Planspiel zum Thema Asylrecht

Teilnehmer des Planspiels.
Teilnehmer des Planspiels. Foto: Veranstalter

35 Schüler des Emschertal Berufskollegs in Herne verhandelten am Dienstag und Mittwich (4.-5.12.2018) in einem Planspiel die Neuregelung der europäischen Asyl- und Flücht- lingspolitik. Möglich gemacht wurde das Planspiel vom Forum Jugend und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung. „Durch das Planspiel habe ich einen Eindruck davon bekommen, wie vielseitig und kompliziert der Gesetz- gebungsprozess auf europäischer Ebene sein kann", sagte eine Schülerin, die für zwei Tage die Rolle einer EU-Parlamentsabgeordneten übernahm. An beiden tagen durfte sie mit ihren 34 Mitschülern in die Rollen der politischen Akteure der Europäischen Union schlüpfen. Als Mitglieder der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments, des Ministerrats oder als Interessen- und PressevertreterInnen gestalteten die Teilnehmenden in Eigenregie die europäische Politik. Alle waren mit Elan bei der Sache und spürten, wie schwierig es sein kann, die unterschiedlichen Meinungen und Vorstellungen der politischen Lager in einem Kompromiss zu vereinen. Gemeinsam diskutierten sie die verschiedenen Aspekte der europäischen Asyl- und Flüchtlingspolitik.

Die Europäische Kommission im Planspiel legte in ihrem Richtlinienentwurf vor allem Wert darauf, dass die aktuelle Situation zur Asyl- und Flüchtlingspolitik verbessert wird. Neben der Einführung einer europäischen Flüchtlingsquote sollen auch Ausgleichzahlungen für finanziell schwächere EU-Staaten die angespannte Situation in Ländern wie Italien, Spanien und Griechenland verbessern. Darüber hinaus sollen die benachteiligten Länder auch durch die Umsetzung des Relocation-Programms schnellstmöglich entlastet werden. Bei Nichteinhaltung der Richtlinie forderte die Europäische Kommission hohe, am Brutto-Inlandsprodukt (BIP) des jeweiligen Landes bemessene Geldstrafen. Die vorgeschlagene Quotenregelung sorgte sowohl im Ministerrat als auch zwischen den Abgeordneten des Europäischen Parlaments für rege Diskussionen. In den Nachverhandlungen bekamen die Schüler einen Eindruck davon, wie schwierig es ist, Kompromisse auf gesamteuropäischer Ebene zu finden.Ziel des Planspiels war es, ein besseres Verständnis für politische Entscheidungsfindung auf europäischer Ebene unter Einbezug von verschiedenen Standpunkten und Ansichten zu vermitteln. So waren sich die SchülerInnen einig, dass politische Prozesse aufwendig und lang sind, „wenn man bedenkt, wie viele Akteure am Gesetzgebungsprozess beteiligt sind", so ein Schüler.

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