Rettungspaket für den Offenen Ganztag

v.l. Waldemar Mandzel, Linda Jaskowiak und Kinders aus dem Offenen Ganztag.
v.l. Waldemar Mandzel, Linda Jaskowiak und Kinders aus dem Offenen Ganztag. Foto: Awo

Gute OGS darf keine Glückssache sein – Wir bleiben dran Unter diesem Motto beteiligt sich auch die AWO Ruhr-Mitte an der landesweiten Kampagne der Freien Wolfahrtspflege NRW zur Stärkung des Offenen Ganztags (OGS). In Herne mit einem ganz besonderen Ferienprojekt: Karikaturist Waldemar Mandzel gestaltet mit den Kindern der Horstschule ein großes Kunstwerk, um die Herausforderungen im Offenen Ganztag bildhaft darzustellen. Dazu skizzierte Waldemar Mandzel vorab den Lehrer Lämpel von Wilhelm Busch, der mahnend den berühmten Zeigefinger hebt. Sinnbild des aufrechten Pädagogen, dem übel mitgespielt wird. Am Ende soll er inmitten eines Büchermeeres stehen, Basis von Bildung und Erziehung. Die Cover gestalten die Kinder mit ganz viel Kreativität selbst, der 70-jährige Zeichner sorgt für den inhaltlichen Feinschliff und gibt den Büchern knackige Titel, die zur Kampagne passen: Mehr Geld, Größere Räume, Einheitliche Standards in allen Städten könnten solche Überschriften sein.

An drei Tagen in den Herbstferien arbeiten Kinder und Künstler daran. Insgesamt besuchen 137 Kinder den Offenen Ganztag der AWO an der Horstschule, ein gutes Drittel beteiligt sich auch an der kreativen Aktion. Linda Jaskowiak, OGS-Leitung vor Ort, sagt, dass sie selbst mit der Situation an der Horstschule durchaus zufrieden sei. „Bei uns sind zum Beispiel ausreichend pädagogische Fachkräfte tätig. Aber das ist nicht überall so. Und daher sagen auch wir: So etwas darf einfach keine Glückssache sein, sondern muss zum Standard werden.“

2017 startete die Freie Wohlfahrtspflege NRW aus diesem Grund die Kampagne Gute OGS darf keine Glückssache sein. Alle Träger zogen gemeinsam vor den Landtag. 2.500 Menschen waren dabei, Kinder, Eltern und Erzieherinnen. Schulministerin Yvonne Gebauer und Familienminister Dr. Joachim Stamp hatten Verbesserungen für den Offenen Ganztag zugesagt. Seither gab es zwar kleinere Nachbesserungen und für den Landeshaushalt 2019 sind leichte Erhöhungen der Landesmittel angekündigt. Die Offenen Ganztagsschulen in Nordrhein-Westfalen brauchen dringend eine spürbare finanzielle Verbesserung. Sie brauchen höhere Etats und eine einheitliche Förderung in ganz NRW, so die AWO Ruhr-Mitte in einer Pressemitteilung vom Donnerstag (24.10.2018)

Die Freie Wohlfahrtspflege und die AWO Ruhr-Mitte fordern konkret: „Der Offene Ganztag muss ausgebaut werden. Alle Kommunen müssen gleichermaßen den Ganztag fördern und eine gute Bildung, Erziehung und Betreuung sicherstellen. Ein Landesgesetz muss für gute qualitative Standards sorgen. Dafür setzt sich die Freie Wohlfahrtspflege NRW ein.“ Das Bild aus der Horstschule soll ein kleiner Beitrag sein, Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Daher wird es noch an verschiedenen Stellen in Bochum und Herne öffentlich zu sehen sein. Bis zum 30. November können sich Bürger außerdem an einer Online-Petition zur Unterstützung des Kampagne beteiligen.-zur Online-Petition.

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