sogenannten Besorgten Bürger in der Herner Innenstadt.

Der Protest geht weiter

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Anschließend zogen viele Gottesdienst-Besucher zu dem bunten Protest auf dem Robert-Brauner-Platz, zu dem das Herner Bündnis zum siebten Mal eingeladen hatte. Insgesamt versammelten sich hier knapp 400 Menschen, die gegen eine rechte Bürgerwehr, gegen Nazis und gegen rechtes Gedankengut schlechthin sind und für ein Mitreden, Mitmachen und ein Miteinander in unserer Gesellschaft einstehen. Begrüßt wurden sie von der Bündnis-Sprecherin, die sich über die vielen Menschen freute und ihnen den Tipp gab: „Die Nazis kommen gerade die Parallel-Straße entlang. Bitte schön, ihr dürft sie jetzt laut auspfeifen.“ Abgeriegelt durch Polizeiketten zur Von-der-Heydt-Straße wurde es daraufhin laut und die Veranstaltung auf dem Platz für kurze Zeit unterbrochen.

Gegen-Veranstaltungen am 1.10.2019 gegen die Spaziergänge der sogenannten Besorgten Bürger in der Herner Innenstadt. Foto: Carola Quickels
Ökumenischer Friedensgottesdienst vor der Kreuzkirche. Foto: halloherne

Eine dritte angemeldeten Gegen-Demo fand als Mahnwache am Denkmal des Widerstandes an der Bebelstraße statt. Hier hatte sich ebenfalls eine Bündnis - das noch keinen Namen hat - versammelt. Alle waren schwarz gekleidet mit weißen Grablichtern und weißen Rosen bestückt und spielten den Trauermarsch von Frédéric Chopins. Warum machen sie das? Ein Sprecher der Gruppe antwortet: „Wir haben gesehen, dass die besorgten Rassisten am Denkmal des Widerstands vorbeilaufen. Das geht unsere Meinung nach gar nicht. Darum haben wir uns heute hier zu einer Mahnwache getroffen um auf die Schande hinzuweisen, dass Nazis, das Rassisten und / oder Besorgte Bürger an diesem Mahnmal vorbeilaufen.“ Das noch namenlose Bündnis will diese Aktion wiederholen „das muss nicht immer hier und nicht immer diese Aktion sein, aber wir werden da sein.“ Dabei stehen sie im engen Kontakt mit dem Bündnis Herne und sprechen ihre Aktionen mit dem Bündnis ab. „Wir wollen einfach Aktionen machen, die in einer kleiner Gruppe besser zu organisieren sind. Viele Dinge sind auf dem Robert-Brauner-Platz nicht immer umzusetzen.“

Gegen-Veranstaltungen am 1.10.2019 gegen die Spaziergänge der sogenannten Besorgten Bürger in der Herner Innenstadt. Foto: Carola Quickels
Rechte sorgen sich um die Sicherheit. Foto: halloherne

Und die 'Besorgten Bürger'? Zwischen 60 und 80 waren es. Sie zogen wieder unter Polizei-Geleit durch die Straßen. Hatten entgegen ihrer ersten Spaziergänge ein Transparent dabei, auf dem sie sich gegen Terror und gegen Gewalt aussprachen und Sicherheit für ihre Familien, ihre Frauen und ihre Kinder forderten. Eine starke Forderung, wenn man bedenkt, dass viele Marschierer einen rechts-extremistischen Hintergrund haben.

Gegen-Veranstaltungen am 1.10.2019 gegen die Spaziergänge der sogenannten Besorgten Bürger in der Herner Innenstadt. Foto: Carola Quickels
Ein neues Bündnis 'bewacht' das Denkmal des Widerstandes. Foto: halloherne
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