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Im Bild Teil einer Installation von Thomas Stüke, die auf die Isolation oder auch Überforderung der Menschen hinweisen könnte.

'Das Leben kann noch einmal beginnen'

Stüke und Jaworski stellen aus

Hans-Jürgen Jaworski und Thomas Stüke laden am Montag, 4. Mai 2026, ab 19 Uhr zur Vernissage ihrer Gemeinschaftsausstellung in die ehemalige Engel-Apotheke an der Bochumer Straße ein. Rund 50 Arbeiten präsentieren die beiden Künstler, die sie den Besuchern persönlich erläutern werden. Musikalisch begleitet wird die Eröffnung vom Jazz-Pop-Duo (Gitarre und Bass) um den Herner Jazzbassisten Patric Siewert.

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Bis zum 13. Mai 2026 sind Keramiken, Objekte und Malerei in der über 120 Jahre alten Apotheke zu sehen. Die Räume, die ursprünglich nicht für Kunstausstellungen konzipiert wurden, spiegeln zugleich ein Stück Apothekengeschichte wider.

Die Idee zum Titel

Hans-Jürgen Jaworski und Thomas Stüke stellen in der ehemaligen Eingel-Apotheke aus: Das Leben kann noch einmal beginnen. Goldene Baumscheiben aus schwedischen Birken.

Der freischaffende Künstler Hans-Jürgen Jaworski, Pfarrer im (Un-)Ruhestand und Kunst- und Kulturbeauftragter des Kirchenkreises Herne, erklärt im halloherne-Gespräch die Idee hinter dem Ausstellungstitel: „Apotheken stellen einen wichtigen Teil der medizinischen Grundversorgung dar. Hier holen wir uns Medizin, die uns (vielleicht) länger leben lässt. In gewisser Weise tragen sie also zur Lebensverlängerung bei. So sind wir auf den Titel – Das Leben kann noch einmal beginnen – gekommen.“

Dabei lassen Jaworski und sein Künstlerkollege Thomas Stüke – ein gebürtiger Herner, der heute in Schledehausen bei Osnabrück lebt und arbeitet – bewusst offen, auf welche Weise dieses „neue Beginnen“ gemeint ist: physisch, psychisch oder metaphysisch. Die Ausstellung gibt keine Antworten, sondern stellt Fragen, regt zum Nachdenken an und setzt Hoffnungszeichen.

Reflexion erwünscht

Objekte von Jaworski. Links im Bild 'Dreifache Hoffnung'.

„Dieser Raum zwingt die Kunst in einen Dialog – dem wollten wir uns mit unseren Arbeiten stellen“, erläutert Jaworski. Ziel ist es, den Betrachter zum Reflektieren zu bewegen.

Neben Gemälden zeigt Jaworski auch Installationen: Baumscheiben aus schwedischem Birkenholz, die er golden bemalt und teils mit den Worten „Frieden auf Erden“ versehen hat. Ein Objekt der „dreifachen Hoffnung“ – ein altes Schloss mit drei Schlüsseln – könnte symbolisch Wege zur Erfüllung andeuten. Große, mit Nägeln besetzte Garnspulen wiederum könnten als Sinnbild für „vernagelte“ Menschen verstanden werden.

Sogenannte „Heiligenbilder“, wie sie früher häufig in Wohnungen hingen, hat er kreuzweise mit Pflastern überklebt. Sie verweisen auf innere und äußere Wunden, auf das Brüchige im Leben. „Es ist nicht immer nur die heile Welt“, sagt Jaworski. „Die inneren Verletzungen, die man oft gar nicht sieht, sind die schlimmsten.“

Unterschiedlichste Aspekte des Menschseins

Thomas Stüke und Hans-Jürgen Jaworski stellen in der ehemaligen Eingel-Apotheke aus: Das Leben kann noch einmal beginnen.

