Therapie bei Bauchdeckenbrüchen

Experten des St. Anna Hospital Herne informierten

(v.l.) Chefarzt Dr. Nurettin Albayrak, Oberarzt Dhia Hashim und Dr. Martin Jazra, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des St. Anna Hospitals Herne
(v.l.) Chefarzt Dr. Nurettin Albayrak, Oberarzt Dhia Hashim und Dr. Martin Jazra, Leitender Oberarzt. Foto: St. Elisabeth Gruppe

Die Experten der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des St. Anna Hospital Herne informierten am Mittwoch (20. November 2019) niedergelassene Gynäkologen zum Thema Bauchdeckenbruch. Das Team um Klinikdirektor Dr. Nurettin Albayrak setzte den Fokus dabei auf die Behandlung von Nabelbrüchen und Rektusdiastasen nach Schwangerschaften.

Ein Auseinanderweichen der Bauchdeckenmuskulatur in der Mittellinie wird auch als Rektusdiastase bezeichnet. Diese können gehäuft nach Schwangerschaften auftreten. Denn damit das Kind im Bauch der Mutter Platz findet, ist das Gewebe in der Körpermitte geschwächt. Dabei kann es vorkommen, dass sich eine etwa zwei bis zehn Zentimeter lange Lücke zwischen den Bauchmuskeln bildet. Ein Teil der Rektusdiastasen kann sich nach Schwangerschaften zurückbilden.

Bei einem nicht unerheblichen Teil der Patientinnen bildet sich jedoch zusätzlich noch eine Nabelhernie. Diese Kombination kann zu einer Bauchdeckeninstabilität mit der Gefahr einer Darmeinklemmung führen, sodass hier die Notwendigkeit einer operativen Korrektur besteht. Oberarzt Dhia Hashim berichtete über ein eigens entwickeltes minimal-invasives OP-Verfahren zur Stabilisierung der Bauchdecke mittels Kunststoffnetz bei diesen Patientinnen.

Dr. Martin Jazra, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des St. Anna Hospital Herne, ging in seinem Vortrag auf wesentliche Aspekte der Differenzialdiagnose bei Leistenschmerzen ein. Dabei müssen Erkrankungen, die ähnliche Symptome aufweisen, bei der Diagnosestellung ebenfalls in Betracht gezogen werden. „Neben der klinischen Untersuchung ist hier die dynamische Sonographie der Goldstandard", erläuterte Dr. Jazra.

Im Anschluss an die Fortbildung konnten die Teilnehmer die vorgestellten Sonographietechniken üben. „Die Sonographie ist ein wichtiges Instrument zur Diagnose von Rektusdiastasen in Verbindung mit Hernien, auf dessen Ergebnisse die anschließende Behandlung der Weichteilbrüche aufbaut. Damit ist sie auch hier maßgeblich an dem Erfolg der weiteren Behandlung beteiligt", so Chefarzt Dr. Albayrak.

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