Kunstmuseum Bochum im Netz

Das Foyer als „Schaufenster“

Im Foyer ausgestellt und von außen zu betrachten: „Symphonie“ von K. H. Hödicke Tiuonajikk von 1978/79, Schenkung aus Provatbesitz.
Im Foyer ausgestellt und von außen zu betrachten: „Symphonie“ von K. H. Hödicke Tiuonajikk von 1978/79, Schenkung aus Provatbesitz. Foto: Kunstmuseum Bochum

Weil nach wie vor unklar ist, wann der Lockdown für Kultureinrichtungen aufgehoben wird, Friseure sind halt systemrelevanter, hat sich das Kunstmuseum Bochum dazu entschlossen, im Netz aktiv zu werden. Aber nicht nur das: für Spaziergänger im nahen Bochumer Stadtpark und für alle Kunstinteressierten fungiert das gläserne Foyer des Hauses an der Kortumstraße 147 zum „Schaufenster“: neben den angebildeten Gemälden von K. H. Hödicke Tiuonajikk und Mona Schulzek die Skulptur „Drin und Dran“ von Heinz Breloh aus dem Jahr 1991, eine Schenkung aus dem Nachlass. Alle drei Werke sind dem Museum anlässlich seines 60-jährigen Bestehens übereignet worden.

Das Kunstmuseum Bochum hat unter der interimistischen Leitung von Sepp Hickisch-Picard, die neue Museumschefin Noor Mertens in der Nachfolge des Ende letzten Jahres pensionierten langjährigen Direktors Hans Günter Golinski tritt ihr Amt im Sommer 2021 an, in den letzten Wochen einiges auf die Beine gestellt, um virtuell für die Besucher da zu sein. So produzierten freie Mitarbeiterinnen der Kunstvermittlung unter dem Titel „Vorsicht Kunst!“ kleine Filme zu ausgesuchten Werken der eigenen Sammlung, die in der kurz vor der Pandemie renovierten Villa Marckhoff auf Besucher warten. Die Reihe wird fortgeführt. Anders als die eigene Sammlung, die als Dauerausstellung im vergangenen Jahr zumindest für mehrere Monate „sichtbar“ (so der Titel der Präsentation) war, konnten die beiden Wechselausstellungen im Neubau bislang so gut wie gar nicht besucht werden: „A Darker Shade of Black“, eine Ausstellung, die als letztes Projekt des Jubiläumsjahres die museumseigenen Malewitsch-Arbeiten in Bezug zu den zeitgenössischen Künstlern Frank Gerritz, Apostolos Palavrakis und Bruno Querci setzt, eröffnete nur wenige Tage vor dem aktuellen Lockdown.

Im Foyer ausgestellt und von außen zu betrachten: „Ottomane“ von Mona Schulzek von 2016, Schenkung der Künstlerin.
Im Foyer ausgestellt und von außen zu betrachten: „Ottomane“ von Mona Schulzek von 2016, Schenkung der Künstlerin. Foto: Kunstmuseum Bochum

Und die Fotoausstellung „Abbild und Wirklichkeit“ mit neuen Arbeiten von Stefan Hunstein wurde an die Wand gebracht, als die Türen für das Publikum bereits geschlossen waren. Der Schauspieler und Fotograf hat als Ensemblemitglied des Schauspielhauses Bochum mit viel Enthusiasmus der Ausstellung in Bochum entgegengefiebert, die nach ursprünglicher Planung bereits im Januar 2021 wieder abgehängt werden sollte. In Absprache mit den Künstlern und Leihgebern konnten beide Ausstellungen bis in den April verlängert werden – „A Darker Shade ob Black“ bis zum 5. April 2021, „Abbild und Wirklichkeit“ bis zum 18. April 2021. Die Hoffnung ist groß, dass so zumindest für einen kurzen Zeitraum der Besuch vor Ort möglich sein wird. Zwischenzeitig hat das Kunstmuseum ein paar filmische Annäherungen in Auftrag gegeben. So findet man auf der Webseite ein Interview zwischen Hans Günter Golinski und Stefan Hunstein und verschiedene Filme zur Ausstellung „A Darker Shade of Black“. Außerdem hat das Museum einen Beitrag online gestellt, der sich der Kunst im öffentlichen Raum im Umfeld des Kunstmuseums und Stadtpark widmet.

Viele dieser Formate sind auch in den sozialen Medien des Museums zu finden, hier der Link zur Museumsseite.

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