'Trial and Error' Uraufführung

Neuer Circus Ruhr

Deutschland-Premiere und digitale Uraufführung: „Sacre“ am 14. Mai 2021 bei den Ruhrfestspielen.
Deutschland-Premiere und digitale Uraufführung: „Sacre“ am 14. Mai 2021 bei den Ruhrfestspielen. Foto: David Kelly

Ende 2020 wurde das 'Bündnis Neuer Circus Ruhr' gegründet, mit dabei sind unter anderem die Flottmannhallen Herne, Urbanatix Bochum und die Ruhrfestspiele Recklinghausen. In Herne wird es, nach einer ersten Kooperation der Flottmannhallen mit Sabeth Dannenberg (Physical Monkey), dem Theater im Pumpenhaus Münster und den Ruhrfestspielen, am Mittwoch, 2. Juli 2021, die nächste Uraufführung geben: 'Trial and Error', eine Kooperation des Theaters Kohlenpott mit Urbanatix, mit jeweils zwei Schauspielern, Artisten und Tänzern inszeniert von Frank Hörner (Herne) und Christian Eggert (Bochum).

'Trial and error' (Versuch und Irrtum) ist die Art, wie Kinder sich und ihre Welt erforschen. Wie weit kann ich gehen? Wo ist die Grenze? Und wer setzt sie mir? Wir leben in einer Welt, in der Erwachsene die Regeln bestimmen und somit den Rahmen für das kindliche 'trial and error' setzen. Aber was passiert, wenn Kinder die Regeln bestimmen? In dem Stück für junges Publikum ab acht Jahren (Klasse 3) treffen Pole-Artistik und Single-Wheel auf Schauspiel, Musik und urbanen Tanz.

Der Leiter des Theater Kohlenpott, Frank Hörner, inszeniert „Trial and Error“ in den Flottmannhallen.
Der Leiter des Theater Kohlenpott, Frank Hörner, inszeniert „Trial and Error“ in den Flottmannhallen. Foto: urbanatix

Das sechsköpfige Ensemble kommt aus den Bereichen Tanz, Schauspiel, Musik und Artistik. Felix Küpper und Paul Davis Newgate sind zwei Urban Art Tänzer, die schon beim Urbanatix-Festival in der Bochumer Jahrhunderthalle aufgetreten sind. Sina Kiekbusch (Artistik, Cyr Wheel) und Oskar Skrypko (Artistik, Pole) haben dieses Jahr erfolgreich die Staatliche Artistenschule Berlin absolviert. Svea Kirschmeier (auch Musik) und Zeynep Topal schließlich wirkten beide schon in mehreren Produktionen des Theater Kohlenpott Herne mit.

'Trial and error' ist eine Stückentwicklung in der Ausstattung von Friederike Külpmann und unter der musikalischen Leitung von Sebastian Maier (mit Kompositionen von ihm und Svea Kirschmeier). Nach der Premiere am Donnerstag, 2. Juli 2021, sind am 3. und 4. Juli sowie vom 6. bis 9. Oktober 2021 weitere Aufführungen in den Flottmannhallen geplant. Karten kosten 14, ermäßigt acht Euro und für Schulklassen fünf Euro pro Person, Kartenreservierungen über die Homepage des Theaters Kohlenpott. Die Wuppertaler Filmprofis Siegersbusch nehmen eine der Hauptproben auf, um die Produktion als Stream zeigen zu können, sollte die Corona-Pandemie noch keine Live-Aufführung vor Publikum zulassen.

Neuer Circus Ruhr

Der Neue Zirkus ist eine aufstrebende Sparte der Darstellenden Künste, die sich in Deutschland derzeit stark entwickelt. Das Genre ist vielfältig, interdisziplinär und überraschend, da es verschiedene Kunstformen vermischt und häufig unkonventionelle Räume bespielt. Neuer Zirkus will eine Begegnung zwischen Kunst und Publikum auf Augenhöhe ermöglichen – als Kunst für alle.

Christian Eggert arbeitet seit Jahren mit Frank Hörner bei der jährlichen Urbanatix-Show in der Bochumer Jahrhunderthalle zusammen.
Christian Eggert arbeitet seit Jahren mit Frank Hörner bei der jährlichen Urbanatix-Show in der Bochumer Jahrhunderthalle zusammen. Foto: urbanatix

Nachdem die Ruhrfestspiele unter ihrem Intendanten Frank Hoffmann mit dem Fringe-Festival auf Recklinghausens Grünem Hügel, Christian Strüder in den Flottmannhallen und Christian Eggert mit Urbanatix sowie dem Open Space Raum in Bochum jahrelang Pionierarbeit geleistet haben, bündelt das Ruhrgebiet jetzt viele Ressourcen auf dichtem Raum. Es zeigt sich als Ort der Präsentation, des Trainings und der Produktion von Stücken und Shows aus dem Bereich Neuer Zirkus.

Um diese Vielfalt, Innovation und Lebendigkeit der freien Szene des Neuen Zirkus in NRW zu koordinieren, Gastspiele und Residenzprogramme zu fördern sowie bauliche Maßnahmen zur Infrastruktur an den Spielorten auf den Weg zu bringen, um nur einige wichtige Punkte zu nennen, hat sich das Bündnis Neuer Circus Ruhr gegründet und nun im Rahmen der Ruhrfestspiele mit einer Zoom-Pressekonferenz vorgestellt. Im Zuge der Ruhrkonferenz der Düsseldorfer Landesregierung und der Tätigkeiten des Bundesverbandes Zeitgenössischer Zirkus, dessen Vorsitzende Jenny Patschovsky u.a. neben Ruhrfestspiel-Intendant Olaf Kröck auf dem virtuellen Podium saß, soll die Professionalisierung durch die Gründung einer hauptamtlich besetzten und vom Land finanzierten Koordinierungsstelle vorangetrieben werden.

„Sacre“ als digitale Premiere

In der zweiten Festivalwoche zeigen die Ruhrfestspiele im Programmbereich „Neuer Zirkus“ als digitale Weltpremiere die neue Arbeit der renommierten australischen Kompanie Circa, die zu Jahresbeginn in Wollongong uraufgeführt worden ist: „Sacre“. Begleitend zur Vorstellung am 14. Mai 2021 gibt es vorab zudem eine digitalen Live-Einführung sowie im Anschluss ein Live-Gespräch (in englischer Sprache) mit Beteiligten der Produktion. Was „Sacre“ so besonders macht: Die von Yaron Lifschitz kreierte Bewegung des zehnköpfigen Ensembles folgt der Musik von Igor Strawinsky und Philippe Bachmann. So entsteht eine ungemein dichte, temporeiche Choreographie aus komplexen Bewegungsabläufen und akrobatischer Höchstleistung. Karten über die Homepage der Ruhrfestspiele.

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