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Der Stadtjugendring schlägt Alarm: Kinder- und Jugendarbeit der freien Träger, wie hier beim Mitmachtag, ist gefährdet (Archivbild).

Kinder- und Jugendarbeit der freien Träger ist gefährdet

Stadtjugendring schlägt Alarm

„Der Stadtjugendring (SJR) Herne sieht die Infrastruktur der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Herne gefährdet und erwartet für 2024 große Einschnitte“, schlägt Friedhelm Libuschewski, Vorsitzender des SJR, Alarm. „Kinder und Jugendliche dürfen nicht zu Verlierern des Krieges in Europa werden“, betont Jessica Papies von der Herner Tierschutzjugend.

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Im Kommunalen Kinder- und Jugendförderplan 2022-2025 wird ein Mindestmaß an notwendigen Angeboten in der Jugendsozialarbeit, in der verbandlichen Jugendarbeit und der Offenen Jugendarbeit beschrieben, die wir für unsere Kinder und Jugendlichen in Herne benötigen. Den durchführenden Trägern soll eine mittelfristige finanzielle Sicherheit geboten werden. Diese Angebote werden einerseits von kommunalen Einrichtungen und andererseits von Freien Trägern wie der AWO, den Falken, der Gesellschaft Freie Sozialarbeit (GFS), den Kirchen, der IFAK und anderen durchgeführt.

Drastisch steigende Kosten

Als der Förderplan entwickelt wurde, wurde die finanzielle Dynamik im Förderplan auf zwei Prozent jährlich reduziert. „Dann hat der Überfall Russlands auf die Ukraine die Welt und alle Kosten auf den Kopf gestellt. Energie- und Betriebskosten, Preise für Busreisen, für Ausflüge oder Freizeiten stiegen um mindestens 15 Prozent“, betont Frank Köhler von der GFS. Dazu kamen und kommen steigende Personalkosten durch Inflationsausgleichsprämien, Regenerationstage, Sonderzahlungen für den pädagogischen Dienst und Tarifsteigerungen um insgesamt durchschnittlich zwölf Prozent.

Den Freien Trägern fehlen so nach einer Abfrage durch den SJR 2023 bereits rund 60.000 Euro. 2024 werden in den Kassen der Jugendverbände weitere 135.000 Euro fehlen, 2025 sind es dann noch einmal 155.000 Euro. „Für diese Summen gibt es keine Rücklagen. Einsparungen in dieser Höhe sind nur bei den Personalkosten möglich“, sagt Nadine Albrecht von der AWO.

Friedhelm Libuschewski sorgt sich als Vorsitzender des Stadtjugendrings um die finanzielle Zukunft der Angebote für Kinder (Archivbild).

„Dies hätte einen drastischen Einschnitt bei den Angeboten der Offenen Arbeit, der Jugendsozialarbeit, Ferienprogrammen, Angeboten im Bildungsbereich und vielem mehr bis hin zur Schließung von Kinder- und Jugendtreffs zur Folge“, betont Holger Spies vom CVJM.

Einzelgespräche mit den demokratischen Fraktionen im Rat

In Einzelgesprächen mit allen demokratischen Fraktionen hat der SJR Herne seine Position deutlich gemacht und mit Zahlen untermauert. Dabei traf er bei allen Fraktionen auf offene Ohren und Verständnis sowie auf die Bereitschaft finanziell nachzulegen. „Jetzt müssen in der Septembersitzung des AKJF Taten folgen!“, fordert Libuschewski. Das Ziel ist ein fraktionsübergreifender Antrag zum Haushalt 2024, durch den die fehlenden Gelder für 2024 und perspektivisch für 2025 in den Haushalt als Sonderzahlungen eingestellt werden. „Und das auch trotz der dramatischen Haushaltssituation!“, so Libuschewski.

Die Politik muss sich jetzt die Frage stellen: Können wir in der jetzigen Situation mit 5000 Kindern und Jugendlichen mehr als geplant, in den Krisen der heutigen Zeit, in der Kinder und Jugendliche mehr denn je fachliche Begleitung benötigen, die vorhandene Infrastruktur der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bröckeln lassen? Können wir es zulassen, dass Kinder und Jugendliche ab dem kommenden Jahr immer mehr vor verschlossenen Jugendzentrumstüren stehen?

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Der Appel des SJR lautet ganz klar: Rettet die Arbeit für Kinder und Jugendliche und lasst Kinder und Jugendliche nicht zu Verlierern des Krieges und Corona werden.

| Quelle: Stadtjugendring Herne
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