Laut werden für die LGBTQ-Community

Christopher Street Day zieht durch Hernes Straßen

Die Regenbogenflagge wird am 17. Mai 2020 erstmals auf dem Rathaus Herne wehen.
Am Samstag, 18. Juni 2022, wird es erstmals einen Christopher Street Day (CSD) auf dem Europaplatz in Herne geben. Foto: Pixabay

Nachdem der Christopher Street Day (CSD) in den vergangenen zwei Jahren nur digital gefeiert werden konnte (halloherne berichtete und berichtete), werden am Samstag, 18. Juni 2022, endlich Hernes Straßen erobert. Denn nun kann der CSD in 'echt' draußen stattfinden.

'Freude-Skala liegt bei 30'

Los geht es am Samstag um 12 Uhr auf dem Europaplatz. „Wir freuen uns sehr und sind auch nervös, dass es nun endlich losgehen kann. Die vergangenen zwei Jahre waren schon frustrierend, umso mehr freuen wir uns, dass der CSD in echt stattfinden kann. Von einer Skala von 1 bis 10 liegt unsere Freude mindestens bei 30", berichtet Laron Janus vom Veranstaltungsteam gegenüber halloherne.

Die vergangenen zwei Jahre habe das Team aber auch genutzt, um Strukturen aufzubauen. In diesem Jahr wird ein Demonstrationszug durch Herne ziehen und sich später wieder zu einer Abschlusskundgebung am Europaplatz einfinden.

Mit dabei sind laut den Veranstaltern unter anderem Gianni Jovanovic, Sven Hensel, Badison, Maryaka oder auch Tabouna. Ebenso wird es auch Grußworte von Politikern wie Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda oder auch von der SPD-Bundestagsabgeordneten Michelle Müntefering geben.

Rechte der LGBTQ-Community in den Fokus rücken

Die Kundgebung findet von 16 bis circa 18 Uhr statt. Nach Schätzungen der Veranstalter werden rund 1.000 Personen erwartet. „Wir sind dazu in einem positiven und tollen Austausch mit der Polizei", sagt Janus.

Wer die Veranstalter als Ordner unterstützen möchte, kann sich beim Organisationsteam melden. „Aus dem Austausch mit anderen CSD-Orgateams haben wir mitbekommen, das es erfahrungsgemäß besser ist, mehr Ordner zu haben, als vielleicht letztendlich benötigt werden. Wenn man sich also vorstellen kann, auf der Demo mit darauf zu achten, dass alles problemlos abläuft, dann kann man uns sehr, sehr gerne eine Mail schreiben", sagt das Mitglied des Organisationsteams.

Laron Janus.
Laron Janus ist für die Pressearbeit des Organisationsteams zuständig. Foto: Fusigraphy

Mit der Veranstaltung sollen die Anliegen und Rechte der LGBTQ-Community in den Fokus gerückt werden. Laut den Veranstaltern ist der CSD ein Appell an die gesamte Stadt. Er fordere Respekt gegenüber der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt der Menschen und nehme die demokratische Gesellschaft in die Pflicht, nicht zu schweigen, wenn die Rechte der LGBTQ-Community beschnitten werden. Stattdessen sollen die Menschen laut werden, wenn queere Menschen in Furcht leben müssen. Nicht zuletzt fordere er, dass queere Menschen an den politischen Entscheidungsprozessen, die sie betreffen, angemessen beteiligt werden. Aber ein CSD soll auch ein Zeichen an diejenigen sein, die in Angst oder Selbstverleugnung leben müssen.

'Kein Schönwetter-Aktivismus'

„Wir machen keinen Schönwetter-Aktivismus", macht Laron Janus deutlich. „Wir wollen mit dem CSD zeigen, wie ernst unsere Anliegen und Überzeugungen sind." Weiter führt er aus: „In Herne war lange nicht so viel Bewusstsein für die LGBTQ-Community da. Es hat lange gedauert, Aufmerksamkeit zu gewinnen, aber jetzt sind wir auf einem guten Weg, Bewusstsein zu schaffen.“

Viele und unterschiedliche Beiträge sind beim Orga-Team eingegangen.
Endlich geht es mit einem CSD auf Hernes Straßen. Foto: Julia Praschma

Bereits vor dem eigentlichen CSD gibt es am Freitag, 17. Juni 2022, in der Kreuzkirche ab 18 Uhr einen Gottesdienst unter dem Titel „Nicht mehr schweigen“. „Superintendentin Claudia Reifenberger hat bereits früh klar gemacht, dass die evangelische Kirche sich aktiv mit einbringen möchte und mit Unterstützung von Uwe Leising, der eigentlich Pfarrer in Baukau ist, sowie Pfarrerin Melanie Jansen wurde der CSD-Gottesdienst auf die Beine gestellt", so Janus weiter.

Jeder, der interessiert ist, kann am Samstag, 18. Juni 2022, zum Europaplatz kommen. Wer jedoch nicht dabei sein kann, kann seine Solidarität auch wieder in den sozialen Netzwerken zeigen. „Wer uns im Internet unterstützen möchte, kann Beiträge unter dem Hashtag #vielfaltsichtbarmachen posten oder unseren Insta-Content teilen", so das Mitglied des Organisations-Teams. Ebenso sind die Herner aufgerufen, wieder eine Regenbogenflagge zu hissen.

Nähere Informationen zur Route und zum Ablauf gibt es hier.

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  • Samstag, 18. Juni 2022, um 12 Uhr
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