Installation 'Schwarzkaue/Weißkaue' zu sehen
Gereon Krebber in der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3
Gereon Krebber, seit 2012 Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf, stellt eine raumgreifende Installation ins Kauengebäude der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 und greift unter dem Titel „Schwarzkaue/Weißkaue“ am historischen Ort in Unser Fritz die historische Funktion der Kauen als Umkleideräume im Bergbau auf und verschiebt deren ursprüngliche Ordnung: Schwarz und Weiß, Arbeit und Alltag, werden räumlich vertauscht.
Die von Danuta Karsten und Florian Kunath kuratierte Ausstellung wird am Samstag, 25. April 2026, um 17 Uhr in der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 eröffnet. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Fördervereins, Jürgen Hausmann, führt Georg Elben, Direktor des Skulpturenmuseums Marl, in Leben und Werk des Bildhauers ein.
Schüler von Tony Cragg
Nach einem Studium generale am Leibniz-Kolleg in Tübingen wechselte Gereon Krebber von 1994 bis 2000 an der Düsseldorfer Kunstakademie als Schüler von Tony Cragg und Hubert Kiecol. Anschließend setzte er seine Ausbildung mit einem Bildhauer-Studium am Royal College of Art in London fort. Krebber, der in Köln lebt und arbeitet, zählt längst zu den profilierten Bildhauern seiner Generation. Seine Arbeiten sind national und international in Ausstellungen und Sammlungen vertreten.
Der gebürtige Oberhausener des Jahrgangs 1973 hat bereits in Herne ausgestellt, im Rahmen des Kultur-Hauptstadtjahres zusammen mit Luka Fineisen „Wasserspiegel“ in den Flottmann-Hallen als Auftakt der Ausstellungsreihe „liquid area“ (Flüssigkeitsbereich) der Ruhr.2010. Mit der Ausstellung „Schwarzkaue/Weißkaue“ entwickelt Gereon Krebber nun auf Unser Fritz eine ortsspezifische Installation, die direkt aus der Geschichte der ehemaligen Zeche heraus gedacht ist.
Ausgangspunkt sind die sogenannten Kauen – die Umkleideräume der Bergleute, in denen zwischen Arbeits- und Alltagskleidung getrennt wurde. Krebber greift diese Struktur auf und kehrt sie bewusst um: Schwarz und Weiß, Arbeit und Alltag, verschieben ihre Plätze.
Kohlenschwarze Formation aus verbranntem Holz
In der Weißkaue breitet sich eine große, kohlenschwarze Formation aus verbranntem Holz aus, verschachtelt und beinahe labyrinthisch. In der Schwarzkaue hingegen hängt ein heller, unregelmäßig gesägter Körper aus Styropor und Wachs, leicht geneigt und in Bewegung. Diese Gegenüberstellung bildet den Kern der Ausstellung.
Ergänzt wird sie durch eine Reihe eigenwilliger plastischer Arbeiten: farbig gesprenkelte, quallenartige Keramiken an den Wänden, ein grünlich schimmernder, von wurmartigen Strukturen überzogener Körper aus Bauschaum sowie keramische Kugeln im Außenraum, die an fragile Schneefragmente erinnern. Zwischen diesen Elementen entsteht ein irritierendes, zugleich spielerisches Szenario, das sich jeder eindeutigen Lesart entzieht.
Bergbau und Keramik
Inhaltlich verbindet die Ausstellung zwei zentrale Traditionslinien des Ruhrgebiets: Bergbau und Keramik. Ohne die materiellen und infrastrukturellen Voraussetzungen des Bergbaus wäre keramische Produktion in dieser Form nicht denkbar gewesen. Krebber nimmt diese historische Verbindung nicht illustrativ auf, sondern überführt sie in eine eigenständige, zeitgenössische Formensprache. Fragen von Material, Transformation und – unterschwellig – auch von Klima und Vergänglichkeit werden dabei mit verhandelt.
Das Rahmenprogramm
Die Ausstellung „Schwarzkaue/Weißkaue“ ist im Anschluss an die Vernissage noch bis Sonntag, 17. Mai 2026 in der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3, Zur Künstlerzeche 10 in 44653 Herne bei freiem Eintritt zu sehen: Mittwochs und samstags jeweils zwischen 15 und 18 Uhr sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr. Zum Rahmenprogramm gehören das Künstlercafé auf Unser Fritz am Samstag, 2. Mai 2026 von 14:30 bis 16:30 Uhr sowie der gemütliche Feierabend-Plausch „Schichtwechsel“ am Freitag, 8. Mai 2026 von 18 bis 21 Uhr.
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- Samstag, 2. Mai 2026, um 14:30 Uhr
- Freitag, 8. Mai 2026, um 18 Uhr
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- Mittwoch, 29. April 2026, von 15 bis 18 Uhr
- Samstag, 2. Mai 2026, von 15 bis 18 Uhr
- Sonntag, 3. Mai 2026, von 14 bis 17 Uhr
- Mittwoch, 6. Mai 2026, von 15 bis 18 Uhr
- Samstag, 9. Mai 2026, von 15 bis 18 Uhr
- Sonntag, 10. Mai 2026, von 14 bis 17 Uhr
- Mittwoch, 13. Mai 2026, von 15 bis 18 Uhr
- Samstag, 16. Mai 2026, von 15 bis 18 Uhr
- Sonntag, 17. Mai 2026, von 14 bis 17 Uhr