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Der Grundstein ist gelegt: An der Südstraße (ehemaliges Suez-Gelände) entstehen zwei neue Prologis-Logistikhallen mit 20.500 Quadratmetern Fläche. Die Verantwortlichen um Philipp Feige (Head of Capital Deployment und Co-Geschäftsführer Prologis Deutschland, 2.v.l.) wollen bereits Ende 2026 eröffnen.

Nachhaltiges Bauprojekt an der Südstraße soll Ende 2026 fertig sein

Grundsteinlegung für neue Prologis-Halle

Wenn man sich auf dem ehemaligen Suez-Gelände an der Südstraße 41 umschaut, ist mit dem Titel „Grundsteinlegung“ die Einladung zum Termin am Freitag (17.4.2026) etwas spät dran. Das spricht aber auch für die Firma Prologis, die hier als Investor zwei neue Logistikhallen baut und die schon einigermaßen weit vorangeschritten sind. Bereits im Oktober oder November 2026 wollen die Verantwortlichen eröffnen.

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Im Februar 2023 wurden die Pläne vorgestellt (halloherne berichtete), dass Prologis hier zwei Gebäude mit zusammen rund 20.500 Quadratmetern Fläche bauen möchte. Die ganze Fläche, die seit Ende 2020 brach lag, umfasst sogar rund 36.000 Quadratmeter. Viel Platz also. Doch genau dieser Platz ist einer der Gründe, weshalb sich die Verantwortlichen dafür entschieden haben.

Zentrale Lage und gute Infrastruktur

„Wir haben die Fläche 2021 übernommen und finden hier sehr viel Platz in einer zentralen Lage im Ruhrgebiet vor. Die gute Infrastruktur ist ein weiterer wesentlicher Vorteil des Standortes“, erläutert Philipp Feige, Head of Capital Deployment und Co-Geschäftsführer von Prologis Deutschland. Da Prologis derzeit mit allen Immobilien im Portfolio null Prozent Leerstand habe, also alles vermietet ist, sei man auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, um dem Wachstumsmarkt und unterschiedlichen Anforderungen der Kunden gerecht zu werden.

Die neuen Prologis-Logistikhallen an der Südstraße aus der Vogelperspektive: Links oben ist das Jobcenter zu sehen, oben in der Mitte weitere Logistikhallen anderer Firmen und dahinter die Gastronomie mit L'osteria, Bavaria Alm und Café del Sol.

Weil aber nur noch wenige freie, unbebaute Flächen in guten Lagen vorzufinden sind, müsse auch Prologis umdenken. „Wir lösen uns vom Bauen auf der grünen Wiese und revitalisieren hier eine brachliegende Fläche. Das ist zudem deutlich nachhaltiger“, betont der Co-Chef.

Platin-Zertifizierung der DGNB angestrebt

Die Nachhaltigkeit komme auch dadurch zustande, dass man beim Bau hohe Ansprüche der Ökologie umsetze. Die Gebäude, die sich in drei Einheiten aufteilen lassen, sollen die Platin-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) erhalten. Grundlage dafür sind nicht nur die energieeffiziente Nutzung, sondern auch die Reduzierung des Embodied Carbon und die Berücksichtigung von Prinzipien der Kreislaufwirtschaft. So kommen unter anderem Stahl mit reduziertem CO2-Fußbabdruck (Dach) und CO2-reduzierter Beton (Bodenplatte) zum Einsatz.

So sieht der Eingangsbereich in einer der Illustrationen aus.

Ein Gründach und eine Photovoltaikanlage mit einem Megawatt sind ebenfalls Teil des Energiekonzeptes. Ebenso werden Ladestationen für Elektrofahrzeuge der künftigen Mitarbeiter sowie Lieferfahrzeuge und Lkw geschaffen. Stichwort Mitarbeiter: Prologis wird selbst nur sehr wenige Mitarbeiter am Standort beschäftigen und diese teils aus dem Düsseldorfer Firmensitz heraus agieren lassen. Der Großteil der Beschäftigten wird zu den Mietern der Logistikflächen gehören. Welche das sind, ist aktuell noch offen. Die Verhandlungen laufen noch mit mehreren Interessenten.

Bei der Vermietung ist man optimistisch

Die Nutzeranfragen seien nach einem Boom im Jahr 2021 zwar mittlerweile wieder auf einem Normalniveau angekommen, erläutert René Faber, der zuständige Projektverantwortliche. Jedoch sei man optimistisch, dass alles am Ende vermietet sei. „Wir sehen beispielsweise eine wachsende Nachfrage bei E-Commerce und sind überzeugt, dass eine moderne, effiziente und nachhaltige Logistik gesucht und gebraucht wird“, sagt Faber. Daran ändere auch die derzeitige globale Lage, die eine Herausforderung sei, nichts.

Stellten ihre Planungen und Überlegungen vor: (v.li.) René Faber (Projektverantwortlicher), Philipp Feige (Head of Capital Deployment und Co-Geschäftsführer Prologis Deutschland) und Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda.

Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda erinnerte daran, dass es am Standort früher mit Suez viele Debatten um die Nutzung des Areals gegeben habe. „Nun passt die Nutzung aber deutlich besser“, so Dudda. „Prologis setzt viel Vertrauen in diesen Standort. Dass hier eine nachhaltige Nutzung entsteht, ist sehr zu begrüßen.“

Ein 'Zwischenschritt' zwischen Blumenthal und Funkenbergquartier

Der OB freut sich ferner auf die weitere Entwicklung und lobt, dass die Eröffnung bereits Ende 2026 erfolgen soll. Außerdem ist es für ihn wichtig, dass „Zwischenschritte wie dieser“ zu einer städtischen Entwicklung auf jeden Fall dazu gehören würden und es nicht nur Blumenthal und das Funkenbergquartier (halloherne berichtete) in Herne geben würde.

Die Investitionssumme wollen die Verantwortlichen von Prologis nicht benennen, dem Vernehmen nach investiert das Unternehmen aber eine zweistellige Millionensumme.

So soll es von oben aussehen, wenn alles fertig sind: Zwei Gebäude, davon mit Gründach und Photovoltaikanlage.
Freitag, 17. April 2026 | Autor: Marcel Gruteser