DGB verzichtet auf große Reden am Tag der Arbeit
Kundgebung am 1. Mai mal etwas anders
Traditionell am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, rufen Gewerkschaften in ganz Deutschland zu Kundgebungen und Demonstrationen auf. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltungen stehen dabei immer wieder Themen wie sichere Arbeitsplätze, Rente und ein bezahlbares Leben. Auch in Herne gab es in der Vergangenheit immer eine große Demonstration mit Redebeiträgen. Doch in diesem Jahr ist alles anders.
Neues Format mit dem Titel 'Das rote Sofa'
Am Freitag, 1. Mai 2026, wird es keine Reden und auch keine Demonstration geben. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mit dem Stadtverband Herne wird hingegen erstmalig ab 11 Uhr am Rathaus-Vorplatz das neue Format mit dem Titel „Das Rote Sofa“ vorstellen. Jedoch wird es zunächst noch die Eröffnungsrede des Herner DGB-Vorsitzenden Peter Holtgreve geben.
Das rote Sofa wird danach von Christin Krüger moderiert. Mit dabei sind die Betriebsräte Holger Swat (Adams Armaturen), Markus Krause (Evonik), die Personalrätin Kirsten Weber (Stadtverwaltung) sowie SPD-Ratsherr Michael Weberink und der SPD-Landtagsabgeordnete Alexander Vogt wie auch Hans-Joachim Drath, Vorstandsmitglied vom Innungsverband des Dachdeckerhandwerks Westfalen.
Auf Nachfrage von halloherne erläutert der DGB Herne, dass mit dem neuen Format insbesondere mehr junge Menschen angesprochen werden sollten. Letztendlich entscheidend ist, dass sich inhaltlich bei der 1. Mai-Veranstaltung in Herne nichts verändert.
Arbeitsplätze und soziale Sicherheit
Unabhängig vom neuen Formatsangebot sei dem DGB Herne wichtig, dass sich inhaltlich bei der 1. Mai-Veranstaltung nichts ändere. Es gehe weiterhin um Arbeitsplätze sowie soziale Sicherheit, woran sich das diesjährige bundesweite Motto der Maikundgebung „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ anschließt.
„Arbeitsplätze geraten aktuell unter Druck, Standorte werden verlagert, soziale Sicherheit wird infrage gestellt. Gleichzeitig wird erwartet, dass Arbeitnehmer länger arbeiten, mehr leisten und mit weniger auskommen sollen. Das machen wir nicht mit“, stellt der DGB Stadtverband Herne gegenüber halloherne klar.
Angst um die Zukunft und die Familie
Zurzeit hätten viele Menschen Angst um ihre Zukunft und die ihrer Familien. Für Krisen, Fehlentscheidungen oder unterlassene Investitionen seien aber nicht die Beschäftigten verantwortlich. Vielmehr arbeiten sie jeden Tag und halten somit den Laden am Laufen, heißt es vom Stadtverband Herne. Nun gelte es, dass Arbeitgeber endlich Verantwortung übernehmen müssen, indem sie in die Zukunft investieren, Arbeitsplätze sichern und sich zum Standort bekennen.
Nach der in etwa 70 Minuten langen Talkrunde, wird es ein Familienfest auf dem Rathaus-Vorplatz geben. Es gibt Infostände, unter anderem von verschiedenen Gewerkschaften, eine Bewegungsbaustelle und natürlich auch Speisen und Getränke.