Lina Beckmann in Rostock

Zwei neue „Polizeiruf 110“-Folgen entstehen

Lina Beckmann ist als Theater-Schauspielerin ein Begriff, nun wird sie häufiger als Rostocker Kommissarin auf dem Bildschirm zu sehen sein.
Lina Beckmann ist als Theater-Schauspielerin ein Begriff, nun wird sie häufiger als Rostocker Kommissarin auf dem Bildschirm zu sehen sein. Foto: Marie Köhler

Zwei Herner sind als Kriminalpolizisten in Krimiserien des Norddeutschen Rundfunks unterwegs: Wotan Wilke Möhring als LKA-Ermittler Thorsten Falke im Hamburger „Tatort“ und Lina Beckmann, die seit neun Jahren dem Ensemble des Deutschen Schauspielhauses Hamburg angehört, als Kriminalkommissarin Melly Böwe.

Dabei ist die 1981 in Hagen geborene und mit ihren ebenfalls theaterbegeisterten Geschwistern in Herne aufgewachsene Absolventin der Westfälischen Schauspielschule Bochum vor allem auf den Bühnenbrettern zuhause, wo sie seit dem Solopreis des Bundeswettbewerbs zur Förderung des Schauspielernachwuchses 2005 ein halbes Dutzend nationaler und internationaler Auszeichnungen erhielt wie den Alfred-Kerr-Darstellerpreis, den Nestroy-Theaterpreis und den Gertrud-Eysoldt-Ring.

v.l. Bei den Dreharbeiten im hohen Norden: Anneke Kim Sarnau, Andreas Guenther, Lina Beckmann und Regisseur Andreas Herzog.
v.l. Bei den Dreharbeiten im hohen Norden: Anneke Kim Sarnau, Andreas Guenther, Lina Beckmann und Regisseur Andreas Herzog. Foto: NDR/Christine Schroeder

Allerdings beeindruckte Lina Beckmann schon mehrfach auf der großen Kinoleinwand, so in „Die Besucherin“ von Lola Randl, „Resturlaub“ von Gregor Schnitzler, „Über uns das All“ von Jan Schomburg und, nicht zu vergessen, „Junges Licht“ von Adolf Winkelmann. Am Drehbuch dieser Ralf Rothmann-Adaption war ihr Bruder Till Beckmann beteiligt. Nun also der Bildschirm, und das gleich in Serie.

Gespenster“ und „Diebe“ heißen zwei neue Folgen des vom NDR produzierten „Polizeiruf 110“ aus Rostock, die bis zum 20. Juli 2022 in Rostock, am Warnowstrand sowie in Hamburg und Umgebung entstehen. Katrin König (Anneke Kim Sarnau) ermittelt an der Seite ihrer neuen Kollegin Melly Böwe (die Hernerin Lina Beckmann). Andreas Herzog („Die Toten von Marnow“) inszeniert beide Filme. Die Drehbücher stammen von Astrid Ströher („Gespenster“) und Elke Schuch („Diebe“). Das Erste zeigt die beiden Folgen des „Polizeiruf 110“ voraussichtlich 2023 und 2024.

Das ungleiche Kommissarinnenduo mit der kühlen Analytikerin König und dem Bauchmenschen Böwe wird in beiden Fällen mit der Vergangenheit konfrontiert. In „Gespenster“ führt eine Spur am Tatort zu einem Cold Case: intakte DNA der seit mehr als 15 Jahren vermissten Jessica Sonntag wirbelt die Emotionen der Angehörigen völlig durcheinander. Und auch in „Diebe“ taucht eine geheimnisvolle Gestalt wie ein böser Traum aus Katrin Königs Vergangenheit auf. Nur gut, dass sich die zwei Ermittlerinnen aufeinander verlassen können …

„Gespenster“

Am Tatort des ermordeten Arztes Kai Wülker (Sebastian Herrmann) werden DNA-Spuren von Jessica Sonntag gefunden, einer Frau die seit vielen Jahren als vermisst gilt. Die Kommissarinnen Katrin König und Melly Böwe konfrontieren deren Familie mit dieser aufwühlenden Nachricht und alle reagieren unterschiedlich darauf: Evelyn Sonntag (Judith Engel), eine tieftraurige Frau, die immer geglaubt hat, dass ihre Tochter noch am Leben sei. Der Vater, Robert Sonntag (Holger Daemgen), hat vor allem gehofft, seiner Tochter sei wenigstens ein schneller Tod vergönnt gewesen. Er ist erschüttert, dass Hoffen und Bangen um Jessica nun wieder von vorne beginnen. Und dann gibt es noch den Bruder der Toten, Henrik Sonntag (Adrian Grünewald), dessen Leben durch das Verschwinden der Schwester völlig durcheinandergeraten ist. Auf der Suche nach Jessica müssen König und Böwe das Puzzle der Vergangenheit wieder zusammensetzen. Doch schon bald ist klar, dass der Arzt nicht das einzige Opfer bleiben wird…

„Diebe“

Das Kripoteam Rostock wird zu einer Leiche gerufen, der Tatort deutet auf den ersten Blick auf einen unglücklichen Haushaltsunfall. Doch die Gerichtsmedizin und Einbruchsspuren sprechen eine deutliche Sprache: der Unfalltod wurde fingiert. Erste Hinweise führen zur drogenabhängigen Mascha Kovicz (Meira Duran), die sich und ihre 4-jährige Tochter Holli (Mathilda Graf) mit Einbrüchen über Wasser hält. Melly Böwe geht das Schicksal der kleinen Familie nah und sie begibt sich in eine gefährliche emotionale Nähe zur Tatverdächtigen. Denn Mascha weiß mehr als sie zugibt und bringt alle damit in große Gefahr. Unterdessen trifft König auf ihren lang verschollenen Vater Günther Wernicke (Wolfgang Michael) und möchte ihm so gerne seine Liebe glauben, aber ihr Misstrauen sitzt tief. Ist der Graben zwischen ihnen überwindbar?

Neben den Genannten sind unter anderem zu sehen: Uwe Preuss (Henning Röder), Andreas Guenther (Anton Pöschel), Josef Heynert (Volker Thiesler), Senita Huskić (Michelle Carstensen), Masha Tokareva (Zoé Joanov) und Andrei Viorel Tacu (Timo Pröhl). Produzentin ist Iris Kiefer (filmpool fiction GmbH), ausführende Produzentin: Nikola Bock, die Kamera führt Marcus Kanter.

Autor: