Sonntags verkaufsoffen - kein Corona-Allheilmittel

Stellungnahme der Grünen

Die NRW-Landesregierung beschloss, dass auf Grund der Corona-Krise in der Adventszeit und am 3. Januar 2021 mehr verkaufsoffene Sonntage genutzt werden dürfen. Dazu nehmen die Herner Grünen mit ihrerr Vorsitzenden und Sprecherin des offenen Arbeitskreises Wirtschaft, Claudia Krischer, wie folgt Stellung: „Grundsätzlich ist es gut, wenn man versucht, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Lokalwirtschaft abzumildern. Ob verkaufsoffene Sonntage hier das richtige Mittel ist, ist mindestens anzuzweifeln. Trotz nachvollziehbarem Druck mancher Händler, sollte nicht Ökonomie über Sozialem gedacht werden.

Durch verkaufsoffene Adventssonntage hat niemand in der Herner Bevölkerung mehr Geld zum Konsumieren. Es müssen andere Möglichkeiten gefunden werden, die lokalen Händler zu unterstützen - ohne den Berufstätigen und ihren Familien die freien Adventssonntage zu nehmen.

Verschiedene Stimmen im Herner Kreisverband fordern, dass neben den Belangen der Inhaber auch die Belange der Belegschaft und der Kunden zählen. Der arbeitsfreie Sonntag ist eine Errungenschaft, die unbedingt verteidigt werden sollte. Die Familien der Angestellten in den Geschäften leiden unter häufigen verkaufsoffenen Sonntagen. Insbesondere ist es umstritten, ob sich ein klarer Mehrwert ergibt: verteilt sich nur die Kaufkraft auf 7 anstatt 6 möglicher Tage, oder konsumieren die Herner sonntags mehr? Diese Frage wird von größeren Ketten und inhabergeführten Läden sehr unterschiedlich beantwortet.

Soziale Gründe sprechen klar gegen eine Ausweitung der Verkaufstage, wirtschaftliche Gründe werden unterschiedlich bewertet.

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise soll aber auch festgehalten werden: Sollte die Belegschaft sich freiwillig dazu entscheiden, und führt der zusätzliche Verkaufstag wissenschaftlich erwiesen zu einer Verteilung der Käufer auf größere Zeiträume und somit zu geringeren Kundenhöchstzahlen und einer Entzerrung, wäre die Möglichkeit, die durch die Landesregierung geschaffen wurde, eine kurze Überlegung wert. Vor dem Hintergrund des höchstwahrscheinlich ohnehin umsatzstarken Adventszeitraums und der hohen personellen Beanspruchung in dieser Zeit, ist dies allerdings durchaus zweifelhaft. Es steht zu bedenken, dass der verkaufsoffene Sonntag lediglich eine weitere Möglichkeit zur Ansteckung sein könnte – dies sollte verhindert werden."

Die Herner Werbegemeinschaft befürwortet eine Öffnung in der Adventszeit (halloherne berichtete).

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