Comedian 'Dennis aus Hürth' überzeugt mit Improvisations-Skills
Amüsanter Handwerker-Treff im Kulturzentrum
Was haben ein Anlagenmechaniker, ein Elektriker und ein Maurer gemeinsam? Bis auf die Berufsgruppe „Handwerker“ erstmal nicht viel, aber am Freitagabend (17.4.2026, halloherne berichtete) gehörten die drei Männer mit den jeweiligen Berufen zum Hauptprogramm von Comedian Dennis aus Hürth im Herner Kulturzentrum, welches den Titel „Der Wille war da - nur ich nicht!“ trägt. Eine Lehrerin war ebenfalls noch Teil der illustren Runde. Aber der Reihe nach.
Der Hauptprotagonist ist dauerhaft 21 Jahre alt, selbst Maurer und erscheint regelmäßig zu spät auf den Baustellen rund um den Kölner Vorort. Von diesen Geschichten erzählt Dennis (hinter der Figur steckt der 52 Jahre alte Schauspieler und Komiker Martin Klempnow) einige.
'Arbeiten ist wie kacken. Du gehst, weil du musst'
So diskutiert er immer wieder mit seinem Chef, warum dieses und jenes nicht funktioniert oder noch nicht fertig geworden ist. Der Chef äußert darüber seinen Unmut. „Umut? Der ist heute nicht da, der ist krank“, entgegnet der langjährige Schüler der Pierre-Littbarski-Berufsschule schulterzuckend. Schließlich zieht Dennis ein einfaches Fazit: „Arbeiten ist wie kacken. Du gehst, weil du musst.“
Kein Wunder, dass nicht nur die angesprochenen Zuschauer aus dem Handwerk sich bestens unterhalten fühlen. Diese Sequenzen sind alle improvisiert und nicht Teil des Programms. So kriegt der Maurer als Verpflegung eine Tüte Chips zugeworfen, während der Elektriker Boris stellvertretend für seine Berufsgruppe als „Stewardess der Baustelle“ betitelt wird - aufgrund der vielen und hochwertigen Werkzeuge in einem Rollkoffer. Der Anlagenmechaniker aus der zweiten Reihe weiß auch, was die Todsünde auf der Arbeit ist: Das Arbeiten.
Lehrerin Ann-Kathrin, die unter anderem Spanisch an einer Sekundarschule unterrichtet, besitzt zu Dennis' Überraschung kein Lastenrad, wird aber aufgrund ihres Jobs immer höflich angesprochen und der Protagonist korrigiert immer wieder seine stellenweise falsche Grammatik.
Aktuelle Themen wie hohe Spritpreise gehören zum Programm
Aktuelle Themen wie hohe Spritpreise (wie in hochpreisigen Boutiquen ohne das passende Budget: „Ich tanke nicht, ich schaue nur die Zapfsäule an“, passende Seelsorger bei Aral, Shell und Co. oder „bald gibt es Gutscheine zur Tankerfahrung bei Jochen Schweizer“) greift Dennis aus Hürth ebenso auf wie einen Besuch in der Therme in Bergisch-Gladbach. Da viele der Zuhörer schon mal das Lago oder das Wananas von innen gesehen haben, können sie Geschichten über überschwängliche Aufgüsse und große Extremitäten des Sauna-Meisters gut nachvollziehen.
Überhaupt kann man kaum nachempfinden, welche inhaltlichen Themen zum Programm gehören und welche nicht. In der ersten Stunde bis zur Pause verbringt der Comedian nach eigener Aussage so viel Zeit mit der Improvisation, dass gar keine Zeit mehr für etwas Anderes bleibt.
Der Toiletten-Auftritt von Teenager Raoul
Auf jeden Fall nicht geplant war der Auftritt von Raoul. Der Teenager steht zwischendurch auf, um zur Toilette zu gehen. Dennis aus Hürth spricht seine Mutter an und überzeugt sie mit Hilfe des Publikums, über ihr Handy den Sohnemann auf dem Klo anzurufen. Der geht überraschend locker damit um, drückt sogar zwischendurch die über das Mikrofon und Handy-Lautsprecherfunktion gut hörbare Spülung, wodurch Dennis aus Hürth vor lachen von seiner aufgestellten Parkbank fällt. Als Dank wird der Jugendliche bei der Rückkehr von einem großen Applaus empfangen und darf noch mit auf die Bühne.
Auf der Bühne selbst, auf der unter anderem noch eine Bushaltestelle und ein Einkaufswagen stehen, ist der Komiker in seinem neon-grünen Jogginganzug der Marke Air Jordan sowie pinken Sneakern von Nike nicht zu übersehen.
Viel gelernt und Spaß gehabt
Klempnow mag die Interaktion mit seinem Publikum, erlaubt explizit Fotos und Videos während der Show und bedankt sich nach rund zweieinhalb Stunden mit den Worten: „Ich habe heute Abend von euch viel gelernt und es hat mir viel Spaß gemacht. Danke dafür!“. Die Besucher quittieren dies mit minutenlangen Applaus. Bis zum nächsten Mal!