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Gareth Charles, Janine D'Aragona (vorn) und Svea Kirschmeier spielen im für den Theater-Oscar „Faust“ nominierten Stück „Petra Pan“, das am Dienstag, 21. November 2023, in den Herner Flottmannhallen aufgeführt wird.

„Petra Pan“ für den Theater-Oscar „Faust“ nominiert

Kurzfristige Absage: Spielarten-Festival in Herne

Update, Donnerstag (23.11.2023), 9 Uhr

Wie das Kulturbüro der Stadt kurzfristig am Donnerstag (23.11.2023) gegen 9 Uhr mitteilt, müssen die beiden geplanten Veranstaltungen am Donnerstag sowie am Freitag, 23. und 24. November 2023, kurzfristig abgesagt werden. Sie werden ersatzlos gestrichen, es gibt keinen Nachholtermin.

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Der ursprüngliche Text

Zehn Stücke in neun Städten quer durch Nordrhein-Westfalen präsentiert das Spielarten-Festival für Kinder- und Jugendtheater noch bis zum 24. November 2023. Den Schlusspunkt setzt in diesem Jahr Herne mit fünf Aufführungen in den Flottmannhallen. Das heimische Theater Kohlenpott ist gleich an mehreren nominierten Produktionen beteiligt.

Die Auswahl von „Spielarten 2023“ zeigt nicht nur altersgruppentechnisch eine große Spannbreite, sondern reicht auch literarisch von Klassikern wie „Petra Pan“ über moderne Dramatik wie „Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute“ des Theater Kohlenpott Herne bis hin zu Stückentwicklungen wie „Der Schnee von gestern“.

Auch für die kleinsten Zuschauer

Aufklärend-performative Stücke wie „DWDW – Die Sache mit den Bäumen“ und „Geld!“ sind ebenso Bestandteil der diesjährigen „Spielarten“ wie auch philosophische („Die ganze Zeit“), fantasieanregende („was wäre wenn“) und politische („Zeit für Entscheidung“). Und auch die kleinsten Zuschauer haben mit dem Tanzstück „Dingsbums“ und der Bilderbuchbearbeitung „Trecker kommt mit!“ die Chance, vielseitige Theaterproduktionen zu erleben.

Mit „Dingsbums“, einer Produktion der Kölner Gruppe Tanzfuchs für alle ab zwei Jahren, geht’s am Montag, 20. November 2023 los (Beginn aller Aufführungen ist um 10 Uhr in den Flottmannhallen). Mit „was wäre wenn“ gastiert die Koproduktion von Comedia Köln und Toboso Essen für alle ab sechs Jahren am Mittwoch, 22. November 2023. Das Freie Theater Köln c.t.201 stellt am Donnerstag, 23. November 2023, „Zeit für Entscheidung“ für alle ab 14 Jahren vor, während das Gelsenkirchener Consol Theater am Freitag, 24. November 2023, mit „Geld!“ für alle ab zwölf Jahren den Schlusspunkt setzt.

„Was wäre wenn“, eine Köln-Essener Koproduktion, gastiert am Mittwoch, 22. November 2023, in den Flottmannhallen.
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  • Montag, 20. November 2023, um 10 Uhr
  • Mittwoch, 22. November 2023, um 10 Uhr

„Petra Pan“ für den „Faust“ nominiert

Frank Hörner, der künstlerische Leiter des Herner Theater Kohlenpott, und sein Kollege Manuel Moser vom Kölner Comedia Theater haben die Vorlage von James M. Barrie bearbeitet zu einer einstündigen Inszenierung für alle ab acht Jahren. Petra Pan wird niemals erwachsen, oder zumindest denkt sie das. Sie lebt auf der fiktiven Insel Nimmerland und ist die Anführerin der „lost children“, einer zusammengewürfelten Gruppe von heimatlosen Kindern. Ihr Gegenspieler ist der Anführer der Piraten: Kapitän Hook.

In Frank Hörners Inszenierung, die für den Theaterpreis „Faust“ nominiert ist, spielt Geschlecht keine Rolle, dafür aber das Erwachsenwerden umso mehr. Müssen Kinder für den Erhalt von Nimmerland letztendlich irgendwann zu Piraten werden? Mit viel Musik des Herners Sebastian Maier wird aus einer alten Geschichte ein hochaktuelles Abenteuer in der Ausstattung von Natalia Nordheimer. Am Dienstag, 21. November 2023, spielen Gareth Charles, Janine D'Aragona und Svea Kirschmeier.

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  • Dienstag, 21. November 2023, um 10 Uhr

Theater-Oscar „Der Faust“

Zu den gut vierzig Künstlern und Kollektiven, die für den diesjährigen Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ nominiert sind, gehört die 23-jährige Kölnerin Svea Kirschmeier in der Kategorie „Theater für junges Publikum“, die seit vielen Jahren nicht nur darstellerisch, sondern auch musikalisch das Repertoire des Herner Theater Kohlenpott bereichert und aktuell in drei Produktionen mitwirkt.

Auf der Shortlist des heuer zum 18. Mal verliehenen „Faust“ steht die Sängerin, ihr Debütalbum „Raus“ ist gerade im Label „Z-Muzik“ des Herners Sebastian Maier erschienen, und Multiinstrumentalistin als Titeldarstellerin in „Petra Pan“ nach James M. Barrie in der Kölner Inszenierung des Herner Kohlenpott-Theaterleiters Frank Hörner. Die Preisverleihung findet am 25. November 2023 im Hamburger Thalia Theater statt.

Jurybegründung

In der Jurybegründung heißt es: „Peter Pan wird häufig weiblich besetzt. Dass die Inszenierung der Kölner Comedia einen Schritt weiter geht und die Titelfigur nicht als den von einer jungen Darstellerin verkörperten nicht erwachsen werdenden Mann liest, sondern einfach gleich als eine Petra benennt, ist eine zeitgemäße Variante. So wie Svea Kirschmeier diese Titelrolle aber verkörpert, müsste eigentlich noch eine Sternchen an Petra Pans Namen, denn Genderrollen scheinen in dem Nimmerland, in das sie das Publikum führt, nicht zu existieren. Svea Kirschmeier führt mit lässigem und trockenem Humor durch den Abend, zeigt sich spielfreudig und wendig, ehrlich und reflektiert – und immer nahbar für das Publikum. Ihre Petra Pan ist keine unerreichbare Heldin und laute Anführerin, sondern der Prototyp eines ‚stolzen Kindes‘, wie die Figur einmal von Hook betitelt wird, das schlicht weiß, was es richtig findet und sich nicht sagen lassen will, wie es zu sein hat. Wie Kinder zu sein haben, wie Mädchen zu sein haben, über diesen Normen steht Svea Kirschmeiers Petra Pan, ohne belehrend zu sein, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen und ohne sich über das junge Publikum zu erheben.“

| Quelle: Pitt Herrmann