Wiedersehen zur Rubinhochzeit

Franz-Josef und Dagmar Stasker sind seit 40 Jahren verheiratet

Wiedersehen nach Wochen: Dagmar und Franz-Josef Staska freuten sich riesig über den möglich gemachten Besuch. Den Mundschutz haben beide nur kurz für das Familienfoto abgenommen.
Wiedersehen nach Wochen: Dagmar und Franz-Josef Staska freuten sich riesig über den möglich gemachten Besuch. Den Mundschutz haben beide nur kurz für das Familienfoto abgenommen. Foto: EvK

Seit 40 Jahren sind Franz-Josef und Dagmar Stasker verheiratet. Doch ausgerechnet seine Rubinhochzeit konnte das Ehepaar aus Castrop-Rauxel nicht miteinander verbringen. Stattdessen kämpfte Franz-Josef Stasker seit mehreren Wochen auf der Intensivstation des Evangelischen Krankenhauses in Herne-Eickel um sein Leben.

Regelmäßig rief Dagmar Stasker dort an, um sich nach dem Gesundheitszustand ihres Mannes zu erkundigen. Besuche waren wegen des strikten Verbots seinerzeit nicht erlaubt. Dagmar Stasker hätte ohnehin keine Möglichkeit gehabt, ihren Gatten am Krankenbett beizustehen. Sie sitzt im Rollstuhl, ist auf Hilfe angewiesen – und unterstützende Angehörige in der Nähe gibt es nicht.

Als die Pflegekräfte Chantal Keller und Kevin Schweidt bei einem der regelmäßigen Telefonate davon erfuhren, waren beide tief berührt und fest entschlossen, helfen zu wollen. Schließlich hatte das Ehepaar nicht nur seine Rubinhochzeit nicht gemeinsam verbringen können, beide hatten sich zu dem Zeitpunkt auch schon seit nunmehr zehn Wochen nicht gesehen. Der behandelnde Arzt Haithem Masmoudi, dem die Geschichte der seit Wochen getrennten Ehejubilare ebenfalls sehr ans Herz ging, begann schließlich, ein Wiedersehen zu organisieren.

Mit der Hygiene hatte er den Besuch im Vorfeld in allen Details vorbereitet und abgestimmt, sodass eine Gefährdung der Ehefrau, des Ehemanns und des Personals nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen war. Alle Vorbereitungen getroffen, machte sich Haithem Masmoudi eines Morgens schließlich um 6 Uhr in der Früh mit Chantal Keller auf den Weg nach Castrop-Rauxel – sie nach ihrem Nacht-, er vor seinem Frühdienst.

Mit zwei Autos brachten sie Dagmar Stasker samt Rollstuhl nach Eickel, wo sie schon sehnlichst von ihrem Mann erwartet wurde. Das große Wiedersehen sorgte für strahlende Gesichter bei den Eheleuten. Aber nicht nur dort: Auch den Mitarbeitenden zauberte die Freude über den möglich gemachten Besuch ein erfülltes Lächeln ins Gesicht.

Die halloherne-Redaktion gratuliert dem Ehepaar ebenfalls herzlich zur Rubinhochzeit und wünscht schnelle Genesung.

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