„Marlow“ nach Volker Kutscher

Babylon Berlin in Castrop-Rauxel

„Marlow“ am WLT. v.l. Maximilian von Ulardt, Franziska Ferrari, Tobias Schwieger, Guido Thurk, Samira Hempel, Mario Thomanek und Mike Kühne.
„Marlow“ am WLT. v.l. Maximilian von Ulardt, Franziska Ferrari, Tobias Schwieger, Guido Thurk, Samira Hempel, Mario Thomanek und Mike Kühne. Foto: Volker Beushausen

Berlin, 1935. Obwohl Gereon Rath (Maximilian von Ulardt) inzwischen zum Oberkommissar befördert worden ist, muss er sich mit den Todesfällen befassen, die sonst keiner haben will. Da weder er noch seine Frau Charly (Franziska Ferrari) Parteimitglieder sind, gelten sie als verdächtig und werden von Nachbarn und Mitarbeitern misstrauisch beobachtet. Während der Nationalsozialismus mit all seinen Auswirkungen Deutschland in rasendem Tempo in eine zerstörerische Diktatur verwandelt, gerät die Lebenssituation der jungen Familie zunehmend unter Druck.

Doch Rath hat sich in seiner Polizeiarbeit noch nie beirren lassen. Ein tödlicher Verkehrsunfall weckt seinen Jagdinstinkt. Der Fall ist heikel und berührt die Machtzentrale: Herrmann Göhring soll mit geheimen Akten erpresst werden. Als ihm seine Vorgesetzten den Fall entziehen, stachelt ihn das nur noch mehr an. Je weiter Rath in seinen Ermittlungen kommt, umso deutlicher werden seine eigenen Abhängigkeiten und Verstrickungen. Denn im Hintergrund zieht einmal mehr der Mann die Fäden, mit dem Gereon nie wieder etwas zu tun haben wollte: der Unterweltkönig Johann Marlow (Mike Kühne).

Seit seine Romane um Gereon Rath Vorlage für die Fernsehserie „Babylon Berlin“ wurden, die aktuelle Staffel läuft gerade im „Ersten“ und ist in der ARD-Mediathek abrufbar, ist Volker Kutscher einer der international angesehensten und erfolgreichsten Krimiautoren unserer Zeit. Die Dramaturgin und Drehbuchautorin Jeanette Mohr den siebten Rath-Roman für das Westfälische Landestheater adaptiert, Premiere der Inszenierung von Markus Kopf in der Ausstattung von Manfred Kaderk ist am Samstag, 17. Oktober 2020, in der Stadthalle Castrop-Rauxel.

Die Theaterfassung konzentriert sich auf die drei Hauptfiguren. In „Marlow“ hat sich der Nationalsozialismus in der Reichshauptstadt Berlin etabliert. Die zunehmend beklemmende gesellschaftliche Atmosphäre ist geprägt von Denunziationen. Sich dagegen zu behaupten ist der Schlüssel zum Überleben. In weiteren Rollen sind Mario Thomanek, Samira Hempel, Guido Thurk und Tobias Schwieger zu sehen. „Der unterschiedliche Umgang der Figuren mit dem Regime und die dadurch entstehenden Konflikte werden zentrale Themen der Aufführung sein“, so Regisseur Markus Kopf.

„Ein Roman, vor allem ein Krimi, ist unheimlich schwer auf die Bühne zu bringen“, so Kopf weiter. „Wir haben keine realistische Erzählweise oder spielen Situationen nach, daher mussten wir einen anderen Rahmen finden. Mit dem Archivraum gelingt es uns, die Geschichte dynamisch zu machen und die einzelnen Figuren miteinander agieren zu lassen.“ Ausstatter Manfred Kaderk ergänzt: „Die Aktenschränke bieten uns die Möglichkeit, die Schauspieler auftreten und abgehen zu lassen, Requisiten hervorzuholen und vieles mehr. Um das Publikum in die Atmosphäre der 1930er Jahre zu versetzen, setzen wir neben Kostümteilen auf zeitgetreue Toneinspieler von Schlagern und Originalreden aus dem Reichstag.“

Volker Kutscher, 1962 in Lindlar geboren und im oberbergischen Wipperfürth aufgewachsen, arbeitete nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte zunächst als Tageszeitungsredakteur und Drehbuchautor, bevor er seinen ersten Kriminalroman schrieb. Heute lebt er als freier Autor in Köln. Mit dem Roman „Der nasse Fisch“ (2007), dem Auftakt seiner Krimiserie um Kommissar Gereon Rath, gelang ihm auf Anhieb ein Beststeller. Im November 2020 soll mit „Olympia“ sein nunmehr achter Gereon-Rath-Roman herauskommen.

„Marlow“ wird am 17. Oktober 2020 um 17:30 und um 20:30 Uhr in der Stadthalle Castrop-Rauxel, am 3. November 2020 um 19:30 Uhr im Städt. Saalbau Witten sowie am 27. November 2020 im WLT-Studio in Castrop-Rauxel aufgeführt. mehr Info und Karten gibt es hier

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