Thomas Stükes Pappinstallation zeigt, neben seinen Keramik-Schiffen, hoch aufgetürmte Kartons, auf deren Spitze zwei winzige Figuren sitzen. In weiteren Kartons befinden sich Schlitze, in denen ebenfalls kleine Menschen positioniert sind. Die Arbeit kann als Bild für das Gefühl von Enge, Überforderung und Isolation gelesen werden.

Seine großformatigen Werke – Mischtechniken auf mehrschichtigem Papier mit erhitztem Wachs – thematisieren ebenfalls existenzielle Aspekte des Menschseins. Auch Stüke verzichtet bewusst auf eindeutige Deutungen und lädt die Betrachter ein, eigene Gedanken zu entwickeln.

Thomas Stüke und Hans-Jürgen Jaworski stellen in der ehemaligen Eingel-Apotheke aus: Das Leben kann noch einmal beginnen. im Bild Stükes Werke, die auf Aspekte des Menschseins hinweisen.

Aus diesem Grund tragen die Arbeiten beider Künstler keine Titel. Die Interpretation bleibt dem Publikum überlassen – ebenso die Frage, welche persönliche Bedeutung sich daraus ergibt. Ihre Werke bewegen sich dabei im Spannungsfeld von Philosophie, Theologie und Politik und wollen Impulse geben, keine fertigen Antworten.

Engel für die Jugend

Passend zum Ausstellungsort bringt Hans-Jürgen Jaworski zudem seine Engel aus dem Projekt – Transformation einer Birke– mit. Sie sind entstanden aus Birken, die er am schwedischen Polarkreis gefällt hat. Der Verkauf der Engel kommt wieder der Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinde Eickel zugute. In diesem Jahr unter anderem für die Freizeit nach Schweden, die „Heimat“ der Birkenengel.

Es gibt noch 'Crikras'

Für Sammler der sogenannten „Crikraculum“-Werke in ihren kleinen Überraschungs-Boxen gibt es zudem eine besondere Aktion: In den Schubladen der Apothekerschränke verstecken sich die Mini-Arbeiten. Einfach Schublade öffnen, Werk entnehmen, 10 Euro hineinlegen – fertig.

Im Angebot sind auch die kleinen Werke, der Cricrakulum-Gruppe.

Lyrik-Café

Am Sonntag, 10. Mai 2026, lädt Jaworski ab 16 Uhr zum Lyrik-Café ein. Dazu liest er zu seiner großformatigen Aquarellreihe „Stationen“ eigene Lyrik, die er in unterschiedlichsten Bänden im Laufe der Jahre publiziert hat. Stationen, die bisher an verschiedenen Orten – vor allem Kirchen – gezeigt wurden.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt bis zum 13. Mai 2026 in der Engel-Apotheke, Bochumer Straße 27, zu sehen: dienstags bis freitags jeweils von 16 bis 16 Uhr und samstags von 11 bis 13 Uhr.

Finissage

Die Finissage am Mittwoch, 13. Mai 2026, beginnt um 19 Uhr. Dann heißt es: „Dies ist nicht das Ende.“

Alte Garnspulen mit rostigen Nägeln: Sind wir Menschen so vernagelt?
Mai
4
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Montag, 4. Mai 2026, um 19 Uhr Engel-Apotheke, Bochumer Straße 27, 44623 Herne
Weitere Termine (8) anzeigen...
  • Dienstag, 5. Mai 2026, von 16 bis 18 Uhr
  • Mittwoch, 6. Mai 2026, von 16 bis 18 Uhr
  • Donnerstag, 7. Mai 2026, von 16 bis 18 Uhr
  • Freitag, 8. Mai 2026, von 16 bis 18 Uhr
  • Samstag, 9. Mai 2026, von 11 bis 13 Uhr
  • Montag, 11. Mai 2026, von 16 bis 18 Uhr
  • Dienstag, 12. Mai 2026, von 16 bis 18 Uhr
  • Mittwoch, 13. Mai 2026, um 19 Uhr
Sonntag, 3. Mai 2026 | Autor: Carola Quickels