90er und Clubnight sorgen für das Abriss-Finale und Zukunftspläne
Zwei Partys schließen das 'N8Werk' ab
Ende und Aus, das war es vorerst: Die N8Werk-Partyreihe vom LM:V-Veranstaltungsservice (halloherne berichtete) in der alten Halle auf dem Funkenberggelände ist erstmal vorbei. Nach der Techno-Premiere am Samstag (18.4.2026, halloherne berichtete) und einigen Anwohnerbeschwerden aufgrund eines vermeintlich zu hohen Lärmpegels (halloherne berichtete), folgten am Freitag (24.4.2026) noch eine 90er-Party, der Abschluss stand am Samstag (25.4.2026) mit der Clubnight auf dem Programm. Die Halle wird nun abgerissen. Wie lief es bei den „Abrisspartys“ ab?
Die Reise in das Eurodance-Zeitalter wurde von den bekannten Acts wie Captain Jack, Aquagen und Shaun Baker begleitet. Gerade diese bekannten Namen lockten generationsübergreifend viele Besucher an. Viele 90er-Fans pilgerten in den frühen Abendstunden des Freitags zur Halle.
Da auch viele mit dem Auto anreisten, führte dies zu kurzen Wartezeiten am Einlass. Einige Besucher wollten diesen entgehen und suchten sich Parkplätze rund um das Gelände. Die Stimmung vor und in der Halle war ausgelassen. So feierten sogar ein paar Anwohner eine Garagenparty.
90er-Jahre Musik verbindet Generationen
Die 90er-Musik scheint Generationen zu verbinden. Das altersmäßig durchmischte Publikum feierte jeden Song, jeden Refrain oder Sample ab. Vor allem die Klassiker wie Wonderful Days, Insomnia, Hardcore Vibes oder Mr. Vain kamen beim Publikum sehr gut an.
Eröffnet wurde der Eurodance-Abend durch Oscar de la Fuente, gefolgt von Aquagen. Später kam dann noch Sänger Toni Mogens hinzu und brachte die Halle mit Songs wie dem Backstreet Boys-Klassiker „I Want It That Way“ zu kochen.
Für viele 90er-Fans war sicherlich auch der Auftritt von Captain Jack ein Highlight. Im Gepäck hatte er natürlich seinen Hit „Captain Jack“, den er zweimal vortrug. Weiterhin heizte er der feierwütigen Menge mit Songs wie Little Boys oder auch anderen Klassikern wie Give it up von Cut’n’Move ein. Ferner gab es auch Dance-Versionen von „In The Army Now“ oder „Livin’ on a Prayer“. Captain Jack suchte auch aktiv den Kontakt mit dem Publikum. Er sprang von der Bühne und feierte mit der Menge.
Benutzt das Mischpult wie ein Klavier
Den Abschluss bildete Altmeister Woody van Eyden. Der 90er-DJ nutzte das Mischpult wie andere das Klavier, arbeitete wild und aktiv mit der Musik. So war klar, dass vielen Gästen dieser Abend bestens gefiel.
Direkt am Samstagabend stand dann mit der Clubnight ein Mix aus Mashups, 2010er-Musik und Clubhouse auf dem Programm. Am Anfang war es noch etwas übersichtlich, ab 22 Uhr füllte sich der Dancefloor dann aber zusehends. Die Stimmung, auch durch den ein oder anderen etwas höheren „Pegelstand“, gut, ausgelassen, locker und offen.
Tanzfläche zu späterer Stunde voll
Zu Beginn legte unter anderem das DJ-Duo White Elephant B2B Noka auf, Lui Ree drehte ebenfalls an den Plattentellern. Vor allem bei den DJs Salvatore Mancuso und STEEL war die Tanzfläche voll, ihre Songauswahl brachte die Besucher in Bewegung.
Besucher Benjamin ist von der Veranstaltung hellauf begeistert und sagt schon mit etwas heiserer Stimme: „Ich finde einfach nur geil, was Jano und Mika Menzel als Veranstalter hier aufgebaut haben. Die beiden können ruhig noch öfter solche Partys machen.“
Fortführung? 'Sind in Gesprächen'
Gibt es denn eine Fortführung? Veranstalter Jano Menzel sagt gegenüber halloherne: „Ich bin schon in Gesprächen mit der Stadt, um solche Events nochmal durchzuführen. Da geht es in erster Linie darum, eine passende Location zu finden, aber da sind wir zuversichtlich, in naher Zukunft eine Info öffentlich präsentieren zu können. Zum aktuellen Stand kann ich leider nichts sagen, aber das Projekt ruht nicht und wir bleiben am Ball und sind guter Dinge.“
Mit Stand von Montag (27.4.2026) ist mittlerweile das Equipment auch schon abgebaut, der Staub von den Lautsprecherboxen weggewischt und die Halle fast in ihren Zustand vor den N8Werk-Partys versetzt. Jano Menzel zieht ein zufriedenes Fazit: „Die ersten beiden Events waren komplett ausverkauft, nur bei der Clubnight gab es noch Resttickets und eine Abendkasse, aber das war auch völlig in Ordnung.“
Keine Anrufe und Besuche der Polizei wegen Lärm
Von sehr vielen Besuchern habe man positives Feedback erhalten, dass genau so eine Veranstaltungsreihe in Herne gefehlt habe. Zudem habe er keine Anrufe der Polizei mehr erhalten, ebenso seien die Beamten nicht mehr vor Ort gewesen, auch wenn der Sound nicht viel leiser im Vergleich zur Vorwoche gewesen wäre.
Deshalb fügt er zu den Themen Lärm und Anwohner hinzu: „Ich habe noch mit einigen Anwohnern gesprochen, die waren allesamt happy. Unser Team hat nachts auch wieder jeweils den Müll, der auf den umliegenden Straßen oder in den Vorgärten lag, entfernt.“ Umso erfreulicher sei es, dass dieser Stress erledigt sei. Schließlich können die Anwohner auch aufatmen, denn in dieser Halle werden nur noch Abrissbagger laut sein - und das N8Werk bald vielleicht an einer anderen Stelle Sounds für Nachtschwärmer aus den Boxen schallen lassen.