Schiller Live - Es werde Licht

Schiller Live 2019
Schiller Live 2019 Foto: Björn Koch
Schiller Live 2019
Schiller Live 2019 Foto: Björn Koch

Oberhausen. Produzent Christopher van Deylen - besser bekannt unter dem Elektro-Pop-Projekt Schiller trat mit Band am Samstag (18.5.2019) in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen auf. Unter dem Motto Es werde Licht präsentierte Schiller vor rund 5.000 Zuschauern Songs aus dem aktuellem Album Morgenstund, sowie Hits wie Das Glockenspiel oder Ruhe.

Es werde Licht, so die Ansage. Und Schiller hielt Wort. Der Künstler brachte - wie schon zu vielen vorherigen Shows - eine spektakuläre Lichtshow mit nach Oberhausen. Es wurde aber auch laut - sehr laut. Wobei der Beginn des Konzertes mit dem Song I will follow you eher verhalten begann. Langsam erleuchteten die Lichter die Arena in Oberhausen und ließen einen ersten Einblick darauf zu, was die Besucher an Lichteffekten erwartete. Unzählige Scheinwerfer der verschiedensten Arten brachten sich passend zur Musik ein.

Nur zwei Songs später ließ Christopher van Deylen die ersten Töne seines Hits Glockenspiel ertönen, was die Gäste in der Halle mit tosenden Applaus quittieren. Schiller setzte - im Gegensatz zur 2016er-Tour - wieder auf die klassische Live-Version von Glockenspiel mit viel Tempo und Dynamik. Mit Lichtermeer hielt der Produzent die musikalische Dynamik auf einem hohen Level. Die Licht-Techniker verwandelten die Halle passend zum Songtitel in ein Meer aus Strahlern, Lasern, Spots - und eigentlich alles, was das Lichtpult hergab.

Mit Looking Out for You kam eines der Highlights des Konzertes. Eigentlich ein eher ruhigeres Stück und Kontrast zu den schnellen Titeln. Eigentlich. Doch van Deylen ergänzte in der Live-Version des Stückes akustische Gitarren und ein - salopp gesagt - fettes E-Gitarren-Solo. So wurde aus dem Ambiente-Song eine handfeste Hard-Rockballade. Apropos Gitarren: Schiller integrierte bei der 2019er-Version seiner Live-Konzerte mehr die klassischen Live-Instrumente wie elektronische und akustische Gitarren, E-Bass und natürlich Schlagzeug. Letzteres sorgte in einer XL-Variante für den richtigen Druck.

Schiller brachte bei der Auswahl der Stücke ein Repertoire von Zeitgeist bis Morgenstund. Klassiker wie Schiller oder Ruhe waren ebenso dabei, wie die Songs Avalanche, New Day oder Das goldene Tor mit der iranischen Musikerin Yalda Abbasi - eines der vielen Highlights der Tour. Ein weiterer Höhepunkt war aber wieder ein altbewährtes Stück: Ruhe. Schiller feilte dezent an der Ur-Version des Hits aus den 90er-Jahren und gab diesem mit E-Gitarren- sowie einem druckvollen Drum-Part noch mehr Dynamik. Die Besucher riss es erst von den Sitzen und dann tanzte mal die ganze Halle.

Fazit:

Schiller erfindet bei seinen Projekten das Rad nicht neu und ist musikalisch eine sichere Bank. Dieses gilt auch für die Live-Shows, welche sich durch eine hohe Licht- und Soundperformance auszeichnen. Aber: Die aktuelle Arena-Tour unterscheidet sich etwas von der Tour von 2016. Christopher van Deylen hauchte gefühlte mehr Druck und mehr Performance ein. So wirkt das Konzert mehr rockiger, welches durch die Kombination mit den außergewöhnlichen Live-Musikern noch mehr unterstreichen lässt.

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