Störtförtsüll

LWL präsentiert Wort des Monats

Das Museum für Archäologie des Landschaftsverband Westfalen-Lippe am Europaplatz in Herne (NW), am Dienstag (06.11.2018).
Das Museum für Archäologie des LWL. Foto: Stefan Kuhn

Westfalen (lwl). Dass „Störtförtsüll“ ein plattdeutsches Wort ist, erkennt man nicht auf den ersten Blick. Irgendwie klingt es mehr nach einem isländischen Gletscher. Im Platt der Soester Börde ist das Wort allerdings als Schimpfwort für ungeschickte Personen üblich. Wie das Wort entstanden ist, wissen die Sprachwissenschaftler beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

„Das Wort Störtförtsüll ist dadurch entstanden, dass die Wörter eines ganzen Satzes zu einem Wort zusammengerückt wurden,“ erklärt Dr. Markus Denkler von der Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens. „Solche Wörter werden Satznamen genannt. Im Hochdeutschen kennen wir etwa den Springinsfeld oder den Störenfried. In den Mundarten kommen Satznamen recht häufig vor.“ Störtförtsüll könnte man auch Stört-för’t-Süll schreiben. Die wörtliche Übersetzung lautet: "Stürz über die Schwelle". Damit ist eine Person gemeint, die über ihre eigenen Beine fällt, sich also überaus ungeschickt und unbeholfen anstellt.

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