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Die N8Werk-Abrissparty: Die Gäste feierten und tanzten zur Musik, einige Anwohner kamen jedoch nicht zum Schlafen. Nun äußern sich Stadt und Veranstalter.

Anwohner beklagen Lärmbelästigung: Das sagen Stadt und Veranstalter

N8Werk-Technoparty hat ein Nachspiel

In der Nacht von Samstag auf Sonntag (18./19.4.2026) feierten über 2.000 Leute ausgelassen zu Techno-Beats bei der ersten Veranstaltung des Formats „N8WERK“ des LM:V-Veranstaltungsservices in einer alten Industriehalle auf dem Funkenberggelände (halloherne berichtete und berichtete).

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Doch was für die einen Party bedeutete, bedeutete für die anderen eine schlaflose Nacht. Denn viele Anwohner kamen durch die Abrissparty in der Nacht kaum zur Ruhe. Einige Anwohner wandten sich nach der Berichterstattung an halloherne, um ihrem Ärger Luft zu machen.

'Ohrenbetäubender Lärm'

In verschiedenen Schreiben an die Redaktion werden unter anderem „ohrenbetäubender Lärm“ und „massive und gesundheitsschädliche Lärmbelastungen“ angemahnt. Ferner bemängeln einige Anwohner auch die Dauer der Veranstaltung bis in den frühen Morgen hinein sowie, dass ihre Sorgen und Bedenken vonseiten der Stadt und des Veranstalters nicht berücksichtigt worden sein sollen.

So heißt es beispielsweise in einem Schreiben unter anderem: „Dass eine derart laute Technoveranstaltung in einer maroden, überhaupt nicht schallgedämpften Industrieruine in unmittelbarer Nachbarschaft zahlreicher Wohngebäude überhaupt genehmigt werden konnte, ist für uns nicht nachvollziehbar.“

Geringe Anzahl an Beschwerden

halloherne hat bei der Stadt und beim LM:V-Veranstaltungsservice nachgefragt. So heißt es vonseiten des Stadtsprechers Tobias Kindel: „Der Stadt Herne liegt eine einstellige Anzahl an Beschwerden vor. Ansonsten gilt: Der Fachbereich Bauordnung hat kein Genehmigungsverfahren durchgeführt. Laut Erlass des Bauministeriums (MBWSV NRW) vom 17. Juni 2024 ist die Nutzungsänderung in Gebäuden für Veranstaltungen bis zu 25-mal im Jahr und bis 4.999 Personen zulässig, ohne das eine baurechtliche Genehmigung notwendig ist.“

Die Gäste feierten und tanzten zur Musik, ihnen gefiel die Lautstärke - außerhalb war nicht jeder damit einverstanden.

Weiter heißt es: „Eigentümer und Betreiber sind in diesem Fall eigenständig für die Einhaltung aller notwendigen privatrechtlichen und öffentlich-rechtlichen gesetzlichen Vorgaben - sowie auch zum Lärmschutz - verantwortlich.“

Persönliche Gespräche mit den Anwohnern

Alle weiteren Fragen seien an den Veranstalter, also LM:V, zu richten. Gesagt, getan. Jano Menzel erklärt: „Bereits im Vorfeld der Feier haben wir den umliegenden Anwohnern Briefe mit Infos zukommen lassen und sie eingeladen. Das haben auch einige in Anspruch genommen, ich selbst habe 17 Anwohner persönlich in Empfang genommen. Zudem haben wir mit einigen noch persönliche Gespräche vorher und nachher geführt. Dass trotzdem nicht alle damit zufrieden und einverstanden sind, ist ganz normal.“ So habe man vereinzelte Mails mit Kritik erhalten.

Der Veranstalter betont: „Wir haben uns an alle Richtlinien des Lärmschutzes gehalten und auch außerhalb der Hallen Messungen durchgeführt. Zunächst kamen wir auch bis an die Grenzwerte heran, jedoch nicht darüber hinaus. Techno lebt nun mal von lauter Musik und es ist bei so einer Party in einer Halle ganz normal, dass Lärm und Bass nicht an den Wänden aufhören, sondern auch außerhalb zu vernehmen sind.“ Vergleichbar im kleinen Rahmen ist beispielsweise eine Gartenhütte, in der laut die Musik aufgedreht wird, hier kann man die Wucht der Bässe ebenfalls noch außerhalb wahrnehmen.

Ständiger Austausch mit der Polizei

Außerdem sei man laut Jano Menzel ständig im Austausch mit der Polizei gewesen. Die sei mehrfach interessehalber vor Ort gewesen und zu später Stunde auch aufgrund von Lärmbeschwerden der Anwohner. „Wir haben dann auch selbstständig die Lautstärke herunter gedreht, um die Situation zu entschärfen. Insgesamt sehen wir die Lage mit den Anwohnern sehr entspannt und freuen uns auf die weiteren N8Werk-Partys“, schildert Menzel.

Schließlich habe es neben den negativen Reaktionen auch zahlreiche positive Rückmeldungen und Verständnis gegeben, nach dem Motto: „Es sind nur die drei Veranstaltungen und dann ist es wieder vorbei.“ Außerdem, so Menzel, werde die Musik bei den noch folgenden beiden Events ohnehin nicht so laut gespielt, wie bei der Techno-Party.

Von hier aus hat man einen guten Überblick und steht direkt vor den Boxen: DJ Tripsitter an den Decks.
Donnerstag, 23. April 2026 | Autor: Julia Blesgen und Marcel Gruteser