Neuer Glanz durch Fördermittel und Ausstellungsstart 'Meisterwerke'
Städtische Galerie nach Sanierung wieder offen
Das Schmuckstück der Stadt Herne erstrahlt wieder in einem besonderen Glanz: Die aufwendige Sanierung ist abgeschlossen. Möglich wurde das durch Fördermittel des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und des NRW-Heimatministeriums. Am Freitag (24.4.2026) wurde die offizielle Wiedereröffnung mit einigen Gästen aus Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft gefeiert, kurz darauf startete die neue Ausstellung „Meisterwerke“ (halloherne berichtete).
Insgesamt dauerte die Sanierung von April 2024 bis März 2026, die Planungen dafür starteten bereits zwei Jahre vorher. Lange war das Gebäude eingerüstet, aber auch innen tat sich sehr viel (halloherne berichtete). „Die Sanierung war aufgrund des Denkmalschutzes und Bauen im Bestand eine reine Kür“, fasste Dezernent Marc Alexander Ulrich zusammen, der unter anderem als Kämmerer und für das Gebäudemanagement verantwortlich ist.
Lange Liste der Sanierung
Die lange Liste wollte er erst gar nicht vorlesen, tat es in Auszügen dann aber doch. So sind beispielsweise die Fenster neu, die Fassade wurde hergerichtet, die Türen ausgetauscht, das Dach saniert und die Dämmung verbessert. Innen wurde neben einem neuen Anstrich insbesondere die technische Infrastruktur erneuert. Die sanitären Einrichtungen, die elektrotechnischen Anlagen sowie die Heizungsanlage sind nun modernisiert. Ebenso wurde die Barrierefreiheit verbessert. Es gibt nun rollstuhlgerechte Toiletten und einen barrierefreien Zugang zum Erdgeschoss, weil ein kleiner Aufzug außen an der Treppe installiert wurde.
Durch den Umbau sind ebenso typische Jugendstilelemente der ehemaligen Innenausstattung freigelegt und sichtbar gemacht worden. Infostehlen dienen der Erläuterung dieser Elemente. Zu sehen sind sie im Dekor des Fußbodens im Vestibül und im ehemaligen Küchenbereich, den Decken- und Wandvertäfelungen im Foyer und in der Gestaltung der Heizkörper und Stuckdecken im Erdgeschoss. Ein Jugendstil-Zimmer rundet den Eindruck ab.
Villa wurde 1896 erbaut
„Der Charme des Gebäudes springt nun auf den Betrachter über“, findet Ulrich, der kurz einen geschichtlichen Ausflug zum Gebäude unternahm. Die Villa wurde 1896 erbaut und diente zunächst als Ersatzwohnhaus für die Familie von Forell, die als Eigentümer von Schloss Strünkede nach Bergschäden ausziehen musste. Nach nur vier Jahren verließ sie aber nicht nur die Villa, sondern auch Herne. Das Gebäude ging zunächst an die Harpener Bergbau-AG, die es als Direktoren-Wohnhaus nutzte. 1960 wurde die Stadt der Besitzer, seit 1978 wird es für Ausstellungen genutzt.
Ulrich berichtete von vielen Überraschungen beim Umbau: „Diese sind erst dann zum Vorschein gekommen. So haben wir eine Tapete mit einem Artikel des Generalanzeigers von 1916 unter fünf Schichten Farbe gefunden, ebenso hatten sich viele Vögel mit ihren Nestern im Dachbereich eingenistet.“ Ihn freut es zudem, dass bei rund 30 beteiligten Unternehmen die Hälfte aus Herne stammt, dies zeige die „Expertise im heimischen Handwerk“. Die Planung übernahm das Architekturbüro von Sabrina Gronotte.
Rund zwei Millionen Euro Gesamtkosten
Finanziell lagen die Kosten bei rund zwei Millionen Euro – ursprünglich geplant waren sogar 2,2 bis 2,3 Millionen Euro, das Projekt blieb also leicht darunter. Das NRW-Heimatministerium steuerte rund eine Million Euro bei, der LWL beteiligte sich mit rund 200.000 Euro.
Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda sagt dazu: „Egal, was wir tun, es findet immer jemand etwas Besseres, was man mit dem Geld anstellen könnte. Wir finden aber: Es ist hier gut investiertes Geld, weil Kunst und Kultur in Herne keine Selbstläufer sind und wir so mal wieder unsere Schätze sehen und endlich wieder ausstellen können.“
'Dieses Gebäude weckt Gefühle'
Außerdem führt der Verwaltungschef aus: „Dieses Gebäude weckt Gefühle. Es ist ein strahlender Punkt und viele kleine Dinge sorgen für die Besonderheit. Es ist auch nicht einfach, solch eine Sanierung im Bestand durchzuführen.“ Seinen Dank richtete er an die Unterstützer und Dr. Oliver Doetzer-Berweger, Leiter des städtischen Emschertal-Museums, der nun im Jahr des 100. Geburtstags vom Emschertal-Museum einen weiteren Grund zur Freude hat.
Dr. Kirsten Bernhardt vom LWL-Museumsamt sieht einen lebendigen Ort von Kunst, Kultur und Bildung, der nun auch ein bisschen mehr Barrierefreiheit hat. Bis Sonntag, 25. Oktober 2026, sind nun zahlreiche „Meisterwerke“, so der Name der Ausstellung, zu sehen.