Preisgekröntes Puppen- und Objekttheater im MiR
Solange das Fax funktioniert, ist alles gut
„Ich will nur sagen: Zwei Stunden eine Zigarette rauchen, vielleicht geht das auch schneller“: Es sind ganz alltägliche Konflikte, die in Svealena Kutschkes Stück „Fußnoten aus dem späten 21. Jahrhundert“ das Salz in der faden Suppe des Büroalltags zwischen Abheften, Tackern und Kopieren darstellen. Ihr im vergangenen Jahr beim Heidelberger Stückemarkt ausgezeichnetes dystopisches Zukunftsszenario einer Klimakatastrophe, welche die Welt ins Chaos stürzt, feiert am Freitag, 13. Februar 2026, um 19.30 Uhr als Mischung aus Puppen- und Objekttheater im Kleinen Haus des Gelsenkirchener Musiktheaters im Revier Premiere in einer Inszenierung von Pablo Lawall.
Gruber (Luisa Krause), Noll (Moritz Ilmer), Weber (Gloria Iberl-Thieme) und „Das paranormale Phänomen“ (Daniel Jeroma) arbeiten im Großraumbüro einer Behörde. Den Zweck ihres Tuns beschreiben sie so: „Aber unsere Aufgabe ist ja nicht das Lösen der, ähm, Probleme. Wir sind dafür zuständig, die, ähm, Probleme zu verwalten.“ In diesen Fußnoten steckt eine gute Portion Stromberg, doch bei Svealena Kutschke gibt es auch noch eine Außenwelt, in der es ziemlich übel zugeht.
So sehr sich die wackeren Angestellten auch bemühen, die Katastrophe zu ignorieren, irgendwann können sie den riesigen Fleck, der sich an der Wand ausbreitet und überdeutlich vom nahenden Untergang kündet, nicht mehr übersehen. Und natürlich fragen sie sich: Warum hat dieser Fleck exakt die Umrisse von Deutschland?
Manchmal absurder Humor
Svealena Kutschke erzählt in „Fußnoten aus dem späten 21. Jahrhundert“ mit einem hintersinnigen, manchmal absurden Humor, der sich mehr und mehr zuspitzt und verdunkelt, von Menschen im Großraumbüro einer Behörde, die unbeirrt ihre überflüssig gewordenen Aufgaben erfüllen, während draußen längst die gewohnte Ordnung zerbröckelt und das Chaos langsam durch die Wände ins Büro sickert. Mit diesem Text gewann sie 2025 beim renommierten Heidelberger Stückemarkt den erstmals vom Deutschen Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst e.V. und dem Musiktheater im Revier gemeinsam ausgelobten Fidena-Preis.
Die Koproduktion des MiR Puppentheaters (Bühne und Kostüme: Lex Hymer, Puppenbau: Ulrike Langenbein) mit dem Theater Heidelberg und dem Deutschen Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst Fidena Bochum wird ab Ende April 2026 auch beim Heidelberger Stückemarkt gezeigt.
Autorin erhielt etliche Auszeichnungen
Die 1977 in Lübeck geborene Autorin Svealena Kutschke lebt in Berlin und veröffentlichte bislang fünf Romane. Im Jahr 2019 wurde ihr erstes Theaterstück „zu unseren Füßen, das gold, aus dem boden verschwunden“ uraufgeführt. Es folgte 2023 „no shame in hope (eine Jogginghose ist ja kein Schicksal)“, das am Theater Oberhausen seine Uraufführung erlebte. Die Autorin war mehrfach Stipendiatin des Goetheinstitutes und erhielt etliche Auszeichnungen.
Die Vorstellungen im Kleinen Haus des MiR:
- Freitag, 13. Februar 2026, 19.30 Uhr (Premiere)
- Sonntag, 15. Februar 2026, 18 Uhr
- Samstag, 28. Februar 2026, 19 Uhr
- Freitag, 6. März 2026, 19.30 Uhr
- Sonntag, 15. März 2026, 18 Uhr
- Freitag, 15. Mai 2026, 18 Uhr
Karten unter musiktheater-im-revier.de oder unter Tel. 0209 – 4097200.
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- Sonntag, 15. Februar 2026, um 18 Uhr
- Samstag, 28. Februar 2026, um 19 Uhr
- Freitag, 6. März 2026, um 19:30 Uhr
- Sonntag, 15. März 2026, um 18 Uhr
- Freitag, 15. Mai 2026, um 18 Uhr