SPD: Flexibilisierung des Unterrichts

Ist auch in Herne notwendig

Leerer Klassenraum
Leerer Klassenraum Foto: Pixabay

Klare Kritik am Festhalten der CDU-FDP-Landesregierung am reinen Präsenzunterricht – so lautete das einhellige Fazit der Vertretungen von Schülern, Lehrkräften, Schulleitungen, Eltern und Kommunen, die SPD und Grüne am Dienstag (17.11.2020) zu einem NRW-Schulgipfel zusammengebracht hatten. Ministerpräsident Laschet (CDU) und Schulministerin Gebauer (FDP) hatten ihre Teilnahme abgesagt und wollen den steigenden Infektionszahlen und allen Empfehlungen zum Trotz weiter am Präsenzunterricht festhalten.

Angesichts der hohen Corona-Zahlen auch in Herne ist die Landesregierung in der Pflicht, alternative Unterrichtsmodelle zu ermöglichen. Dennoch hält die CDU-geführte Landesregierung am Prinzip des reinen Präsenzunterrichts in voller Klassenstärke fest. Noch am Montagabend sprach sich Vize-Ministerpräsident Stamp (FDP) dagegen aus, die Klassen zu verkleinern.

Umwelt-Unterricht der Stadtwerke mit der Umweltpädagogin Sandra Wasielewski im Natur-Erlebnis-Revier.
...oder Präsenzunterricht. Foto: Stadtwerke / Leclaire

Der Herner SPD-Chef und Landtagsabgeordnete Alexander Vogt kritisiert das Vorgehen der Landesregierung scharf: „Mit ihrer sturen Haltung bringt die Landesregierung Schüler sowie ihre Familien in Gefahr und riskiert, dass ganze Schulen geschlossen werden müssen. Gute Konzepte wie die der Stadt Solingen, wechselweise Präsenz- und Distanzunterricht durchzuführen, werden einfach abgebügelt. Schulen überhaupt keinen Handlungsspielraum für eigene pädagogische Konzepte zu bieten, die den Gesundheitsschutz und die Bildungsgerechtigkeit miteinander in Einklang bringen, ist unverantwortlich.“

SPD und Grüne im Landtag NRW hatten die Landesregierung seit langem dazu aufgefordert, alle betroffenen Akteure an einen Tisch zu holen, um gemeinsam konstruktive Lösungen zu entwickeln. Weil CDU und FDP dazu keine Veranlassung sahen, fand nun ein Schulgipfel auf Einladung der Opposition statt – ohne Beteiligung der Landesregierung. Mehr als 250 Personen aus über zwanzig Verbänden und Institutionen nahmen teil und waren sich einig: Der Unterrichtsbetrieb muss weitergehen, doch dafür dürfe es nicht länger allein beim klassischen Präsenzunterricht bleiben.

„Wir brauchen gerade in Herne dringend Alternativmodelle zum derzeitigen Schulbetrieb“, fordert auch Theres Boneberger, Vorsitzende der Herner Arbeitsgemeinschaft für Bildungsfragen in der SPD (AfB). „Mit einem Inzidenzwert von über 300 wird der reine Präsenzunterricht in unserer Stadt nicht mehr lange aufrechterhalten werden können. Bereits jetzt sind in Herne hunderte Schülerinnen und Schüler und zahlreiche Lehrkräfte in Quarantäne. Angesichts dieser Zahlen fordern wir von der Landesregierung, endlich flexibleren Unterricht zu ermöglichen und zusätzliche Unterrichtsorte auch außerhalb von Schulen zuzulassen, um kleinere Klassengrößen zu ermöglichen und so den Weiterbetrieb des Unterrichts langfristig zu gewährleisten.“

Quelle: